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09.09.2012

19:08 Uhr

EZB-Kaufprogramm

Italien lehnt neue Hilfsauflagen ab

Falls die EZB italienische Staatsanleihen kaufen sollte, wird Italien keine neuen Auflagen akzeptieren. Doch das Land könnte einer der Profiteure des jüngst beschlossenen Programms sein.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti. Reuters

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti.

CernobbioDas hochverschuldete Italien bereitet das Feld für mögliche Finanzhilfen der Euro-Partner. Sollte die EZB italienische Staatsanleihen kaufen, würde die Regierung keine Auflagen akzeptieren, die über die mit der EU-Kommission vereinbarten Ziele hinausgingen, sagte Ministerpräsident Mario Monti am Sonntag im norditalienischen Cernobbio. Wirtschaftsminister Vittorio Grilli hatte am Samstag erklärt, die Regierung in Rom habe aber nicht die Absicht, sich um das Angebot der Europäischen Zentralbank zu bemühen.

In den länderspezifischen Empfehlungen hat die Kommission Reformforderungen an die Euro-Länder gestellt. Monti erklärte, diese Empfehlungen reichten für Hilfe bei der Reduzierung der Finanzierungskosten aus, ohne ein vollständiges Rettungsprogramm beantragen zu müssen.

Die Regierung von Monti bemüht sich derzeit, möglichen Hilfen den Schrecken zu nehmen. Der Ministerpräsident nannte eine Bitte um Unterstützung am Samstag "kein Drama", versicherte aber, das dies derzeit nicht nötig sei.

Italien könnte einer der Profiteure des Anleihenkaufprogramms der Europäischen Zentralbank sein. Die EZB hat ein Ankauf-Programm angekündigt, mit dem die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten gesenkt werden sollen. Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Länder mit den Euro-Rettungsschirmen verbundene Reformauflagen akzeptieren. Unter dem Druck steigender Zinsen, einer flauen Konjunktur und hohen Schulden hat Monti seinem Land einen Reformkurs verordnet und beispielsweise eine Schuldenbremse in der Verfassung verankert.

Von

rtr

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

09.09.2012, 19:36 Uhr

Natürlich brauchen die italienischen Pleitegeier kein Geld - weder von uns noch von der EZB.
Genausowenig wie der stolze Spanier, dem der Geier auf dem Dach kräht.
Sie wollen auch ihrem Volk, das viele Jahre über seine Verhältnisse gelebt hat, keine weiteren Sparrunden mehr zumuten.
Ein griechischer, millionenschwerer Reeder sagte in einem Fernsehinterview, warum solle er Steuern zahlen - dann könne er sein Geld ja gleich der Mafia geben.
Die deutschen Polit-Vollidioten haben aber kein Problem damit, den Südstaaten-Mafiosi unsere Ersparnisse auszuhändigen.

Account gelöscht!

09.09.2012, 19:44 Uhr

Lesenswert dazu !

http://de.scribd.com/doc/105244602/Der-heimliche-Zweck-des-ESM

Pinin

09.09.2012, 20:05 Uhr

Merkel unschuldig? Schuldig!

Merkel glaubt sich nach dem EZB-Beschluß zur unbegrenzten Staatsfinanzierung die Hände in Unschuld waschen zu können. Nein - wer einem Mord aus nächster Nähe unbeteiligt und regungslos zusieht ist Mittäter!

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