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11.06.2011

13:19 Uhr

Favoritin auf IWF-Chefsessel

Frau Lagarde und der geplante Regelbruch

Christine Lagarde gilt als heißeste Anwärterin auf den Chefposten des IWF. Vor gut sechs Monaten hat Frankreichs Finanzministerin jedoch zugegeben, eine Rechtsbrecherin zu sein. Davon will sie nun nichts mehr wissen.

Favoritin: Christina Lagarde. Quelle: Reuters

Favoritin: Christina Lagarde.

Paris/WashingtonIm Tauziehen um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn als Chef des internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Endrunde begonnen. Um Mitternacht (US-Zeit) lief die Bewerbungsfrist ab, damit gibt es ein Zweierrennen zwischen der französischen Finanzministerin Christine Lagarde und dem mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens.

Lagarde geht als Favoritin gegen Carstens in die Endrunde, die von Samstag an bis zum 30. Juni laufen soll. Bis dahin will der Verwaltungsrat seine Entscheidung über den künftigen Chef der Uno-Sonderorganisation getroffen haben. Viele meinen, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Doch es gibt auch Zweifel, die auf zwei Ursachen zurückzuführen sind.

Christine Lagarde ist Anwältin. Mit Gesetzen kennt sich Frankreichs Finanzministerin und Favoritin für den IWF-Spitzenjob also aus. Dennoch scheint sie ein lockeres Verhältnis zu Regelwerken zu haben. So gab Lagarde im vergangenen Dezember gegenüber dem „Wall Street Journal“ unumwunden zu, dass bei der Rettung Griechenlands die Euro-Zonen-Staaten ganz bewusst ihr eigenes Regelwerk missachtet hätten. „Wir verletzten alle Regeln, weil wir einig auftreten und wirklich die Euro-Zone retten wollten", sagte sie damals.

„Der Vertrag von Lissabon war eindeutig. Keine Rettungsaktionen“. Aber zu der „Übertretung“ des Lissabon-Vertrages habe es keine Alternative gegeben. Rund sechs Monate später steht Griechenland wieder vor dem finanziellen Abgrund. Und trotz ihrer bemerkenswerten Äußerungen scheint die Französin nach wie vor beste Chancen zu haben, die nächste Chefin des Internationalen Währungsfonds zu werden. Vermutlich lösten ihre Äußerungen im Dezember deshalb kein größeres Medienecho aus, weil sie in die Weihnachtszeit fielen.

Heute scheinen die Äußerungen vergessen. Und glaubt man Frankreichs Noch-Finanzministerin, dann glich ihre Werbetour für ihre Kandidatur einer Serie von Besuchen bei lieben Bekannten. In Indien zum Beispiel traf sie mit Finanzminister Pranab Mukherjee einen „Freund“, in China hatte sie mit dem dortigen Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan eine „einvernehmliche und tiefgehende“ Debatte.

Kommentare (12)

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11.06.2011, 14:33 Uhr

Das ist also die Frau, die den Chefposten des sehr wichtigen IWF übernehmen will! Ein Blick auf die Vita dieser Frau, z.B. auf Wikipedia, einem Verein also, der ohnehin von der Linken-68er-Bewegung in solchen Fragen dominiert wird , sagt schon alles! Solche Schwachmaten regieren die BRD und die EU und die „freie Welt“. Manchmal lobe ich totalitäre Regierungen, wie z.B. China! Dort funktioniert alles, bis auf die Meinungsfreiheit. Kann man mit der Meinungsfreiheit steigende Mieten bezahlen, oder steigende Lebenshaltungskosten? Ach ja, „freie Demokratien“ machen gerne lukrative Geschäfte mit China..

Zahlmeister

11.06.2011, 14:39 Uhr

Auf eine Verbrecherin oder einen Verbrecher mehr in dieser Clique kommt es nicht mehr an. Wir werden sie eines Tages alle zur Rechenschaft ziehen !!

Petra

11.06.2011, 15:06 Uhr

Ob man da den Bock zum Gärtner macht? Frankreichs Banken sind die am meisten in Griechenland investieren Banken Europas!

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