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04.04.2013

17:39 Uhr

Finanzhilfen

Ägypten erwartet Einigung über IWF-Kredit

Das krisengebeutelte Ägypten hofft auf eine schnelle Einigung über einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds. Eine Absichtserklärung soll dem IWF-Vorstand vorgelegt werden. Verhandelt wird seit Mittwoch.

Ministerpräsident Hischam Kandil sagte der unabhängigen ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“, dass zunächst eine Absichtserklärung auf Expertenebene unterzeichnet werden solle. Diese werde dann dem IWF-Vorstand vorgelegt. Reuters

Ministerpräsident Hischam Kandil sagte der unabhängigen ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“, dass zunächst eine Absichtserklärung auf Expertenebene unterzeichnet werden solle. Diese werde dann dem IWF-Vorstand vorgelegt.

Istanbul/KairoÄgyptens Regierung rechnet mit einer baldigen Einigung über einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das krisengebeutelte Land. Ministerpräsident Hischam Kandil sagte der unabhängigen ägyptischen Zeitung „Al-Shorouk“ (Donnerstag), dass zunächst eine Absichtserklärung auf Expertenebene unterzeichnet werden solle. Diese werde dann dem IWF-Vorstand vorgelegt. „So Gott will, werden wir dann eine Einigung erreichen.“

Mit internationalen Finanzhilfen will die ägyptische Regierung die aktuelle Wirtschaftskrise bewältigen. Seit Mittwoch wird wieder mit einer IWF-Delegation in Kairo verhandelt: Es geht um einen Kredit in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar (3,65 Mrd. Euro) mit einer Laufzeit von 22 Monaten. Voraussetzungen sind, dass Ägypten seine Subventionen deutlich zurückschraubt. Die islamistische Führung des Landes schreckt aus Furcht vor Unruhen aber vor radikalen Schritten zurück.

Chronologie: So eskalierte die Lage in Ägypten

22. November 2012

Dem Verfassungsgericht spricht Mursi die Kompetenz ab, über die Rechtmäßigkeit des von Islamisten dominierten Verfassungskomitees zu entscheiden. Zugleich sichert er sich selbst das letzte Wort in praktisch allen politischen Fragen.

23./24. November 2012

Die Empörung unter Mursis politischen Gegnern wächst. Hunderttausende gehen auf die Straße. Auch Ägyptens Richter protestieren, doch Mursi bleibt hart.

28. November 2012

Die zwei höchsten Berufungsgerichte des Landes stellen aus Protest ihre Arbeit ein.

2. Dezember 2012

Unter dem Druck Tausender islamistischer Demonstranten stellt das ägyptische Verfassungsgericht seine Arbeit ein. Anhänger von Mursi umstellen das Gebäude und blockieren die Zugänge. Das Gericht wollte über eine Auflösung der Verfassunggebenden Versammlung entscheiden.

4. Dezember 2012

Mehrere einflussreiche Zeitungen stellen aus Protest ihr Erscheinen ein. Die Gewalt eskaliert erneut, die Polizei setzt Tränengas gegen Zehntausende Demonstranten in Kairo ein.

5. Dezember 2012

Vor dem Präsidentenpalast in Kairo kommt es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten. Mindestens fünf Menschen kommen ums Leben, 600 werden verletzt.

6. Dezember 2012

Die Streitkräfte lassen Panzer vor dem Präsidentenpalast auffahren. In einer Rede an die Nation ruft Mursi seine Gegner zum Dialog auf, hält aber am Verfassungsreferendum fest.

15./ 16. Dezember 2012

In zehn Provinzen beginnt die erste Abstimmungsrunde über den Verfassungsentwurf. Die Opposition wirft den Islamisten Manipulation vor und fordert eine Wiederholung.

11. Dezember 2012

Wieder gehen Zehntausende Menschen auf die Straße und protestieren gegen den Verfassungsentwurf. Anhänger der Regierung demonstrieren ihre Unterstützung für die neue Verfassung.

12. Dezember 2012

Die ägyptische Opposition ruft ihre Anhänger auf, bei dem bevorstehenden Referendum über den Verfassungsentwurf mit Nein zu stimmen. Der Richterverband will die Abstimmung nicht überwachen.

Aus dem Umfeld der IWF-Delegation verlautete, dass die Experten etwa drei Wochen in Ägypten bleiben werden. In der Zeit solle die Regierung bestimmte Vorgaben erfüllen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Olli68

05.04.2013, 06:41 Uhr

So lange Mursi sich weiterhin wie ein Diktator benimmt, sollte das Land keinen Kredit vom IWF bekommen. Es tut mir zwar leid für die ägyptische Bevölkerung, aber man darf diesen islamistischen Extremisten, die alle Versprechen, die sie vor der Wahl gegeben haben, gebrochen haben keine Unterstützung in irgend einer Form geben.

Account gelöscht!

05.04.2013, 06:45 Uhr

Wer ohne einen Kredit nicht über die runden kommt , kann ihn auch nicht zurückzahlen .
Das was die Ägypter erwarten sind Geldgeschenke , keine Kredite .

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