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28.05.2015

18:30 Uhr

Fifa-Skandal

Der lange Arm der US-Justiz

Amerikaner gelten in Sachen Korruption als ausgesprochene Saubermänner. Dass sie jetzt im Fifa-Sumpf beherzt zugreifen, hat aber auch einen anderen Grund: Niemand sonst wollte handeln – der „Weltpolizist“ musste ran.

Verglich die Fifa-Offiziellen mit der Organisierten Kriminalität in Rom oder Sizilien: US-Justizministerin Loretta Lynch. ap

Mafia-Vergleiche

Verglich die Fifa-Offiziellen mit der Organisierten Kriminalität in Rom oder Sizilien: US-Justizministerin Loretta Lynch.

Washington„Soccer“ gilt im Land von Football, Baseball und Basketball immer noch als eine Art Mädchensport – doch nun rütteln ausgerechnet die Amerikaner mit ihren Enthüllungen an den Grundfesten des Fußball-Weltverbands Fifa. Im Internet sorgt das für reichlich Spott und Häme. Tenor: Die USA können zwar keine Weltmeisterschaft gewinnen, aber in brisanten Ermittlungen sind sie Champions.

Selten kommt das Bild des amerikanischen „Weltpolizisten“ und Saubermanns in Sachen Korruption so deutlich zutage wie bei den Festnahmen hoher Fifa-Funktionäre in einem Züricher Nobelhotel. Doch wie kann der Arm der US-Justiz über den Atlantik reichen? Überschreitet Uncle Sam seine rechtlichen Grenzen, wie das russische Außenministerium in einer aufgebrachten Mitteilung feststellt? Maßen sich die USA nicht etwas viel an?

Juristisch gesehen braucht es einen kleinen Trick, eine Art Anker, um ausländische Bürger im Ausland an den Kragen zu können. Etwa: Ein Teil der Straftat muss innerhalb der US-Gerichtsbarkeit begangen worden sein, erklärt Jura-Professorin Jessica Tillipman von der George Washington University Law School. Das kann etwa ein Telefonat mit jemandem in den USA sein, ein Besuch in den Vereinigten Staaten oder eine E-Mail, die über einen Server innerhalb der USA geleitet wird, sagt sie der „Washington Post“.

Manchmal reicht schon ein Flug zum New Yorker Flughafen John F. Kennedy International, da dieser in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft in Stadtteil Brooklyn fällt. Es müsse nur einen „Berührungspunkt“ geben, so Tillipman.

Kommentare (22)

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Herr mathias müller

28.05.2015, 19:16 Uhr

US-Polizisten als "Weltpolizisten" ????????

Na die geben gerade ein ausgezeichnetes Bild ab !!
- Bürgern in den Rücken schiessen u.a.

Für sich selbst beanspruchen Sie "Immuntät" aus gutem Grund

Herr Niko Bergmann

29.05.2015, 09:38 Uhr

Amerikaner gelten in Sachen Korruption als ausgesprochene Saubermänner.

Aberglauben und Realität - da liegen Welten dazwischen.

Siehe z.B. Berichte über Steuerbetrug und amerikanische staatliche Unterstützung für Ausländer die
Schwarz-, Drogen- u.a. Gelder in die USA bringen.
Delaware ist da wohl führend.

USA der kriminellste Staat der Welt – mit Mafia an der Regierung.

„Weltpolizist“ – ein schlechter Witz.

Welt-Terror durch USA, Israel, Goldman Sachs & Co.

Herr Walter Gerhartz

29.05.2015, 10:47 Uhr

Korruption und kaufen von Funktionären war bei der FIFA immer schon ein Thema und sollte auch bestraft werden.

Aber wer bestraft die Korruption in der Politik….die von den USA gekauften Politiker, die im Auftrag der USA hier in Europa Sanktionen gegen Russland veranlasst haben ??

Es gibt also mindestens 2 Qualitäten von Korruption:

1) Die normale Korruption irgendwelcher Staaten….ist natürlich strafbar !!!

2) die Korruption der USA…ist natürlich NICHT strafbar !?!?

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