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27.01.2007

11:47 Uhr

Falscher Extremisten-Vorwurf

Kanada entschädigt Folteropfer

Kanada zahlt einem aus Syrien stammenden Programmierer zehn Millionen Dollar Entschädigung, weil er von der Polizei fälschlich als Muslimextremist bezeichnet, in New York verhaftet und in syrischer Haft gefoltert wurde.

HB OTTAWA. Ministerpräsident Stephen Harper entschuldigte sich am Freitag offiziell bei Maher Arar und erklärte, dieser habe die Entschädigung in Höhe von 10,5 Millionen kanadischer Dollar (rund sieben Millionen Euro) angenommen. Auf Grund der falschen Informationen der kanadischen Polizei war Arar im Jahr 2002 in New York festgenommen und nach Syrien gebracht worden. Eine Untersuchung der kanadischen Justizbehörden hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass Arar während seiner nahezu einjährigen Haftzeit in Damaskus gefoltert wurde.

Die Entschädigung könne nicht wieder gut machen, was er erlitten habe, sagte Arar bei einer Pressekonferenz am Freitag. „Ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung, dass ich niemals, niemals wieder das gleiche Leben aufbauen kann, das ich vorher hatte“, sagte Arar. „Wenn es einen Weg gäbe, mein altes Leben zurückzukaufen - das wäre mein größter Wunsch“, fügte er hinzu. Als Programmierer sei er respektiert worden und habe über Selbstwertgefühl verfügt. Dafür gebe es keinen Preis. Für das, was er und seine Familie hätten durchmachen müssen, gebe es keine Entschädigung. Arar lebt derzeit in der Stadt Kamloops in British Columbia. Über seine Zukunft habe er noch nicht entschieden. Zunächst wolle er Zeit mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern nachholen.

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