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20.08.2013

14:30 Uhr

Finanzmarkt-Reform

Obama fordert Behörden zu mehr Tempo auf

Obama geht die US-Finanzmarkt-Reform nicht schnell genug voran. Bei einem Treffen mit Behörden rief er zu schnellerem Handeln auf. Bisher haben die Regulierer aber erst einen Bruchteil der geplanten Reform abgearbeitet.

Obama will die US-Finanz-Reform schneller in Aktion bringen, doch die Behörden sind langsam. SID

Obama will die US-Finanz-Reform schneller in Aktion bringen, doch die Behörden sind langsam.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama macht bei der Einführung härterer Regeln für die Finanzbranche Druck. Bei einem Treffen im Weißen Haus forderte er die amerikanischen Regulierungsbehörden auf, bei den nur zäh vorankommenden Reformen aufs Tempo zu drücken. Die Aufseher müssten unabhängig entscheiden und dürften nicht zulassen, dass die geplanten Gesetze von Bank-Lobbyisten verwässert werden, sagte ein Sprecher von Obama. „Der Präsident hat die Regulierungsbehörden für ihre Arbeit gelobt, aber auch darauf gedrängt, dass die verbliebenen Teile der Wall-Street-Reformen nun rasch eingeführt werden.“

Die USA haben als Reaktion auf die Finanzkrise den sogenannten „Dodd-Frank-Act“ auf den Weg gebracht, mit dem die Branche grundlegend umgebaut werden soll. Unter anderem sollen die Märkte für Derivate und Hypotheken-Darlehen strenger kontrolliert werden. Die US-Regulierer haben bislang allerdings erst rund 40 Prozent der geplanten Reform ungesetzt, die aus Hunderten neuen Regeln besteht. Die Einführung der besonders umstrittenen „Volcker-Rule“, die den Banken riskante Wetten auf eigene Rechnung verbietet, hängt beispielsweise mehr als ein Jahr hinter dem Zeitplan zurück.

Die Verspätung ist auch auf Unstimmigkeiten zwischen den Regulierungsbehörden zurückzuführen – alleine an der Umsetzung der „Volcker-Rule“ sind fünf Behörden beteiligt, die wiederum mit dem Kongress, Konsumenten und der Finanzbranche Rücksprache halten. Obama habe die Behörden aufgefordert, sich untereinander besser abzustimmen, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses nach dem Treffen, an dem unter anderem Vertreter der Notenbank Fed, der Einlagensicherung FDIC und der Verbraucherschutzagentur CFPB teilnahmen. Die Behörden äußerten sich nicht zu dem Gespräch.

Deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

US-Unternehmen in Deutschland

Nirgendwo im Ausland ballen sich die Investitionen amerikanischer Firmen so so sehr wie in Deutschland - etwa 130 Milliarden Euro haben sie hier in ihre Unternehmen gesteckt. Allein 2012 siedelten sich 133 US-Firmen neu an - so viele wie aus keinem anderen Land. Derzeit sind mehr als 2000 amerikanische Firmen hier ansässig. Sie sichern über 800.000 Arbeitsplätze.

Deutsche Unternehemen in den USA

3400 deutsche Unternehmen sind in den USA aktiv. Sie beschäftigen dort direkt 570.000 Mitarbeiter. Die Firmen haben bislang etwa 213 Milliarden Dollar in den USA investiert. Deutschland ist damit viertgrößter Investor in den Vereinigten Staaten.

Die größten US-Arbeitsgeber in Deutschland

Größter US-Arbeitgeber in Deutschland ist die Imbisskette McDonald's mit 64.000 Mitarbeitern, gefolgt von den Ford -Werken (24.490), Burger King (23.500), Opel (22.723) und IBM (22.000). Beim Umsatz führt Ford (18,75 Milliarden Euro) vor ExxonMobil (12,8 Milliarden Euro) und Opel (2,5 Milliarden Euro).

Die größten deutschen Arbeitgeber in den USA

Größte deutsche Arbeitgeber in den USA sind Siemens (60.000 Beschäftigte), gefolgt von Fresenius Medical Care (45.577), T-Mobile USA (34.518), DHL (29.000) und Robert Bosch (22.500).

US-Exporte nach Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Markt für die USA in Europa. Die Exporte summierten sich 2012 auf 50,6 Milliarden Euro. Fast ein Viertel davon sind chemische Erzeugnisse. Ebenfalls gefragt sind Maschinen und Fahrzeuge.

