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11.11.2014

03:06 Uhr

FBI-Statistik

Weniger Mord und Totschlag in den USA

Mord, Vergewaltigung, Körperverletzung: Diese Themen rotieren in den lokalen US-Fernsehnachrichten. Doch laut FBI-Statistik passieren Gewaltverbrechen in den USA immer seltener. Experten finden dafür keine Erklärung.

Ermittler am Schauplatz einer Schießerei in einem US-Einkaufszentrum: Die Zahl der Gewaltverbrechen in den USA hat abgenommen. ap

Ermittler am Schauplatz einer Schießerei in einem US-Einkaufszentrum: Die Zahl der Gewaltverbrechen in den USA hat abgenommen.

WashingtonIn den USA sind 2013 weniger Gewaltverbrechen verübt worden als im Jahr zuvor. Die Bundespolizei FBI teilte am Montag mit, die Zahl der Gewaltdelikte sei um 4,4 Prozent zurückgegangen.

2013 wurden den Angaben zufolge insgesamt rund 1,16 Millionen Gewaltverbrechen verübt. Die Zahl stützt sich auf die Statistiken von mehr als 18.000 Strafvollzugsbehörden landesweit.

Die auch im Internet veröffentlichte Statistik zeigt zudem eine gesunkene Rate bei Vergehen wie Mord, Vergewaltigung, Raub oder schwerer Körperverletzung über einen längeren Zeitraum. Während der FBI-Bericht 2012 noch 14.827 Morde gezählt hatte, sank deren Anzahl 2013 auf geschätzt 14.196 Morde. Ein Großteil davon (ca. 69 Prozent) wurde mit Schusswaffen begangen. Auch in den vergangenen fünf Jahren sei demnach ein Rückgang verzeichnet worden.

"Diese Minderung der Gewaltverbrechensrate führt einen historischen Trend fort", sagte der scheidende US-Justizminister Eric Holder am Montag. Durch unterschiedliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine wechselnde Anzahl von Polizisten im Einsatz, die mit dem jeweiligen Haushalt steigt und sinkt, hat sich der Abwärtstrend bei Gewaltverbrechen zu einem großen Teil seit Jahren gehalten.

Sowohl Regierungsbeamte als auch Sozialforscher versuchen schon lange, diesen Trend zu erklären. Holders Antwort: "Der Rückgang ist der unermüdlichen Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft im ganzen Land zu verdanken."

Auch weniger Festnahmen

Doch nicht nur die Gewaltverbrechen gehen in den USA zurück, sondern die Polizei zückt auch seltener die Handschellen. Mehr als 11 Millionen Mal hat die US-Polizei 2013 jemanden verhaftet - macht rund 1,2 Millionen Festnahmen weniger als 2012. Ganz oben auf der Liste der Gründe: Drogendelikte, Diebstahl und Autofahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Holder bezeichnete die rückläufige Tendenz in beiden Statistiken als „bemerkenswerten Erfolg“. Er räumte aber ein: "Gleichzeitig wissen wir, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um sicherzustellen, dass jede Gemeinde, jede Stadt in Amerika an der sichereren, besseren Zukunft teilhat, die wir aufbauen."

Kommentare (1)

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Frau Annette Bollmohr

11.11.2014, 12:45 Uhr

"Doch laut FBI-Statistik passieren Gewaltverbrechen in den USA immer seltener. Experten finden dafür keine Erklärung."

Könnte es evtl. daran liegen, dass Obamas' Wahl noch immer eine dämpfende Wirkung auf das (frustrationsbedingte) Aggressionspotential vieler Benachteiligter hat?
Weil die gemerkt haben, dass doch was geht?

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