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22.05.2015

16:07 Uhr

Finanzkrise in Griechenland

Athen kürzt Top-Gehälter seiner Bankenretter

Weil sie „eine Provokation für die griechische Gesellschaft“ sind, werden die Gehälter der Führungskräfte des griechischen Bankenrettungsfonds gekürzt. Die Manager sollen 40 Prozent weniger Geld erhalten.

Den Führungskräften des griechischen Bankenrettungsfonds sollen die Gehälter um 40 Prozent gekürzt werden. Die internationalen Geldgeber müssen noch zustimmen. dpa

Griechenland will 300.000 Euro sparen

Den Führungskräften des griechischen Bankenrettungsfonds sollen die Gehälter um 40 Prozent gekürzt werden. Die internationalen Geldgeber müssen noch zustimmen.

AthenGriechenland kürzt die Gehälter für die Führungskräfte seines Bankenrettungsfonds drastisch. Sie werden um 40 Prozent gesenkt, kündigte das Finanzministerium am Freitag in Athen an. Dadurch spare der klamme Staat mehr als 300.000 Euro jährlich. Die Höhe der Gehälter sei „eine Provokation für die griechische Gesellschaft, da die Einkommen im privaten wie im öffentlichen Sektor geschrumpft sind“, hieß es zur Begründung.

Den Kürzungen müssen auch die internationalen Geldgeber zustimmen, die mit ihren Hilfszahlungen eine Staatspleite Griechenlands verhindern. Es würden keine Einwände erwartet, erklärte das Ministerium.

Griechenlands Bankenlandschaft

Die wichtigsten Banken

In Griechenland gibt es vier große Geldhäuser - die National Bank of Greece, die Piraeus Bank, die Eurobank und die Alpha Bank. Sie stehen für rund 95 Prozent des Marktes. Ihr Börsenwert liegt zusammengefasst bei 8,6 Milliarden Euro. Das entspricht 21 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung an der griechischen Börse. Bank-Aktien haben in Athen seit Jahresbeginn wegen des sich verschärfenden Schuldenstreits mit den internationalen Geldgebern rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Einlagen

Die Einlagen von privaten Haushalten und Unternehmen bei griechischen Banken betrugen Ende Februar 140,5 Milliarden Euro - 12,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Allein von Dezember bis Februar wurden Guthaben im Volumen von 25,4 Milliarden Euro abgezogen. Wegen der Abflüsse waren die Geldhäuser gezwungen, verstärkt Notfall-Hilfen (ELA) ihrer heimischen Notenbank und direkte Liquiditätsspritzen der EZB in Anspruch zu nehmen.

Finanzierung durch das Eurosystem

Die Finanzierung griechischer Banken durch die EZB, bei der Sicherheiten verlangt werden, hatte Ende März ein Volumen von 38,67 Milliarden Euro. Die ELA-Hilfen durch die Athener Notenbank summierten sich zudem auf 68,6 Milliarden Euro. Hellas-Banken nutzen diesen Weg verstärkt, seitdem die EZB sie ab Mitte Februar von der direkten Finanzierung ausgeschlossen hat. Die EZB hatte damals eine Sonderregel gekippt, die griechischen Banken bis dahin erlaubte, auch bonitätsschwache Staatsanleihen des Landes als Pfand für frisches Zentralbankgeld zu hinterlegen.

Die Versorgung über ELA-Hilfen der Athener Notenbank ist für Banken teurer als die direkte Finanzierung durch die EZB. Zuletzt hatte die EZB eine Aufstockung des ELA-Rahmens um 1,5 Milliarden auf 75,5 Milliarden Euro genehmigt.

Sicherheiten

Griechische Banken setzen bei der Liquiditätsversorgung als Sicherheiten unter anderem Staatsanleihen, kurzfristige Geldmarktpapiere (sogenannte T-Bills), von der Regierung garantierte Bank-Anleihen und Kredite ein. Die Banken besaßen im Februar solche Pfänder im Umfang von zusammen rund 50 Milliarden Euro. Inzwischen ist dieser Puffer auf rund 40 Milliarden Euro gesunken.

Griechische Staatsanleihen

Hellas-Banken haben rund fünf Milliarden Euro in griechische Staatsanleihen investiert. Das entspricht nur 1,4 Prozent ihrer Bilanzsumme. Darüber hinaus besitzen sie kurzfristige T-Bills im Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Aktuell wird für bonitätsschwache griechische Papiere, welche die Banken als Pfänder für ELA-Hilfen einsetzen, nach Angaben von Bankern und Analysten aus Sicherheitsgründen ein Wertabschlag (Haircut) von 32 bis 35 Prozent vorgenommen.

Der Bankenrettungsfonds ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer und einem Verwaltungsratschef, nachdem die bisherigen Amtsinhaber ihre Posten in den vergangenen Wochen aufgegeben haben. Das Jahresgehalt des Geschäftsführers liege derzeit bei 215.000 Euro, das des Verwaltungsratschefs bei 175.000 Euro, erklärte das Ministerium.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr reiner tiroch

22.05.2015, 17:12 Uhr

300.000.-€ im Jahr gespart, was für eine leistung.

Herr Horst Hamacher

22.05.2015, 18:02 Uhr

Weil sie „eine Provokation für die griechische Gesellschaft“ sind, werden die Gehälter der Führungskräfte des griechischen Bankenrettungsfonds gekürzt.
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Wegen Provokation des eigenen Volkes dürften unsere Politiker gar kein Gehalt mehr bekommen!

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