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04.07.2014

10:56 Uhr

Finanzen

Athen will abermals Staatsanleihen verkaufen

Griechenland plant knapp drei Monate nach der erfolgreichen Platzierung einer fünfjährigen Staatsanleihe den nächsten Marktgang. Zudem erwartet Griechenland die Genehmigung der nächsten Kredittranche.

Touristen 2012 in Griechenland: Kehrt bald wieder der Normalzustand in Griechenland ein? Zumindest finanziell geht es dem Land langsam besser. dpa

Touristen 2012 in Griechenland: Kehrt bald wieder der Normalzustand in Griechenland ein? Zumindest finanziell geht es dem Land langsam besser.

AthenFast drei Monate nach der erfolgreichen Platzierung einer fünfjährigen Staatsanleihe im Volumen von drei Milliarden Euro plant Athen kommende Woche einen neuen Marktgang. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen. Es sollen Papiere im Umfang von etwa drei Milliarden Euro platziert werden. Die Laufzeit soll demnach mindestens fünf Jahre sein, hieß es. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Athen war es im April - vier Jahre nach dem finanziellen Kollaps - erstmals wieder gelungen, Kapital bei privaten Investoren zu beschaffen. Der Zinssatz betrug damals 4,75 Prozent.

So arbeitet die Troika

Regelmäßige Überprüfung

Die Troika ist eine Gruppe von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit dem Start des ersten Griechenland-Rettungspakets im Frühjahr 2010 überprüft sie alle drei Monate, ob Athen die Spar- und Reformauflagen erfüllt. Die einzelnen Tranchen der Notkredite geben die Eurozone und der IWF nur frei, wenn ihre Fachleute den griechischen Behörden vorher ein ausreichendes Zeugnis ausstellen und die Schuldentragfähigkeit als gesichert beurteilen.

Enge Zusammenarbeit

Die Experten arbeiten mit der Regierung in Athen beim Erstellen der Sparziele zusammen und geben auch Ratschläge zu ihrer Umsetzung.

Kein Geld ohne Zustimmung

Das Troika-Zeugnis ist für Griechenland von existenzieller Bedeutung.

Die Taskforce

Die Troika ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Taskforce. Diese Arbeitsgruppe der EU war im Sommer 2011 parallel zur Troika eingesetzt worden, um die griechische Konjunktur wiederzubeleben. Sie steht unter der Leitung des Deutschen Horst Reichenbach und soll bei der Umsetzung von Strukturreformen helfen, die die Troika Griechenland verschrieben hat.

Die griechische Finanzpresse hatte berichtet, der neue Marktgang solle unmittelbar nach der kommenden Sitzung der Eurogruppe am Montag stattfinden. Es wird damit gerechnet, dass die Eurogruppe eine weitere Kredittranche in Höhe von einer Milliarde Euro freigeben wird. Am 9. Juli werden die Kontrolleure der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds in Athen zu einer Zwischenkontrolle des Werdegangs der Reformen erwartet.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Thomas Behrends

04.07.2014, 12:40 Uhr

Jeder weiß, dass Griechenland seine Schulden (Kapitaldienst = Tilgung + Zinsen) nie wieder begleichen wird.

Es geht also im Kern nur um Macht!

... und 3 mal dürfen Sie raten, wer da Interesse am Abbau von Staatsmacht (Souveränität) hat ...

Herr Salvatore Bonpensiero

04.07.2014, 12:54 Uhr

>>Auch beim Schuldenabbau sieht der griechische Premier Fortschritte. Griechenland werde, wie mit den Gläubigern vereinbart, seine Schuldenquote von aktuell 175 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung bis 2022 unter 110 Prozent drücken – „vorausgesetzt, dass sich alle Beteiligten an ihre Verpflichtungen halten“.<< (Auszug aus Artikel "Athen will kein drittes Hilfspaket)

Beispiel - Wie man Staatsschulden-Quote senkt:
Staatsverschuldung = 100% der Wirtschaftsleistung
Realwachstum = 2%
Haushaltsdefizit = 6%
Inflationsrate = 8%

Das "Wirtschaftswachstum" steigt um sagenhafte 10% (Realwachstum 2% + Inflation 8%), der Schuldenberg wächst aber nur um 6% (das übliche Haushaltsdefizit). Bedeutet: der Schuldenberg wächst LANGSAMER und nimmt prozentual gemessen an der Wirtschaftsleistung ab...

Genaus so ist's geplant und genau so wird es kommen. Durch einen Vermögenstransfer vom Sparer zum Schuldner per Inflation.

Von "Schuldenabbau" kann also keine Rede sein. Die Aussagen der Europolitiker, aller Europolitiker, sind Lügen, Vertuschung, Täuschung und werden den großen Knall nur herausschieben. Der wird dann unweigerlich alle Vermögen in Europa pulverisieren...

PS: Wer sich ernsthaft informieren will: verständliche und bezahlbare Buchtitel (bis 19.90EUR) zum Thema gibts von Flossbach, Sinn, Henkel...

Herr Salvatore Bonpensiero

04.07.2014, 13:15 Uhr

Nachsatz:

Der "Vermögenstransfer" vom Sparer zum Schuldner durch Inflation lässt sich zunächst verbergen, in dem man die Zinsen gen Null bringt (wie geschehen) und die Inflation dann bei "soliden" 2% ansiedelt.

Man sieht also: die gesteuerte Inflation ist ein hervorragendes Instrument (ein politisches Instrument!) zur Vermögens-Übertragung, zur Vermögens-Umverteilung, zur schrittweisen Enteignung von Vermögen und Eigentum. Deshalb verwundert es auch überhaupt nicht, wenn z.B. Sozialdemokraten, Linke und Gründe diesen "verschleierten" Prozess gutheißen, verharmlosen und beschönigen...

Hoffentlich hauen wir heute abend die Franzosen weg. Sowohl die Politik, als auch das Volk, zeigen offen, dass sie sich von der politischen und ökologischen Zielsetzung des Euro schon lange verabschiedet haben und den Euro nur noch als Umverteilungs-Instrument sehen: ein Instrument mehr für Stabilität und Wachstum in einem gemeinsamen Binnenmarkt, um Europa auch machtpolitisch in Zukunft zu stärken, sondern als reines Schmarotzer-Instrument, was Europa finanziell ruiniert und auf Dauer schwächt. Damit wird klar, wer die eigentlichen Verräter der "europäischen Idee" sind...

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