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23.03.2012

08:13 Uhr

EZB-Präsident

Draghi gegen Euro-Austritt Griechenlands

Wenn Griechenland die Euro-Zone verlassen würde, wären hohe Inflation und instabile Verhältnisse die Folge. Darum ist dieser Schritt für Mario Draghi auch keine Option. Zudem will er weder Eurobonds noch Transferunion.

EZB-Präsident Mario Draghi. Reuters

EZB-Präsident Mario Draghi.

BerlinEZB-Präsident Mario Draghi hat sich gegen einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen. „Ein Austritt und die Möglichkeit, die eigene Währung abzuwerten, würden nichts verbessern“, sagte Draghi der „Bild“-Zeitung. Auch der Zwang zu Reformen würde dort nicht nachlassen. „Auf der anderen Seite wären aber hohe Inflation und Instabilität die Folge eines Austritts - und auf unabsehbare Zeit würde niemand mehr Griechenland das nötige Geld leihen.“

Draghi sprach sich zudem gegen eine Transfer-Union aus. „Generell gilt: Wenn wir das Geld der Steuerzahler schützen wollen, darf aus der Euro-Zone keine Transferunion werden, in der ein, zwei Länder zahlen, der Rest ausgibt und das Ganze durch gemeinsame Eurobonds finanziert wird.“ Eine Gemeinschaft müsse auf Vertrauen in die Einhaltung gemeinsamer Regeln etwa zur Haushaltsdisziplin gründen. „Deshalb ist der neue Fiskalpakt der Euro-Staaten richtig, und deshalb wäre es zu früh für Eurobonds.“ Ohne den Druck der Märkte und

der Deutschen wären viele der Fortschritte in den verschiedenen Euro-Staaten nicht gemacht geworden.

Kommentare (15)

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otto15

23.03.2012, 08:51 Uhr

Draghi ist ein Schwätzer. Allein die makroökonomischen Daten werden entscheiden, ob Griechenalnd in der Eurozone verbleibt. Wenn die Deflations- und Schuldenspirale nicht durchbrochen wird und das Volk die Knechtschaft der Spardiktate nicht mehr mitmacht, landet die gesamte Staatsverschlundung bei der EZB und in Rettungsfonds. Glaube kaum, dass die Eurozone das aushält.

Geld-Zauberer

23.03.2012, 08:52 Uhr

Wie ich sehe, hat Draghi ja jetzt in der BILD sein richtiges
Fachblatt für seine Vorstellungen und Wünsche gefunden.

Dass Draghi Deutschland lobt, heißt wohl, sehr vorsichtig zu sein, denn das heißt wohl, dass Deutschland
noch mehr die Garantien, Kredite, Bareinzahlungskoffer öffnen soll, damit Geldzauberer Draghi zu dem "Aus dem
Nichts Geldschöpfen" wenigstens jemand hat, der haftet
und letztendlich bezahlt, auch wenn noch viele Unverbesserliche glauben, dass sich das Alles in Freuden auflöst.

derwaechter

23.03.2012, 08:56 Uhr

Gut gesagt, Herr Draghi! Stimme zu! Aber Hand auf's Herz. Im Augenblick werden schon Steuergelder einiger weniger Euroländer in schwächeren Länder verwendet. Wir haben die Transferunion! Die Erfahrung zeigt, dass wenn ein Damm geöffnet wurde dieser geöffnet bleibt. Und da war noch ein Land, lassen Sie mich nachdenken, ja Spanien! Die sollten sparen und haben eine Finanzbremse, doch die dürfen diese mit dem Segen der EU überschreiten....kurz nachdem die Bremse eingeführt wurde. Was sind das für Signale an Investoren? Viel Gerede, nichts dahinter! DAS ist die Katastrophe dabei. Nicht die Transferunion, nicht dass solide wirtschaftende Länder die unsolideren unterstützen müssen, sondern die Unzuverlässigkeit bzw. dem Unterschied zwischen Reden und Handeln. Das wird uns länger beschäftigen als die Krise an sich.

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