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20.03.2017

19:54 Uhr

FBI-Chef widerspricht Trump

„Es gab keine Abhöraktion im Wahlkampf 2016“

Welche Verbindungen hatte Trumps Wahlkampfteam zu Russland? In dieser Frage ermittelt die Bundespolizei. Das bestätigt FBI-Chef Comey vor dem US-Kongress – und bringt Trump mit weiteren Aussagen in Erklärungsnot.

FBI-Chef James Comey (l.) und Michael Rogers, der Chef des Geheimdiensts NSA, bei ihrer Kongressanhörung. AFP; Files; Francois Guillot

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FBI-Chef James Comey (l.) und Michael Rogers, der Chef des Geheimdiensts NSA, bei ihrer Kongressanhörung.

WashingtonDas FBI untersucht eine mögliche Beeinflussung des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 durch Russland und mögliche Verbindungen zum Wahlkampfteam Donald Trumps. Das bestätigte erstmals FBI-Chef James Comey am Montag in Washington in einer Kongressanhörung. Diese Ermittlungen seien Teil einer umfassenderen Untersuchung zu der russischen Beeinflussung der US-Wahl im November 2016, sagte Comey am Montag zu Beginn einer Kongressanhörung zum vermuteten Einfluss des Kreml auf die Wahl und möglichen Verbindungen zu Trumps Wahlkampfteam. Die Ermittlungen gingen auch der Frage nach, ob Straftaten begangen worden seien, sagte Comey.

Comey sagte außerdem, es habe im US-Wahlkampf 2016 keine Abhöraktion gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Trump gegeben. Auch das US-Justizministerium habe keine solchen Erkenntnisse. „Ich habe keine Informationen, die diese Tweets stützen“, sagte er zu Twitter-Nachrichten Trumps, in denen er Obama das Abhören seiner Telefone im Trump Tower vorgeworfen hatte. Ähnlich äußerte sich zuvor der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Devin Nunes.

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Mit einer aberwitzigen Anschuldigung gegen seinen Vorgänger Barack Obama hat der neue Präsident die US-Regierung in die Krise gestürzt. Am Montag dürfte das FBI ihn als Dummschwätzer überführen. Ein Kommentar.

Eine Abhöraktion im Trump Tower habe es nicht gegeben, sagte Nunes. Andere Überwachungsmaßnahmen gegen Trump und seine Vertrauten könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden, fügte der Republikaner hinzu. Zu den Kontakten zwischen dem Trump-Team und dem Kreml sagte er, der Geheimdienstausschuss habe bislang keine Beweise gefunden, dass Vertreter von Wahlkampfteams mit russischen Agenten zusammengearbeitet hätten. Dieser Frage werde jedoch weiter nachgegangen.

Das Weiße Haus nimmt die Abhörvorwürfe gegen Barack Obama nicht zurück. US-Präsident Donald Trumps Sprecher Sean Spicer sagte am Montag, die Aussage von FBI-Chef James Comey, er habe keine Erkenntnisse über ein solches Abhören, habe nichts an der Lage geändert. Es handle sich nur um eine erste Anhörung, und es sei noch ein weiter Weg zu gehen.

Spicer beschrieb Paul Manafort, dessen Name im Zusammenhang mit Ermittlungen oft fällt, als jemanden mit einer „sehr begrenzten Rolle“ in einer „sehr begrenzten Zeit“. Tatsächlich war Manafort der Wahlkampfchef Trumps. Ex-General Mike Flynn, den nach der Wahl gestürzten nationalen Sicherheitsberater der USA, beschrieb Spicer als „freiwilligen Mitarbeiter“.

Der ranghöchste Demokrat in dem Ausschuss, Adam Schiff, hatte zuvor seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass Comey den Fragen nach dem angeblichen Abhören des Trump Towers dauerhaft ein Ende bereiten werde. Die Demokraten im Geheimdienstausschuss würden sich teils darauf fokussieren, ob US-Bürger Russland beim Hackerangriff auf die Demokraten geholfen hätten.

Mike Rogers, Chef des Geheimdienstes NSA, sagte dem Ausschuss, die NSA stehe zu ihrem Bericht vom Januar. Demnach wollte Moskau die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, schwächen, aber nicht Trump in das Weiße Haus bringen.

Kommentare (1)

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Herr Ulrich Groeschel

20.03.2017, 19:32 Uhr

Der Präsident der USA ist der blamierte. Werden solche Vorwürfe wie die über die Abhöraktion nicht im Vorfeld von seinen Mitarbeitern geprüft?

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