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04.06.2013

07:00 Uhr

Fed-Chef

Bernanke macht sich locker

VonNils Rüdel

Erst schwänzt Ben Bernanke ein Notenbanker-Treffen, dann erklärt er sich für ersetzbar. Nun hält er auch noch witzige Reden. Der Chef der US-Notenbank Fed wirkt, als freue er sich auf einen ruhigeren Lebensabschnitt.

Ben Bernanke, US-Notenbankchef, gibt sich bei einer Veranstaltung an der Elite-Uni Princeton ungewohnt locker. ap

Ben Bernanke, US-Notenbankchef, gibt sich bei einer Veranstaltung an der Elite-Uni Princeton ungewohnt locker.

New YorkWenn Ben Bernanke zum Mikrofon greift, hören Börsenhändler und Journalisten besonders genau hin. Schließlich könnte sich irgendwo zwischen den Zeilen, in einer Randbemerkung vielleicht, ein Hinweis verstecken. Ein winziger Tipp, ob die US-Notenbank Fed ihre Politik des billigen Geldes ändern könnte. Ein Wort ihres Vorsitzenden Bernanke, und die Finanzmärkte drehen durch.

Das gilt auch für Bernankes eigene Zukunft. Der 59-Jährige – auch das freilich nur eine unbestätigte Annahme – gilt als zunehmend amtsmüde. Im Januar 2014 läuft seine zweite Amtszeit aus, und viele in Notenbank, Politik und an der Börse glauben: Der Fed-Chef hat nach bald acht turbulenten Jahren genug.

Bernanke selbst achtet peinlichst darauf, keine Hinweise über seine Pläne zu geben. Entsprechende Fragen blockt er stets ab. Am Sonntag aber, bei einer Rede vor Absolventen der Elite-Uni Princeton, wehrte er sich mit einem für die öffentliche Person Bernanke ungewohnten Mittel: Humor.

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Schweden

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Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

„Hi“, grüßte dort ein gut aufgelegter Notenbankchef von einer Kanzel herab die Studenten – und konterte gleich zu Beginn das heißeste Gerücht um seine Zukunft: Dass er demnächst in seinen alten Job zurückkehren will, als Wirtschaftsprofessor in Princeton. Den hatte er 2002 nach 17 Jahren aufgegeben, um in den Gouverneursrat der Fed einzuziehen.

„Ich habe kürzlich einen Brief geschrieben und mich nach dem Status meiner Freistellung von der Universität erkundigt“, sagte also Bernanke. „Der Brief, den ich zurückbekam, begann mit den Worten: ,Bedauerlicherweise erhält Princeton deutlich mehr qualifizierte Bewerbungen für Fakultäts-Stellen als wir unterbringen können.“

Kommentare (4)

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Justizius

04.06.2013, 09:52 Uhr

Natürlich verfügt Ben Bernanke (Hubschrauber Ben) über eine große Berufs- und Lebenserfahrung. Leider ist die Berufserfahrung eher durch Dozieren, also theoretische Ansätze gekennzeichnet. Die praktischen Konsequenzen seiner politischen Maßnahmen hingegen sind ihm nur sehr vage bewusst. Auch ordnet er die durch eine falsche Politik unter Clinton und Bush ausgelöste Immobilien- und später Finanz- und Schuldenkrise falsch ein. Eine geordnete Insolvenz schien es wohl nur bei Lehmann Brothers gegeben zu haben.

Ansonsten löscht Ben B. den durch die USA ausgelösten Weltenbrand (mit der Finanzwaffe zur Weltmacht!) mit dem verkehrten Mittel, nämlich Benzin statt Wasser.

Steinbrück hatte insofern recht: Wir werden die Zahnpasta (die Geldschwemme) nicht wieder in die Tube (Notenbank) zurück bekommen.

Insider

04.06.2013, 12:35 Uhr

Der Hintergrund dieses Abschiedes -
das Werk ist vollbracht. Die Welt ist genügend infiziert mit dem wertlosen Fiat-Money Dollar.
Eine demnächst erfolgende Anhebung der Zinsen lößt eh den weltweiten Chrash aus - geplanterweise !
Höchtwahrscheinlich wird dann sogar das FED Privatbanksterkartell aufgelößt. Es ist vollbracht.
Im Hintergrund brodelt es und in Amerika wartet die FEMA auf ihren Einsatz ....

Republikaner

31.07.2013, 20:44 Uhr

Nachdem er eine Atombombe unter die Finanzmärkte gelegt hat wird er amtsmüde - der Vollidiot hat einfach erkannt was er mit seiner Niedrigzinspolitik angerichtet hat. Draghi ist sein Spezi - auch er wird eines Tages zur Rechenschaft gezogen.

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