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11.10.2016

02:12 Uhr

Fangquote in der Ostsee

Dorsch gewinnt gegen Fischer

Ostsee-Fischer kämpfen um ihre Existenz – und um Fangquoten. Nun gab es eine Einigung: Die EU senkt die erlaubte Menge für Dorsch deutlich. Eine andere Fischart muss dagegen wieder öfter im Netz bleiben.

Fischkutter beim Auslaufen von der Ostseeinsel Poel: Um 88 Prozent wollte die EU-Kommission die Fangquote für den Dorsch senken. Die Einigung fiel anders aus. dpa

Kutter in der Ostsee

Fischkutter beim Auslaufen von der Ostseeinsel Poel: Um 88 Prozent wollte die EU-Kommission die Fangquote für den Dorsch senken. Die Einigung fiel anders aus.

LuxemburgDie deutschen Fischer dürfen im kommenden Jahr deutlich weniger Dorsch aus der Ostsee ziehen. Im Westen sinkt die Fangmenge um 56 Prozent gegenüber 2016, in der östlichen Ostsee um 25 Prozent. Darauf haben sich die EU-Fischereiminister am späten Montagabend in Luxemburg geeinigt, wie der Rat als Vertretung der EU-Staaten mitteilte.

Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) sprach von einer „schmerzhaften, aber angesichts der Bestandssituation erforderlichen Quotenreduzierung“. Die Dorschbestände in der Ostsee sind ausgelaugt. Für viele Ostseefischer geht es allerdings um die Existenz.

Deutsche Fischer können damit nach Angaben von Diplomaten in der westlichen Ostsee 2017 insgesamt 1194 Tonnen Dorsch fangen (von 5597 Tonnen insgesamt), im Osten 2820 Tonnen (von 30.857 Tonnen).

Schmidt erklärte: „Die Bestände werden sich weiter erholen können und unsere Ostseefischer haben eine wirtschaftliche Perspektive.“ Abwrackprämien für Fischer, die Kutter aufgeben oder vorübergehend stilllegen, sollten weiter gezahlt werden.

Kürzungen unter Niveau der Vorschläge der EU-Kommission

Unter dem Strich kürzen die EU-Staaten die Fangmengen damit deutlich weniger, als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Diese wollte die Quote im Westen um 88 Prozent senken. EU-Fischereikommissar Karmenu Vella beschrieb die Verhandlungen als sehr schwierig. Allerdings bewege sich die EU mit den vereinbarten Quoten noch im Rahmen der Empfehlungen der Wissenschaft.

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Die Minister schreckten angesichts der Nöte der Ostseefischer zwar vor äußerst drastischen Kürzungen zurück. Sie einigten sich aber auf zusätzliche Auflagen. So gibt es auch für Freizeitfischer, die inzwischen ähnlich viel Dorsch aus der Ostsee holen wie gewerbliche Fischer, im kommenden Jahr Obergrenzen. In der Laichsaison im Februar und März dürfen sie höchstens drei Dorsche pro Tag angeln, im Rest des Jahres fünf.

Kommerzielle Fischer dürfen im Februar und März in der westlichen Ostsee acht Wochen lang keinen Dorsch fangen - zwei Wochen mehr als bislang.

Zuwächse bei Scholle, Hering und Sprotte

Bei anderen Fischbeständen können die Fischer sich über Zuwächse freuen. Dies gilt für allem für die Scholle, wenn auch bei einer niedrigen Gesamtmenge: Hier verdoppelt sich die Fangmenge für die gesamte Ostsee nahezu auf 7862 Tonnen. Die Heringsquote steigt im Westen um 8 Prozent auf 28.401 Tonnen.

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Beim Lachs ändert sich wenig: Für 2017 ist erneut eine Fangmenge von 95.928 Tonnen vorgesehen, nur im Golf von Finnland im äußersten Osten gibt es eine Kürzung um ein Fünftel. Die Sprottenquote steigt um 29 Prozent auf 260 993 Tonnen.

Die EU-Staaten handeln jedes Jahr die Fangmengen (Quoten) für das kommende Jahr untereinander aus. Nach den Ostseequoten im Oktober steht im Dezember die Entscheidung über die Fangmengen in der Nordsee und im Atlantik an. Grundlage für die Verhandlungen sind Vorschläge, die die EU-Kommission auf Grundlage wissenschaftlicher Gutachten macht.

Von

dpa

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