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18.04.2013

15:39 Uhr

Festnahme angeordnet

Ex-Diktator flieht aus Gerichtssaal

Ein pakistanisches Gericht hat die Festnahme des Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf angeordnet. Dieser marschierte jedoch mit seinen Leibwächtern durch die Reihen der Polizei und verschwand spurlos.

Pakistans Ex-Präsident Musharraf wurde trotz Gerichtsanordnung nicht festgenommen. Reuters

Pakistans Ex-Präsident Musharraf wurde trotz Gerichtsanordnung nicht festgenommen.

IslamabadDrei Wochen vor der Parlamentswahl in Pakistan hat ein Gericht in Islamabad die Festnahme des früheren Militärmachthabers Pervez Musharraf angeordnet. Der Ex-Armeechef floh nach dem Beschluss mit Hilfe seiner Leibwächter am Donnerstag aus dem Gerichtssaal in seine Residenz am Rande Islamabads, wie der private Sender Geo News berichtete. Die Personenschützer hätten die vor dem Saal wartenden Polizisten daran gehindert, Musharraf festzunehmen. Gegen den Ex-Militärmachthaber laufen drei Verfahren. Bislang ist er gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen.

Bei den drei Verfahren geht es um den tödlichen Anschlag auf Ex-Premierministerin Benazir Bhutto, die Tötung eines Stammesführers aus Baluchistan bei einer Armeeoperation und die Verhängung von Hausarrest gegen Richter während Musharrafs Amtszeit. In letzterem Fall habe das Gericht am Donnerstag in Islamabad abgelehnt, Musharraf länger gegen Kaution in Freiheit zu lassen und die Festnahme seines Mandanten angeordnet, sagte Anwalt Qamar Afzal der Nachrichtenagentur dpa. „Ich werde den Beschluss am Freitag vor dem Verfassungsgericht anfechten.“

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Musharraf nach dem Gerichtsbeschluss von seinen persönlichen Leibwächtern in eine geschützte Geländelimousine gebracht wurde, in der er das Gerichtsgelände verließ. Ihm folgten staatliche Sicherheitskräfte, die zu seinem Schutz abgestellt sind.

Mehrere Parteien - darunter die bislang regierende Volkspartei PPP und die Pakistanische Muslim-Liga (Nawaz/PML-N) des früheren Premierministers Nawaz Sharif - forderten, Musharraf sofort festzunehmen. Der damalige Armeechef Musharraf hatte Sharif bei seinem unblutigen Putsch 1999 gestürzt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf dem Militär vor, den Ex-Diktator zu schützen.

Neben den drei laufenden Verfahren droht Musharraf außerdem ein Strafverfahren wegen Landesverrats vor dem Verfassungsgericht. Musharraf war im März aus dem rund vierjährigen selbsterwählten Exil zurückgekehrt, um am 11. Mai bei der Parlamentswahl zu kandidieren. Wegen der laufenden Verfahren hatte ein Gericht in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar Musharraf am Dienstag von der Wahl ausgeschlossen. Seine Partei APML hatte angekündigt, der Ex-Präsident werde dagegen vor das Verfassungsgericht ziehen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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LangeArmeWerfenLangeSchatten

03.05.2013, 21:49 Uhr

Ein klitzekleiner Hinweis sei mir gestattet.

Pakistan best friends of the United States of America also the United States of America the friends of Pakistan.

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