Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2012

18:01 Uhr

EZB-Direktorium

Weg für Luxemburger Mersch scheint frei

Der Weg für den luxemburgischen Notenbankchef ins Direktorium der Europäischen Zentralbank scheint frei. Kreisen zufolge soll Frankreich nicht mehr auf einen spanischen Kandidaten bestehen.

Luxemburgs Notenbankchef dürfte ins EZB-Direktorium vorrücken.

Luxemburgs Notenbankchef dürfte ins EZB-Direktorium vorrücken.

FrankfurtDer Weg für Luxemburgs Notenbankchef Yves Mersch ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint frei. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus französischen Diplomatenkreisen und aus dem Umfeld diverser Notenbanken erfuhr, will Frankreich nun nicht mehr wie ursprünglich abermals einen Spanier, sondern Mersch ab Juni als Nachfolger von Jose Manuel Gonzalez Paramo in das sechsköpfige Führungsteam der EZB schicken. Mersch ist seit 1999 und damit seit dem Start der Währungsunion Chef der Notenbank seines Landes und Mitglied des EZB-Rats. Die Luxemburger Zentralbank wollte sich nicht zu den Informationen äußern.

Die Entscheidung soll den Kreisen zufolge beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel fallen. Die Staats- und Regierungschefs könnten der Personalie dann zun einem späteren Zeitpunkt zustimmen. Wie aus dem Kreisen verlautete, wird die EZB-Personalie von der Politik offenbar als Teil einer umfassenderen Personalrochade gesehen, die auch durch den absehbaren Rückzug von Jean-Claude Juncker als Chef der Euro-Gruppe mit angestoßen wurde.

Demnach könne der Finne Jyrki Katainen Nachfolger Junckers als Vorsitzender der Euro-Finanzminister werden und Xavier Musca - derzeit wirtschaftspolitischer Berater von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy - Nachfolger des Deutschen Thomas Mirow an der Spitze der Osteuropabank. Deutschland könnte unterdessen den Chef des vorläufigen Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, in gleicher Funktion beim permanenten Hilfsfonds ESM platzieren. Spanien, noch bis Mai durch Jose Manuel Gonzalez Paramo im EZB-Direktorium vertreten, ginge in diesem Szenario völlig leer aus, besetzt allerdings in der Person des früheren Notenbankchefs Jaime Caruana den Chefposten bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, dem weltweiten Dachinstitut der Zentralbanken.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×