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16.01.2015

16:28 Uhr

Festnahmen in Frankreich, Belgien und Berlin

Europa sagt Extremisten den Kampf an

Anti-Terror-Kampf in Europa: In Belgien, Deutschland und Frankreich wurden Verdächtige festgenommen. Am Montag wollen die EU-Außenminister Montag beraten, wie junge Muslime vom Dschihad abgehalten werden können.

Beim Großeinsatz der Berliner Polizei gegen fünf Türken einer mutmaßlich islamistischen Zelle wurden zwei Personen festgenommen. ap

Beim Großeinsatz der Berliner Polizei gegen fünf Türken einer mutmaßlich islamistischen Zelle wurden zwei Personen festgenommen.

Berlin/Brüssel/ParisGut eine Woche nach den Anschlägen von Paris gehen die Sicherheitsbehörden mehrerer europäischer Staaten gegen islamistische Zellen vor. Die belgische Polizei nahm am Freitag bei zwölf Anti-Terror-Einsätzen im ganzen Land 13 mutmaßliche Extremisten fest. In Berlin gingen 250 Polizisten gegen eine mutmaßlich islamistische Zelle vor und nahm zwei Personen fest. In Frankreich wurden nach den Anschlägen auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt zwölf Personen verhaftet. Sie stünden in Verdacht, die Attentäter logistisch unterstützt zu haben. Die EU-Außenminister wollen am Montag beraten, wie junge Muslime aus Europa von der Ausreise in den Dschihad nach Syrien oder den Irak abgehalten werden können.

Ein Sprecher der belgischen Bundesanwaltschaft sagte, es gebe keinen erkennbaren Zusammenhang zu den Anschlägen von Paris. Am Vorabend waren bei einem Einsatz in Verviers zwei mutmaßliche Islamisten erschossen worden. Ein dritter wurde in der Kleinstadt rund 25 Kilometer von Aachen entfernt verhaftet. Die Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg sollen Anschläge im großen Stil geplant haben, etwa auf Polizeistationen. Auch hätten sie vorgehabt, Polizisten zu erschießen. Neben Kalaschnikow-Sturmgewehren fanden die Beamten Polizei-Uniformen. Die Toten waren am Nachmittag noch nicht identifiziert.

Weitere Razzien gab es unter anderem im Großraum Brüssel. Auf Bitten der belgischen Polizei wurden zwei weitere Personen in Frankreich festgenommen. Einige der Verdächtigen sollen erst kürzlich aus Syrien zurückgekehrt sein.

Belgien und der Islamismus

Anschlag auf Jüdisches Museum

Am 24. Mai 2014 erschießt der Islamist Mehdi Nemmouche bei einem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel vier Menschen. Der Täter ist Franzose. Er wird später im südfranzösischen Marseille verhaftet und nach Belgien ausgeliefert. Nemmouche ist bislang nicht verurteilt.

Belgische Kämpfer in Syrien

Aus keinem EU-Land sind hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung so viele Kämpfer in den syrischen Bürgerkrieg gezogen wie aus Belgien. Das berichtete das britische Magazin „The Economist“ im Vorjahr. Nach einer aktuellen Auflistung des Thinktanks Brookings reisten bislang bis zu 650 Kämpfer aus Belgien in das Konfliktland.

Syrien-Rückkehrer in Verviers

In der Stadt Verviers sollen nach Angaben des belgischen TV-Senders RTL-Info bis zu zehn Syrien-Rückkehrer gelebt haben. Verviers hat etwa 50.000 Einwohner und liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Aachen.

Paris-Attentäter mit Kontakt nach Belgien

Einer der Attentäter, die das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo in Paris im Januar 2015 angriffen, hatte Verbindungen nach Belgien. Ein Mann aus dem südbelgischen Charleroi hatte in den vergangenen Monaten mit Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt. Die Polizei habe entsprechende Dokumente bei dem Verdächtigen gefunden, berichteten belgische Medien. Coulibaly hatte am Freitag in einem koscheren Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Menschen erschossen. Er selbst wurde anschließend von der Polizei getötet. Auch einige der Terroristen der Pariser Attentate vom November 2015 kamen ursprünglich aus Belgien.

Die Brüsseler Regierung hob die Terrorwarnstufe auf den zweithöchsten Rang an. Ministerpräsident Charles Michel sagte, es bestehe zwar keine spezifische Bedrohung. Allerdings sei größere Vorsicht nützlich. Auch das Auswärtige Amt in Berlin rief Deutsche bei Reisen nach Belgien zu erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit auf. Einige jüdische Schulen in Belgien und den Niederlanden blieben geschlossen. Bei einem Anschlag im Mai vergangenen Jahres auf das jüdische Museum in Brüssel waren vier Menschen getötet worden.