Deutsche Exporte in die USA

Die USA sind nach Frankreich der zweitgrößte Abnehmer deutscher Export-Produkte. Waren im Wert von 89 Milliarden Euro wurden 2012 in den USA abgesetzt, ein Plus von 17,7 Prozent. Gefragt sind vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen.

Der Höhepunkt der Finanzkrise – die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers – jährt sich im September zum fünften Mal. Durch die Einführung der neuen Gesetze solle verhindert werden, dass sich eine solche Finanzkrise wiederhole, die auch eine tiefe Rezession nach sich zog, unterstrich Obama in dem Gespräch mit den Regulierungsbehörden.

Auch große europäische Häuser wie die Deutsche Bank, die in den USA aktiv sind, warten gespannt auf die Verabschiedung der neuen Regeln. Viele Institute fürchten, dass sie ihre US-Töchter mit zusätzlichem Kapital ausstatten müssen, um für die neuen Regeln gewappnet zu sein.

Auch viele amerikanische Banken laufen Sturm gegen die geplanten Vorschriften und versuchen diese zumindest zu entschärfen. Einige Republikaner im US-Kongress warnen, durch die schärferen Regeln werde die Kreditversorgung der US-Wirtschaft gefährdet und die Konjunktur abgewürgt. „Dodd Frank ist ein unbegreiflich komplexes Gesetzes-Paket, das unserer dahin plätschernden Wirtschaft schadet und dringend aufgehoben werden muss“, fordert etwa der Abgeordnete Jeb Hensarling.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Rene

20.08.2013, 08:04 Uhr

Die Amerikaner denken denken, mit dem Handel von gedrucktem Geld könnten Werte entstehen.
Das geht nur mit Arbeit und zwar, in dem man mehr erschafft, als man selbst verbraucht. Und den Rest mit anderen tauscht, die auch mehr produziert haben.
Da nehmen sie sich aber nicht mit den linken Parteien, die auch denken, wenn man dem anderen etwas wegnimmt, ginge es allen besser.

Account gelöscht!

20.08.2013, 09:04 Uhr

Barack Obama müsste das gesamte Geldsystem ändern. Das fängt an in dem Kredite leichtfertig vergeben werden und das hört auf in dem sich Banken untereinander Geld hin und her schieben, obwohl kein physisches Geld vorhanden ist.

Natürlich, ohne Darlehen geht es auch nicht. Wie soll z.B. der Bau eines Eigenheims finanziert werden. Gläubiger (Banken) gehen in Vorleistung und hoffen auf regelmäßige Rückzahlung mit ordentlichen Zinsen. Dann fragt man sich schon, woher stammt das Geld für den ersten Kredit einer Bank an den Kunden?

Demnach hat sich die Bank ebenfalls Geld auf Kreditbasis besorgt um ein Darlehen an den Kunden weiterreichen zu können. Alles nur auf Pump. Solange das Geld mit Zinsen vom Schuldner (Bauherren) regelmäßig zurückbezahlt wird, geht das Modell auf.

Eng wird es, sobald viele Schuldner ihre Ratenzahlungen für das Darlehn nicht mehr bezahlen können. Siehe Immobilienkrise. Dann sitzt die Bank auf ihren selber geliehenen Schulden (Krediten) fest. Andere Banken wollen ebenfalls nicht auf ihre Vorleistungen sitzen bleiben. Und schon zeichnen wir eine handfeste Bankenkrise. Die Notenpresse muss jetzt helfen. Es ist ein Kreislauf, in dem regelmäßig Banken- oder Immobilienkrisen folgen.

Hier muss mit der Reformierung des Geldsystems begonnen werden. Das wird zum Teil auch gemacht. Banken müssen mehr Eigenkapital aufbauen, so dass der Staat und die Bürger nicht mehr belastet werden. Zudem sind SCHUFA-Auskünfte präziser auszuwerten. Damit werden Schuldner vor zu hohen Belastungen geschützt und die Gläubiger vor Zahlungsausfällen besser abgesichert. In den Vereinigten Staaten von America sind solche Vorsichtsmaßnahmen ausbaufähig.

Bei einer Banken- oder Immobilienkrise haften auch die Bürger mit ihrem Eigentum mittels Rettungsschirme, Schuldenschnitt oder Inflation, die nichts damit zu tun haben.

Account gelöscht!

20.08.2013, 12:34 Uhr


Die US Seuche hat uns doch auch befallen...
Bewegt sich ein laues Lüftchen auf der Merkel/Draghibankerregulierungsfront?

Mr. 100.000 DM-bucks S. dröhnt uns stattdessen "heavy metal desinformation" über Vereinsäffchen rein.

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