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16.07.2014

15:20 Uhr

Fahndungserfolg

Terrorist nach Schießerei in Athen gefasst

Kommissar Zufall hat den Ermittlern in Athen geholfen: Sie haben einen der gefährlichsten Terroristen Griechenlands gefasst. Zuvor hatte es eine wilde Schießerei gegeben – mit glücklichem Ende.

Nach der Schießerei sichert die griechische Polizei die Beweise. dpa

Nach der Schießerei sichert die griechische Polizei die Beweise.

AthenDie griechische Polizei hat einen der gefährlichsten Terroristen des Landes festgenommen. Nikos Maziotis, der als einer der Anführer der Terrororganisation Revolutionärer Kampf gilt, wurde am Mittwoch gefasst, wie ein Polizei-Offizier mitteilte. Bei der Festnahme in einer zentralen Einkaufsstraße Athens kam es laut Medienberichten zu einer Schießerei, wobei zwei Passanten und ein Polizist leicht verletzt wurden. Auch Maziotis erlitt Verletzungen, die Ärzten zufolge ernst, aber nicht lebensbedrohlich sind.

Einer der Verletzten soll ein Tourist aus Deutschland sein, der andere aus Australien stammen, hieß es in griechischen Medien. Der Deutsche erlitt demnach Schürfwunden, er musste nach Angaben des Notarztdienstes nicht ins Krankenhaus. Bei keinem Verletzten bestehe Lebensgefahr, sagte ein Arzt des Erythros Stavros Krankenhauses der Nachrichtenagentur dpa.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Augenzeugen sagten der dpa, während der Festnahme es sei zu „einem Kugelhagel“ gekommen. Ein Polizist fügte hinzu, die Sicherheitsleute seien dem Terroristen zufällig auf die Spur gekommen. Im Zentrum Athens gab es demnach umfangreiche Kontrollen gegen Kleinkriminalität. Ein Polizist erkannte dabei Maziotis und schlug Alarm.

Maziotis soll am Angriff auf die Residenz des deutschen Botschafters in Athen am 30. Dezember 2013 beteiligt gewesen sein. Bei der Attacke mit zwei Kalaschnikow-Sturmgewehren im Vorort Chalandri war niemand verletzt worden. Die Gruppe Revolutionärer Kampf hat zudem mehrere Bombenanschläge in Griechenland verübt. Maziotis war deshalb in Abwesenheit zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Von

dpa

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