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15.07.2013

12:57 Uhr

Fall Trayvon Martin

Ein Freispruch mit Zündstoff

„Dies ist das Ende unseres Rechtssystems. Die Justiz ist nicht gleich für alle“. Der Freispruch im Fall Trayvon Martin hat in den USA eine Justizdebatte ausgelöst. Die Bürger sind außer sich. Obama ruft zur Ruhe auf.

„Das Volk sagt 'schuldig'“: Die Amerikaner gehen nach dem Urteil auf die Straße. Sie können den Freispruch nicht nachvollziehen. AFP

„Das Volk sagt 'schuldig'“: Die Amerikaner gehen nach dem Urteil auf die Straße. Sie können den Freispruch nicht nachvollziehen.

SanfordDie Wut nach dem Freispruch im Prozess um den gewaltsamen Tod von Trayvon Martin ist überall zu spüren. In mehreren US-Städten versammeln sich seitdem spontan Menschen, die die Erschießung des schwarzen Jugendlichen durch den Nachbarschaftswächter George Zimmerman und deren Rechtfertigung durch ein Gericht in Florida für einen weiteren Auswuchs des Rassismus halten. US-Präsident Barack Obama sieht sich gezwungen, zur Ruhe aufzurufen. Zu präsent sind etwa noch die Krawalle nach der Misshandlung des Schwarzen Rodney King Anfang der 90er Jahre.

Nachdem Richterin Deborah Nelson am Samstag das Urteil der Jury bestätigt, wonach Zimmerman nicht des Totschlags schuldig ist, macht sich Fassungslosigkeit unter den Demonstranten vor dem Gericht in Sanford breit. „Dies ist das Ende unseres Rechtssystems. Die Justiz ist nicht gleich für alle“, sagt der 20-jährige Ashton Summer aus Puerto Rico. Mit ihm hatten sich mehrere hundert Menschen aus Solidarität mit Martin vor dem Gerichtsgebäude versammelt.

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Der 17-Jährige war am 26. Februar 2012 von Zimmerman erschossen worden, der in Sanford auf Patrouille war. Martin war unbewaffnet. Zimmerman beteuerte aber, der Jugendliche habe ihn angegriffen, er habe aus Notwehr geschossen. Die Polizei hatte Zimmerman nach dem Vorfall zunächst laufen lassen, da in Florida ein besonders ausgeprägtes Recht auf Selbstverteidigung mit Schusswaffen gilt.

Der Fall war in den USA wochenlang diskutiert worden. Obama sagte etwa, wenn er einen Sohn hätte, „sähe er Trayvon ähnlich“. Martins Eltern werfen den Behörden vor, nicht angemessen ermittelt zu haben, weil ihr Sohn schwarz war. Bestürzt reagierten sie auf das Urteil. Die Familie sei „zutiefst traurig“, die Jury-Entscheidung breche ihr das Herz, sagte ihr Anwalt Benjamin Crump.

Im kalifornischen San Francisco setzen hunderte Demonstranten ein Zeichen der Solidarität mit Martins Familie. Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot strömen sie nach dem Urteilsspruch zusammen. Viele tragen Transparente mit der Aufschrift „Das Volk sagt 'schuldig'“. Im benachbarten Oakland besprühen Demonstranten Autos und zertrümmern Fensterscheiben, wie ein Video auf der Website der Zeitung "Oakland Tribune" zeigt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.07.2013, 14:22 Uhr

Scheinbar ist daskein Thema in der Republik,sonst waeren schon einige Kommentare faellig.
Tatsache ist aber ,dass bei Gerichtsverhandlungen die Beweislage und nicht das gesunde Volkswmpfinden und die Meinung der Yellow Press zaehlt.

Account gelöscht!

22.07.2013, 16:11 Uhr

nicht nur die yellow press.
Die beweislage war sehr eindeutig und in den nordstaaten wäre er verurteilt worden genauso wie hier.
Nur gibt es in Florida unmögliche Gesetze wie zb "Stand your ground" wo es um einiges einfacher ist mit mord davon zu kommen.
Zudem noch dieses lächerliche Geschworenensystem.

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