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04.12.2014

17:48 Uhr

Feuerpause ab 9. Dezember

Weihnachtsfrieden an der ukrainischen Front

Die ukrainische Armee will am 9. Dezember mit einer Feuerpause beginnen. Bisherige Bemühungen um eine Waffenruhe waren jedoch gescheitert. Von 30.000 Kämpfern in der Ostukraine sollen bis zu 10.000 Russen sein.

Prorussische Kämpfer in ihrem Lager in Donezk. dpa

Prorussische Kämpfer in ihrem Lager in Donezk.

Die Führung der Ukraine hat für den 9. Dezember einen Stopp der Kampfhandlungen ihrer Streitkräfte im umkämpften Osten des Landes angekündigt. Ein „Tag der Stille“ soll ein neuer Anlauf für eine Feuerpause sein. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Präsidentschaft in Kiew hervor.

Bisherige Bemühungen um eine Waffenruhe in der seit Monaten zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Separatisten umkämpften Region waren gescheitert. Doch dieses Mal teilten auch die Aufständischen in Donezk mit, dass sie bereit seien, die Waffenruhe einzuhalten. Verteidigungsminister Stepan Poltorak sagte in Kiew, Hauptsache sei, dass Frieden herrsche.

Die ukrainische Armee kämpft in der Ostukraine nach eigenen Angaben gegen mehr als 30.000 prorussische Kämpfer, von denen bis zu 10.000 aus Russland stammen. Im Donbass gebe es aktuell 32.400 Kämpfer, „von denen 6000 bis 10.000 russische Soldaten sind“, sagte Armeesprecher Olexander Rosmasnin laut der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine am Donnerstag. Alle anderen Kämpfer seien „Söldner und Angehörige sogenannter illegaler paramilitärischer Gruppen“.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Die ukrainische Armee hat nach Angaben des Sprechers bereits Söldner aus Israel, Serbien, Spanien, Italien und Brasilien gefangengenommen.

Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Moskau bestreitet jede militärische Beteiligung. Trotz einer im September vereinbarten Waffenruhe gibt es in der Region fast täglich Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten.

Wie die ukrainische Armee am Donnerstag mitteilte, wurden binnen 24 Stunden mehr als 70 Angriffe der Rebellen verzeichnet, unter anderem in Lugansk und am Flughafen von Donezk. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit Mitte April mehr als 4300 Menschen getötet.

Kommentare (5)

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Herr Thomas Ungläubig

04.12.2014, 17:25 Uhr

»Die ukrainische Armee hat nach Angaben des Sprechers bereits Söldner aus Israel, Serbien, Spanien, Italien und Brasilien gefangen genommen«.
Söldner aus Israel? Ich dachte das sind die Guten«. Auf der anderen Seite sollte man mal die Zahl der Blackwater-Orks veröffentlichen. Aber vermutlich hält man sie für einen evtl. Gefangenenaustausch geheim.

Herr Peter Spiegel

04.12.2014, 18:25 Uhr

"Von 30.000 Kämpfern in Ostukraine sollen bis zu 10.000 Russen sein."
Man sollte es nicht glauben, die Russen leben dort aber nach Meinung von Murksel beschließen die ihre Städte selbst.

Herr Hans Maiser

04.12.2014, 19:03 Uhr

"Die Guten"
Da die westlichen Gesellschaften sehr Vielschichtig sind sind auch Söldner aus Israel möglich. Genauso wie es Deutsche IS Kämpfer gibt. Palästinensische Mossad Agenten und Russische Putingegner.
Das es in Deutschland bis vor kurzem immer eine sehr enge Beziehung zwischen den Führern und seinem Volk gab - ja richtig gelesen seinem Volk, denn ob der Kaiser oder "der Führer" alle haben das deutsche Volk als Ihr Eigentum angesehen - wird sich diese Erkenntnis wohl noch durchsetzten müssen.
Im Grunde verhält es sich wie mit Putin und den Russen. Da meutert keiner und danach sehenen sich wohl viele Deutsche immernoch. Vielleicht sollte man aber mal einen Gedanken daran aufwenden was passiert wenn wir auch einen Putin bekommen und diejenigen die das wollen aus irgendeinem Grund auf der falschen seite stehen. Sozusagen bei einer Supermerkel die unsere Häuser dann zwangsdämmt und Antidämmpropaganda unter Strafe stellt. So wie wenn leute z.B. öffentlich davon berichten, dass es durch die Dämmung bei ihnen schimmelt. So wie die Homopropaganda. nur so als Beispiel.

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