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22.11.2016

07:47 Uhr

Festnahmen

Türkei entlässt weitere 15.000 aus Staatsdienst

Als Reaktion auf den Umsturzversuch wurden abermals in der Türkei tausende Beamte, Soldaten und Polizisten entlassen. Nach dem Putschversuch wurden bereits Hunderttausende entlassen und tausende festgenommen.

Die Türkei entlässt 15.000 weitere Beamte, Soldaten und Polizisten nach dem Putschversuch. dpa

Festnahmen nach Putschversuch

Die Türkei entlässt 15.000 weitere Beamte, Soldaten und Polizisten nach dem Putschversuch.

AnkaraAls Reaktion auf den Putschversuch sind in der Türkei etwa 15.000 weitere Beamte, Soldaten und Polizisten entlassen worden. In einem offiziellen Dekret am Dienstag wurde zudem die Schließung von 500 Instituten, Wohltätigkeitseinrichtungen und Medien erlassen.

Das Vorgehen stehe in Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem gescheiterten Militärputsch am 15. Juli, heißt es in dem Erlass.

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Nach dem Umsturzversuch sind bislang mehr als 110.000 Staatsbedienstete entlassen worden, mehrere tausend wurden festgenommen. Ihnen werden Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen zur Last gelegt. Die türkische Führung beschuldigt ihn, Drahtzieher des versuchten Putsches zu sein. Der in den USA lebende Gülen hat dies zurückgewiesen.

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Seit dem Putschversuch in der Türkei wurden zahlreiche Oppositionelle und Journalisten verhaftet. Die Verhaftungswellen wurden vor allem von westlicher Seite kritisiert. Der Nato-Generalsekretär sieht das anders.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

22.11.2016, 08:43 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
Danke

Herr Torsten Steinberg

22.11.2016, 09:16 Uhr

Klar - der Putschversuch ist niedergeschlagen, schon vor Monaten. Klar auch und ebenso legitim, dass man im Nachgang versucht, der Hintermänner habhaft zu werden, die im kurzen Verlauf des Putsches nicht in Erscheinung getreten sind. Ebenso klar aber sollte es jedem sein, dass die aus einer paranoiden Angst vor einem weiteren Putsch stattfindenden Säuberungswellen die Ausschaltung jeglicher, auch jeder demokratischer Opposition zum Ziel haben und das selbst um den Preis, dass die Funktionsfähigkeit staatlicher Organe und anderer demokratischer Einrichtungen, wie auch der Presse, paralysiert wird dadurch, dass jeder unter Terrorverdacht gestellt wird und täglich mit Verhaftung oder zumindest Entlassung rechnen muss, der sich keinen "Heil Erdogan"-Sticker ans Revers geheftet hat.

Es ist mehr als traurig, dass Stoltenberg als Oberbefehlshaber der NATO an diesem Vorgehen nichts auszusetzen hat. Doch bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als ein so dummes Statement abzugeben, weil sonst ein Verfahren zur Suspendierung der türkischen Mitgliedschaft in der NATO eingeleitet werden müsste. Aus geostrategischen Erwägungen kann man sich das nicht leisten, wobei die paar Streitkräfte, die von der Türkei aus in einem ohnehin schon verloren gegebenen Krieg in Syrien agieren, die geringste Rolle spielen. Durch Trump und die Türkei erodiert die NATO in Windeseile von zwei Seiten gleichzeitig. Man muss sich darüber Sorgen machen, aber Stoltenberg Antwort ist kein Konzept.

Herr Torsten Steinberg

22.11.2016, 09:42 Uhr

In Bezug auf die Türkei liegt das Schlüsselproblem darin, dass viele Jahre hindurch, als eine andere Perspektive wirklich bestand, die EU die Türkei am ausgestreckten Arm hat verhungern lassen. Jetzt hat die EU sowieso an Attraktivität gewaltig eingebüßt. Grund A, weil sie in der Euro-Krise, siehe Griechenland, bis heute jede Solidarität vermissen lässt und das Wohl der Bürger hinter das der Banken und das Wohl der jeweils eigenen Nation hinter das der Gemeinschaft stellt. Grund B, weil der rechte, nationale Widerstand in vielen Ländern der EU von außerhalb nicht als ein Heilmittel in der Krise, sondern als ein Brandbeschleuniger und gefährlicher Spaltpilz wahrgenommen wird. Warum sollte die Türkei Wert darauf legen, Mitglied in einer Gemeinschaft zu werden, die ein derart chaotisches Bild abgibt und zum einen gegen den Zersetzungsprozess kein Heilmittel zu finden scheint und zu anderen unter Beweis gestellt hat, dass im Ernstfall mit Solidarität schwerlich zu rechnen ist? Zum dritten ist es doch ein offenes Geheimnis, dass die Widerstände in der EU gegen eine Aufnahme der Türkei unter den gegebenen Umständen größer sind denn je und ein Beitritt der Türkei völlig irreal ist. Dass trotzdem vorgegeben wird, beide Seiten wären an einer Fortsetzung der Gespräche interessiert, hat andere Gründe, die in ihrer Komplexität hier darzulegen, der Platz nicht ausreicht.

Trotzdem frage ich mich, was für einen besseren Weg als den verdammten Flüchtlingsdeal es geben könnte, um dafür zu sorgen, dass die Türkei hier abgewiesene Flüchtlinge aufnimmt. Wer die Kanzlerin einerseits für zu viele Flüchtlinge in Deutschland in die Verantwortung nimmt und sie anderseits für den Deal mit der Türkei schmäht, der soll endlich mal konstruktiv eine wählbare Alternative vorschlagen.



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