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27.01.2016

01:07 Uhr

Faule Kredite

EU und Italien einigen sich auf Bad Bank-Modell

Die EU-Kommission hat nach monatelangen Verhandlungen die italienischen Pläne für eine Gesellschaft zur Abwicklung fauler Kredite abgesegnet. Bad Bank und Reformen sollen das Wirtschaftswachstum in Schwung bringen.

Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan konnte in Brüssel mit der EU eine Einigung zur Abwicklung fauler Bankkredite erzielen. dpa

Pier Carlo Padoan

Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan konnte in Brüssel mit der EU eine Einigung zur Abwicklung fauler Bankkredite erzielen.

BrüsselItalien hat sich nach längeren Verhandlungen mit der EU auf eine Abwicklungsgesellschaft für faule Bankkredite geeinigt. Es sei eine Übereinkunft getroffen worden, wonach die Banken des Landes bei der Bewältigung risikobehafteter Kredite unterstützt werden sollten, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager nach einem Treffen mit dem italienischen Finanzminister Pier Carlo Padoan am Dienstagabend in Brüssel.

Der Plan sieht nach Angaben der EU-Kommission nun vor, dass italienische Banken problematische Kredite aus ihren Büchern auslagern können. Zudem sollen sie teilweise staatliche Garantien erhalten. Diese Garantien müssen sie jedoch zu Marktpreise kaufen, um unerlaubten staatlichen Beihilfen vorzubeugen.

Die Bad Bank dürfte zusammen mit Reformen das Wirtschaftswachstum des südeuropäischen Landes in Schwung bringen, sagte Vestager am Dienstagabend nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. Außerdem dürfte die Darlehensvergabe angekurbelt werden. Die Behörde werde das Vorhaben überwachen, um sicherzustellen, dass es keine unzulässigen Staatshilfen beinhalte.

Fakten zu Italien

Fläche

301.277 Quadratkilometer

Bevölkerung

60 Millionen, davon 4,5 Millionen Ausländer (7,5 Prozent der Gesamtbevölkerung)

Staats- und Regierungsform

Republik, parlamentarische Demokratie mit Zweikammersystem

Staatsoberhaupt

Präsident der Italienischen Republik Sergio Mattarella (seit Februar 2015).

Regierungschef

Ministerpräsident Matteo Renzi, Partito Democratico (Sozialdemokratische Partei), seit Februar 2014

Regierungsparteien

Koalition bestehend aus Partito Democratico (PD), Nuovo Centro Destra (NCD) und Scelta Civica/Per l'Italia

Bruttoinlandsprodukt

BIP zu Marktpreisen: 1,618 Billionen Euro (2013, nach neu eingeführtem europäischen Berechnungs-System Sec 2010)

Pro-Kopf-BIP

zu Marktpreisen: 26.500 Euro (2014)

Bruttonationaleinkommen (ehemals Bruttosozialprodukt)

2,149 Billionen USD (2013)

In Brüssel waren Italiens ursprüngliche Pläne für eine Bad Bank im vergangenen Jahr auf Ablehnung gestoßen. Daraufhin musste die Regierung in Rom das Modell überarbeiten. Die italienischen Banken ächzen unter faulen Krediten von mehr als 200 Milliarden Euro, die sich während der dreijährigen Rezession in dem Land angehäuft haben.

Die Institute des Landes ächzten zuletzt unter faulen Krediten in Höhe von rund 200 Milliarden Euro. Die Aktienkurse vieler Institute waren seit Jahresbeginn stark eingebrochen. Das Wirtschaftswachstum in Italien schritt zuletzt im Vergleich zu anderen Euroländern nur langsam voran und lag 2015 bei gerade einmal 0,8 Prozent.

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