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11.01.2011

14:58 Uhr

Fachkräfte

Golfstaaten wollen ihre Arbeitsmärkte öffnen

VonMathias Brüggmann

In Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Oman und Kuwait soll es bald einfacher sein, Zugang zu den hart reglementierten Arbeitsmärkten zu bekommen. Die strengen Regeln zur Einstellung ausländischer Beschäftigter sollen nun fallen. Das nützt westlichen Investoren und ausgebeuteten Gastarbeitern.

Dhahran in Saudi-Arabien: Auch hier soll bald die rigiden Abschottung des Arbeitsmarktes fallen. dpa

Dhahran in Saudi-Arabien: Auch hier soll bald die rigiden Abschottung des Arbeitsmarktes fallen.

BERLIN. Die Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) wollen ihre bisher rigide abgeschirmten Arbeitsmärkte öffnen. Darüber beraten Vertreter aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrein, Oman, Katar und Kuwait seit gestern in Kuwait-Stadt. Die deutsche Industrie, die derzeit ihr Engagement am Golf stark ausweiten will, begrüße diese Initiative sehr, sagte Helene Rang, geschäftsführender Vorstand des Nah- und Mittelost-Vereins (Numov), dem Handelsblatt. „Das erleichtert internationalen Investoren ihr Engagement am Golf außerordentlich.“

Die Reform zielt darauf ab, die bisher in den allermeisten Ländern der Region vorherrschende Beschränkung für die Beschäftigung von Arbeitskräften zu lockern oder sogar abzuschaffen. Bisher ist es außer in Bahrain, das dieses System bereits 2009 abgeschafft hat, in den meisten Golf-Staaten allein einheimischen Firmen erlaubt, ausländische Arbeitskräfte anzuheuern.

Bisherige Praxis ermöglicht schamlose Ausbeutung

Bei diesem Sponsorship oder arabisch Kafeel genannten System sind die Beschäftigten dann letztlich von ihrem jeweiligen lokalen Patron stark abhängig. Nur er kann bisher Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen für Beschäftigte aus dem Ausland bei den örtlichen Behörden beantragen.

Nun berät der GCC über eine Reform der Sponsorship-Regeln: Kuwait will schon im Februar die bisher 2,3 Millionen ausländischen Arbeitskräfte nicht mehr durch einheimische Patrons anstellen lassen, sondern durch eine speziell für diesen Zweck gegründeten Behörde.

Die Vereinigten Arabischen Emirate werden laut Arbeitsministerium noch im Januar das bisher bestehende System ändern: Dann sollen auch ausländische Firmen als Sponsoren auftreten können und ausländische Arbeitnehmer selbst beschäftigen können. Allerdings verlangt der Polizeichef von Dubai parallel eine Quote für nicht-arabische Ausländer in den VAE.

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