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03.02.2014

07:11 Uhr

Familienzusammenführung

Kim lässt sich auf Gespräche mit Südkorea ein

Nach mehrtägigem Schweigen hat Nordkorea Gesprächen mit Südkorea über Begegnungen zwischen Angehörigen getrennter Familien zugestimmt. Ein Hoffnungsschimmer für alle Koreaner, die der Krieg getrennt hat.

Kim Jong-Un hat die südkoreanische Führung zunächst hingehalten, nun lässt er Gespräche über Familienzusammenführungen zu. Reuters

Kim Jong-Un hat die südkoreanische Führung zunächst hingehalten, nun lässt er Gespräche über Familienzusammenführungen zu.

SeoulSeit dem Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 und der Teilung des Landes sind viele Familien auseinandergerissen. Nord- und Südkorea trennt eine scharf bewachte Grenze, Telefonate in den anderen Teil der koreanischen Halbinsel sowie der Austausch von E-Mails und Briefen sind für normale Bürger quasi unmöglich. Doch nun gibt es Hoffnung für die getrennten Familien: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un stimmt Gesprächen über Familienzusammenführungen zu.

Die hoch emotionalen Zusammenführungen, bei denen sich Verwandte nach Jahren der Trennung für einige Stunden wiedersehen dürfen, fanden wegen der Spannungen zwischen beiden Ländern zuletzt im Oktober 2010 statt. Vergangenes Jahr sagte Pjöngjang geplante Treffen zwischen Familienmitgliedern aus dem Süden und dem Norden kurzfristig ab.

Zuletzt lieferten sich beide Länder ein diplomatisches Pingpong-Spiel um die Zusammenführungen. Bereits vergangenes Jahr hatte Nordkorea zugestimmt, die Treffen wiederaufzunehmen, und Südkorea zur Nennung eines Datums aufgefordert. Südkorea hatte den Zeitraum vom 17. bis zum 22. Februar vorgeschlagen und Vorgespräche angeregt, um die Details zu klären.

Nach einer Woche kam nun nach Aussage des Vereinigungsministeriums die nordkoreanische Zustimmung. Nordkorea habe den Mittwoch oder Donnerstag vorgeschlagen und Südkorea angeboten, selbst über den Termin zu entscheiden. Ministeriumssprecher Kim Eui-do erklärte, man plane, Pjöngjang noch im Laufe des Montags über den bevorzugten Termin zu informieren, damit die Zusammenführungen möglichst schnell stattfinden könnten. Später erklärte das Ministerium, man habe sich für Mittwoch entschieden.

Kritiker werten im Entgegenkommen von Nordkorea einen Versuch, an Hilfe für die darniederliegende Wirtschaft des Landes zu gelangen. In der Vergangenheit folgten auf sanfte Töne immer wieder Provokationen und Drohungen aus Pjöngjang. So hatte Nordkorea im vergangenen Frühling als Reaktion auf neue UN-Sanktionen wegen eines umstrittenen Atomtests über Wochen hinweg wütende Kriegsdrohungen gegen Südkorea und die USA ausgestoßen.

Von

ap

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