Beim Großeinsatz der Berliner Polizei gegen fünf Türken einer mutmaßlich islamistischen Zelle wurden zwei Personen festgenommen. Sie sollen Kämpfer für den Dschihad in Syrien angeworben sowie logistisch und finanziell unterstützt haben.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

16.01.2015, 17:33 Uhr

Anti-Terror-Kampf in Europa: In Belgien, Deutschland und Frankreich wurden Verdächtige festgenommen. Am Montag wollen die EU-Außenminister Montag beraten, wie junge Muslime vom Dschihad abgehalten werden können.

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Liebe EU...

EUROPA BRAUCHT EINE ERWEITERUNG VON...

EINE EU-ANTI-TERROR-POLIZEI !

Mehr Fachkräfte bei den Polizeien in Europa einstellen

und entsprechend ausbilden.


Aber dieses kostet Geld...

und da spart die EU wieder einmal an der falsche Stelle !!!

Herr Dr. Michael Klein

16.01.2015, 17:38 Uhr

Droht jetzt der Überwachungsterror durch die Staatsmafia?

In seiner Analyse "10 Strategien der Manipulation" zeigt der französische Autor Sylvain Timst auf satirische Weise, wie eine Gesellschaft manipuliert werden kann, ohne dass eine kritische Masse an Menschen in dieser Gesellschaft dies realisiert.

In einer Zeit in der viele Bürger von der "plötzlich" anwachsenden Brisanz politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen überrascht sind, ist es besonders wertvoll, Timsits Einsichten zu verinnerlichen.

S. Timsit zeigt auf, wie das System beeinflusst wird und welche Informationen wir für relevant halten. Da Information immer zu Wahrnehmung führt und Wahrnehmung die Grundlage jeden Handelns ist.

Erzeuge Probleme und liefere die Lösung.

Diese Methode wird die "Problem-Reaktion-Lösung" genannt.
Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten.

Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert.

Die wahren Hintergründe dieses Mordanschlags müssen ermittelt werden!
Es ist auffällig, dass jetzt schon wieder – wie auch am 11.September 2011 – angeblich ein Pass im Auto "gefunden" wurde, der auf die "richtige" Spur von Al-Qaida-Kämpfern führte.

Kann man das glauben?

Handelt es sich um ein Anschlag unter falscher Flagge?

Wer steckt wirklich hinter dem Anschlag?

Will man mit solchen Mordanschlägen nur die Gesellschaft spalten und die Freiheitsrechte abschaffen?

Wer mehr über Terror im Namen des Staates erfahren möchte, sollte Bücher des ehemaligen Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Andreas von Bülow lesen.

Herr Dr. Michael Klein

16.01.2015, 17:39 Uhr

Zwei "islamistische" Brüder verüben angeblich einen Anschlag, fliehen im Auto, liefern sich eine Schießerei mit der Polizei.

Die Lügenmedien haben ihr Urteil schon gefällt: Die beiden flüchtigen Brüder Sharif, 32, und Said, 34, Kouachi seien "Massenmörder", hieß es am 9.01. in einem Bericht von N24.

Am 7.01. sollen die beiden die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo überfallen und dabei 12 Menschen erschossen haben.

Doch wer da wirklich fliehte und warum, ist überhaupt nicht sicher!

Vom Tatort in der Charlie-Hebdo-Redaktion gibt es keine forensischen Informationen!

Über den gesamten Ort des Geschehens herrscht Stillschweigen: Keine Erkenntnisse, keine Obduktionsberichte der Opfer - nichts!

Über die Tatortarbeit und Spurensicherung dringt nichts nach außen.

Findet sie überhaupt statt?

Wird ein Prozess stattfinden?

Darf man solche Fragen im neuen Mittelalter nach dem 11.9. überhaupt stellen, oder liefert man sich damit ebenfalls dem Lynchmob aus Lügenmedien und Staatsmafia aus?

Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren" (tagesschau.de, 9.1.2015).

Mit anderen Worten geht es um die Todesstrafe ohne Urteil!

Das beweist, dass die "Sicherheitsbehörden" genau das tun, was sie anderen vorwerfen.

Die einzige Verbindung zwischen dem Anschlag und den beiden Brüdern scheint auch Tage nach der Tat lediglich der Ausweis zu sein, der in einem Fluchtauto angeblich "vergessen" wurde.

Die Toten dürfen ohne Urteil als schuldig gelten. Im Fall der angeblichen Charlie-Hebdo-Killer ist die Sache sogar noch einfacher. Denn auch Angehörige, die sich beschweren könnten, gibt es in diesem Fall nicht. Jedenfalls keine Eltern: Vater und Mutter von Said und Sharif Kouachi sind schon lange tot, die beiden wuchsen in Kinderheimen auf.

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