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18.01.2009

10:57 Uhr

Feuergefechte

Brüchige Waffenruhe im Gazastreifen

Feuergefechte, Raketenbeschuss und ein erneuter Luftangriff – auch nach einer einseitig von Israel verkündeten Waffenruhe gehen die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern im Gazastreifen weiter.

Israels Truppen sollen vorerst im Gazastreifen bleiben. Foto: rtr Reuters

Israels Truppen sollen vorerst im Gazastreifen bleiben. Foto: rtr

HB TEL AVIV/GAZA. Auch nach einer einseitig von Israel verkündeten Waffenruhe im Gazastreifen geht die Gewalt weiter. In der israelischen Grenzstadt Sderot schlugen am Sonntag erneut sechs aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen ein, wie ein israelischer Polizeisprecher mitteilte. Es habe keine Verletzten gegeben, lediglich ein Hühnerstall sei beschädigt worden. Als Reaktion auf den Angriff attackierten israelische Kampfflugzeuge Abschussreinrichtungen im Gazastreifen.

Zuvor war es im Norden des Gazastreifens sowie in der Stadt Gaza zu Feuerwechseln zwischen bewaffneten Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen, wie Augenzeugen berichteten. Die von Israel verkündete Waffenruhe war um 2.00 Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) in Kraft getreten.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte am Vorabend in Tel Aviv erklärt, Israel habe nach einer dreiwöchigen Offensive seine Kriegsziele mehr als erreicht. Israels Truppen sollten jedoch vorerst im Gazastreifen bleiben, um zu gewährleisten, dass die radikal-islamische Hamas keine weiteren Raketen auf Israel abfeuert. Die Hamas fordert jedoch einen vollständigen Abzug Israels aus dem Gazastreifen und eine Aufhebung der Blockade.

Die Hamas erklärte am Sonntagmorgen in einem Flugblatt den Sieg über die israelischen Truppen. Man gratuliere dem palästinensischen Volk und dem bewaffneten Widerstand, die „dem Feind schwere Verluste zugefügt und ihn zum einseitigen Rückzug gezwungen“ hätten. Bei

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak, der in dem Konflikt vermittelt, lud unterdessen für den Sonntag zu einem internationalen Nahost-Gipfel nach Scharm el Scheich ein. An dem Gipfel nimmt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy übernimmt nach Angaben seines Büros vom Samstag gemeinsam mit Mubarak den Vorsitz bei dem Krisengipfel am Roten Meer. Sarkozy werde sich im Anschluss nach Israel begeben, wo er Ministerpräsident Olmert treffen werde, erklärte sein Büro am Samstag. Auch Merkel will nach Angaben der Bundesregierung am Sonntagnachmittag nach Israel weiterfliegen.

Zu dem Krisengipfel wurden außerdem Vertreter aus Italien, Großbritannien, Spanien, der Türkei sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas eingeladen. Ägypten bemüht sich seit Tagen um die Vermittlung einer Waffenruhe in dem Konflikt. Deutschland, Großbritannien und Frankreich sicherten ihre Unterstützung für einen dauerhaften Waffenstillstand zu. Dies erklärten Merkel, Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown in gleichlautenden, gemeinsamen Briefen an den israelischen Ministerpräsidenten Olmert.

Bei der dreiwöchigen israelischen Luft- und Bodenoffensive sind nach palästinensischen und UN-Angaben mehr als 1 100 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben.

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