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10.01.2011

20:54 Uhr

Fed überweist Rekordbetrag

Geldsegen für Obamas Schulden-Haushalt

Die US-Notenbank wird dank hoher Gewinne mit Staatsanleihen den Rekordbetrag von 78,4 Milliarden Dollar an das Finanzministerium überweisen. Ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen im Volumen von 600 Milliarden Dollar wird die fed wohl nicht vorzeitig stoppen.

Die Fed überweist einmal im Jahr den Großteil ihres Gewinns an das Finanzministerium. ap

Die Fed überweist einmal im Jahr den Großteil ihres Gewinns an das Finanzministerium.

HB WASHINGTON. Insgesamt verbuchten die zwölf Notenbanken der Fed im vergangenen Jahr einen Gewinn von 80,9 Milliarden Dollar, wie aus am Montag veröffentlichten vorläufigen Daten der Fed hervorgeht. Vor einem Jahr hatte die US-Notenbank noch 31 Milliarden Dollar weniger an die Regierung überwiesen. „Der Anstieg ist in erster Linie auf einen höheren Gewinn mit Staatsanleihen zurückzuführen“, erklärte die Fed. Die endgültige Zahlen für 2010 sollen im Frühjahr veröffentlicht werden.

Die Fed überweist einmal im Jahr den Großteil ihres Gewinns an das Finanzministerium. Seit ihrem Bestehen hat sie noch nie einen Verlust verbucht. Wegen ihres milliardenschweren Programms zum Aufkauf von Staatsanleihen steht die Fed in der Kritik. In der vergangenen Woche machte Fed-Chef Ben Bernanke keine Anzeichen, das Programm zurückzufahren. Allerdings signalisierte er auch keine eine finanzielle Aufstockung des 600 Milliarden Dollar schweren Programms und auch keine Verlängerung über die bisher gesetzte Juni-Frist.

Er könne weder sagen, ob die Fed das Vorhaben frühzeitig beende noch ob sie es ausweite, sagte Narayana Kocherlakota, Präsident der Fed von Minneapolis, dem „Wall Street Journal“ vom Montag. Für ihn persönlich gebe es aber „sehr hohe“ Hürden für eine Zustimmung zu einem vorzeitigen Ende. Schließlich könne ein solcher Abbruch unerwünschte Nebenreaktionen etwa bei den Inflationserwartungen oder mit Blick auf den Dollar haben. Zudem hätte er dem 600-Milliarden-Programm wohl auch dann zugestimmt, wenn klar gewesen wäre, dass sich die Wirtschaft etwas besser als zum Zeitpunkt der Entscheidung vorhergesagt entwickele.

Kocherlakota ist 2011 stimmberechtigtes Mitglied bei den geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve. Im vor wenigen Tagen veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung von Mitte Dezember hatte es geheißen, die jüngsten Anzeichen für eine Festigung der Erholung reichten nicht aus, um das Programm zu reduzieren. Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen hatte zuletzt eine interne Studie zitiert, wonach der Ankauf einen Zuwachs von drei Millionen Jobs mit sich brächte, wenn er vollständig umgesetzt werde.

Kocherlakota sagte am Montag für 2011 ein US-Wachstum von 3,0 bis 3,5 Prozent und eine Inflation zwischen 1,5 und 2,0 Prozent voraus. Die Arbeitslosenquote werde wohl bis Ende 2011 auf neun Prozent zurückgehen, 2012 aber noch über acht Prozent verharren.

Nach Notenbankchef Bernanke hatte am Freitag auch das Fed-Boardmitglied Elizabeth Duke die Aussichten für die US-Wirtschaft etwas positiver beurteilt. Anhaltend höhere Ausgaben von Verbrauchern und Unternehmen sowie bessere Kreditkonditionen würden sich wechselseitig verstärken. Das werde die Erholung weiter antreiben und die hohe Arbeitslosenquote langfristig senken.

Bernanke hatte gesagt, es sei zunehmend zu beobachten, dass eine sich selbst tragende Konjunkturerholung Tritt fasse. Das reiche aber noch nicht für einen Umschwung am Arbeitsmarkt aus. Trotz anhaltender Probleme werde die Konjunkturbelebung 2011 aber wohl etwas stärker ausfallen als 2010. Im Dezember war die Arbeitslosenquote von 9,8 auf 9,4 Prozent gesunken.

Kommentare (1)

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Drei Affen

11.01.2011, 03:36 Uhr

Diese Spielchen rechte Tasche-linke Tasche mit den Staatsanleihen sind wirklich genial und das wird dann auch noch als Gewinn und Zeichen einer Konjunkturerholung angekündigt und an die Regierung für weitere investitionen ausgezahlt. ich mach mich echt nass - und wann wird dafür der Nobelpreis ausgelobt?

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