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19.06.2011

13:19 Uhr

EZB-Präsident

Trichet erhält Kieler Weltwirtschaftspreis

Für Trichet war es ein netter Trip an die Förde inmitten der Griechenland-Krise: Die Verleihung während der Kieler Woche ermöglichte dem obersten europäischen Währungshüter auch ein Wiedersehen mit Altkanzler Schmidt.

Europas oberster Währungshüter: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Quelle: dpa

Europas oberster Währungshüter: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

KielKurze Auszeit vom Griechenland-Krisenmanagement: Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, hat den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis erhalten. Ebenfalls geehrt wurden der ehemalige Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama und frühere US-Finanzminister, Lawrence Summers, sowie der Vorstandschef der First Eastern Investment Group in Hongkong, Victor L.L. Chu.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Stadt Kiel sowie die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein würdigen mit dem undotierten Preis jährlich je einen Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer, die sich als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen Gesellschaft verdient gemacht haben.

Zur Griechenland-Krise äußerte sich Trichet in der Veranstaltung nicht. Er hob die Leistungsfähigkeit der Eurozone hervor. Die Bürger forderten vor allem Preisstabilität, die als Hauptaufgabe der EZB auch erreicht worden sei. Eine Inflationsrate von unter zwei Prozent sei der Maßstab. „Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen“, betonte Trichet. Die EZB werde weiter alles Notwendige tun, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Seit Einführung des Euro seien in den Mitgliedsländern 14 Millionen Arbeitsplätze entstanden. „Das ist sehr, sehr beeindruckend.“ Die USA hätten in dem Zeitraum nur 8 Millionen erreicht.

Für EZB-Präsident Trichet (68), der sein Amt im Herbst an den italienischen Notenbankchef Mario Draghi abgeben wird, bot die von der Sorge um die Stabilität des europäischen Finanzsystems überschattete Veranstaltung die Gelegenheit zum Wiedersehen mit einem guten alten Bekannten: Altkanzler Helmut Schmidt, selbst Preisträger 2007, war ebenfalls an die Förde gekommen.

Trichet arbeite als „glühender Europäer“ wie ein Besessener für die europäische Gemeinschaftswährung und dafür, dass die Marktwirtschaft stabiler, leistungsfähiger und fairer gestaltet werde, sagte IfW-Präsident Prof. Dennis J. Snower. Summers würdigte er als einen der bekanntesten und profiliertesten Ökonomen der USA. Er habe es als Finanzminister (1999-2001) geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und sogar Überschüsse zu erzielen. Preisträger Chu sei Pionier der asiatischen Finanzmärkte, sagte Snower. „Er ist ein Brückenbauer zwischen Investoren und Märkten, zwischen Regierungen, zwischen Kontinenten.“

Von

dpa

Kommentare (12)

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Hansi

19.06.2011, 14:08 Uhr

Ah, ein neuer Preis für Trichet.
Ich zitiere mal aus Wikipedia:
"Honecker erhielt alle wichtigen Auszeichnungen der DDR, darunter den Karl-Marx-Orden, den Ehrentitel Held der DDR mit dazugehöriger Goldmedaille, den Vaterländischen Verdienstorden mit Ehrenspange, Banner der Arbeit, Held der Arbeit und von der Sowjetunion als höchste Auszeichnung den Leninorden."

Profit

19.06.2011, 14:16 Uhr

Die Preistreiberei in Bezug auf Herrn Trichet ist völlig unangebracht. Trichet wird als großer Versager in die Geschichte eingehen, indem er die EZB zur Bad Bank Europas gemacht hat. Wenn einer einen diesbezüglichen Preis verdient hätte, wäre es Axel Weber, der die Dinge klar beim Namen genannt hat, ohne Rücksicht auf seine Nominierungschancen. Die deutsche Regierung hat ihn leider fallen gelassen, obwohl es ein leichtes gewesen wäre, ihn anstelle eines Italieners (!) als neuen EZB-Präsidenten durchzusetzen. Aber eines bleibt: Das Geld , das eine Bad Bank ausgibt, kann per Definition nichts taugen. Europa will keine deutsche Stabilitätkultur. Deshalb gibt es für Deutschland nur der Weg zurück zur D-Mark!

Account gelöscht!

19.06.2011, 14:31 Uhr

Der Erfolg des Scheiterns, Inkompetenz hat ihren Preis. Und während undisziplinierte Haushaltspolitik in den PIIGS belohnt wird werden zur gleichen Zeit in Deutschland Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft in den Keller gefahren ... eine fatale Entwicklung.


http://de.statista.com/statistik/daten/studie/157733/umfrage/ausgaben-fuer-bildung-forschung-und-wissenschaft-in-deutschland/

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