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07.06.2012

14:49 Uhr

Finanzkrise

Spaniens Banken brauchen mehr Geld als erwartet

Der internationale Währungsfonds könnte laut Kreisen mit einem Finanzbedarf von 40 Milliarden Euro rechnen. Spaniens Politiker rechnen mit mehr als der doppelten Summe.

Hauptquartier der Bankia in Madrid: Der Finanzbedarf der spanischen Institute ist immens. dapd

Hauptquartier der Bankia in Madrid: Der Finanzbedarf der spanischen Institute ist immens.

Spaniens angeschlagene Banken benötigen Finanzkreisen zufolge nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mindestens 40 Milliarden Euro zusätzliches Kapital. Dies werde eines der Ergebnisse des für Montag angekündigten IWF-Berichts zur Lage der spanischen Banken sein, sagten zwei Personen aus dem Finanzsektor am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Alles in allem würden dem Bericht zufolge 90 Milliarden Euro benötigt, um Spaniens gesamten Bankensektor auf Vordermann zu bringen, ergänzte eine der Personen.

Spaniens Banken leiden besonders unter der Last fauler Immobilienkredite. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone droht vor allem wegen der gravierenden Probleme der Banken immer tiefer in den Strudel der Schuldenkrise zu geraten.

Über den tatsächlichen Bedarf gibt es aber unterschiedliche Auffassungen.
Möglicherweise ist erheblich mehr Geld nötig als bislang angenommen. Die erforderliche Hilfe könne sich auf bis zu 100 Milliarden Euro belaufen, sagte der Generalsekretär der Europäischen Volkspartei (EVP), Antonio López-Istúriz.

Der spanische Europaparlamentarier, Parteifreund von Ministerpräsident Mariano Rajoy, sagte im staatlichen Fernsehen TVE: „Die Zahlen bewegen sich im Rahmen dessen, was der EU-Rettungsfonds akzeptieren könnte. Die Zahlen, von denen man (für die spanischen Banken) ausgeht, bewegen sich zwischen 80 und 100 Milliarden Euro, vielleicht auch weniger.“ Die EU-Gipfelkonferenz am 28./29. Juni könnte grünes Licht geben, wenn Spanien die Hilfen benötige, sagte López-Istúriz.

Die genannte Summe ist erheblich höher als die Zahlen, die in den meisten bisherigen Schätzungen genannt worden waren. Der Präsident der Großbank Santander, Emilio Botín, hatte den Gesamtbedarf des spanischen Bankensektors auf 40 Milliarden Euro beziffert. Spaniens Finanzminister Cristóbal Montoro nannte bislang keine Summe, betonte aber, der erforderliche Betrag sei „nicht sehr hoch“.

Die spanische Regierung hat noch nicht entschieden, ob sie in Brüssel Hilfen für die Banken beantragen wird. Sie will nach Angaben von Wirtschaftsminister Luis de Guindos erst Gutachten des Weltwährungsfonds (IWF) und zweier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zur Lage des spanischen Bankensektors abwarten. Die EVP ist ein Zusammenschluss christdemokratischer und konservativer Parteien in Europa.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Idiots_for_Eurobombs

07.06.2012, 15:21 Uhr

Warum geben wir ihnen nicht gleich 100 Billionen, Deutschland hat's ja, und jetzt kommt's eh nicht mehr darauf an, die Gelddruckmaschinen laufen auch so schon auf Hochtouren, und die tumben Deutschen lassen sich widerstandslos ausbluten und ihre Altervorsorge und ihre Ersparnisse weginflationieren und wollen nun auch noch Rot-Grün wieder an der Macht haben, die eigentlichen Krisenveracher, die nach Eurobonds schreien und den Schulderschluss mit dem Geldvernichter Hollande üben, dem jedes GEsetz schnuppe ist; als Roter rast man eben und sieht auch sonst sämtliche Vorschriften locker. Aber alles ist ganz toll, und der Euro ist eine stabile, sichere Währung.

Account gelöscht!

07.06.2012, 15:21 Uhr

Sie brauchen soviel wie erwartet. Nur die EU-Fanatiker schätzen alle Kosten grundsätzlich zu niedrig ein...

Account gelöscht!

07.06.2012, 15:39 Uhr

Das Friedens- und Freiheitsprojekt "Sozialistische Einheitswährung" hat eben seinen Preis, also hört auf zu jammern.

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