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10.01.2010

13:02 Uhr

Finanzkrise

US-Finanzminister wird Schatten von AIG nicht los

Die Finanzkrise fordert auch im noch jungen Jahr 2010 weiter Opfer. In den USA ist nun erneut eine Bank Pleite gegangen. Und auch die amerikanische Regierung steht weiter unter Druck. Die Rettung des Versicherungsriesen AIG bringt US-Finanzminister Timothy Geithner in Bedrängnis. Nur die Hedge-Fonds-Branche hat allen Grund zum Feiern.

US-Finanzminister Timothy Geithner steht unter Druck. Quelle: Reuters

US-Finanzminister Timothy Geithner steht unter Druck.

HB WASHINGTON. Die Rettung des Versicherungsriesen AIG bringt US-Finanzminister Timothy Geithner erneut in Bedrängnis. Mitglieder eines Kongressausschusses forderten eine Anhörung Geithners im Zusammenhang mit Zahlungen, die das angeschlagene Unternehmen mit staatlichen Rettungsgeldern Ende 2008 an Banken getätigt hatte. Die Federal Reserve von New York, deren Chef Geithner damals war, soll AIG dazu gedrängt haben, Informationen über diese Zahlungen gegenüber der Börsenaufsicht SEC zurückzuhalten. Dies war aus Ende 2008 versendeten E-Mails zwischen Anwälten der New Yorker Fed und AIG hervorgegangen.

Geithners Rolle in diesem Vorgang müsse nun geklärt werden, forderte unter anderem Spencer Bachus, oberster Republikaner im Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Das Präsidialamt und die Fed von New York stärkten dem Finanzminister den Rücken: Die E-Mails hätten Geithner niemals erreicht, erklärten beide Stellen. Das Finanzministerium ließ offen, ob Geithner wie gefordert vor dem Kongressausschuss aussagen werde. Der Finanzminister war schon vor einem Jahr wegen der von AIG nach der staatlichen Rettung an Angestellte gezahlten Boni in die Kritik geraten. Der einst weltgrößte Versicherer wurde mit staatlichen Hilfen von bis zu 180 Mrd. Dollar vor dem Zusammenbruch gerettet.

Trotz der umfassenden Staatshilfen für angeschlagene Unternehmen während der Finanzkrise, verzeichneten die USA 2009 die größte Zahl an Bankenpleiten seit 1992. Im vergangenen Jahr wurden von den Aufsichtsbehörden 140 Banken geschlossen. 2008 waren es nur 25 und 2007 drei. In diesem Jahr erwarten die Behörden einen vorläufigen Höhepunkt bei den Pleiten vor allem bei kleineren Banken. Erstes Beispiel ist die Horizon Bank aus Bellingham im US-Bundesstaat Washington, die als erstes Geldinstitut im neuen Jahr bankrott ging. Die Bankenaufsicht schloss die Bank am Freitag. Den Einlagensicherungsfonds FDIC kostet die Pleite voraussichtlich 539,1 Mio. Dollar.

Die Hedgefonds-Branche hat 2009 dagegen die höchsten Renditen seit einem Jahrzehnt erzielt. Die Fonds legten im Durchschnitt 20,04 Prozent zu, wie der US-Datendienstleister Hedge Fund Research ausrechnete. Damit erholten sich die Fonds von den Rekordverlusten aus dem Jahr 2008. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die rund zwei Billionen Dollar schwere Branche Einbußen von 19,03 Prozent einstecken müssen. 1999 waren für die Fonds sogar noch Renditen von 31,29 Prozent drin.

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