Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2012

18:33 Uhr

Finanzminister de Jager

Niederlande ist gegen eine Börsensteuer

In der Euro-Krise stand die niederländische Regierung meist treu an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch bei der Finanztransaktionssteuer koppelt sich das Nachbarland ab und bastelt an einer Alternative.

Häuser an der Amstel in Amsterdam. dapd

Häuser an der Amstel in Amsterdam.

Die Niederlande wollen Deutschland bei der Börsensteuer nicht unterstützen. Finanzminister Jan Kees de Jager rief seine Kollegen in der Europäischen Union am Mittwoch dazu auf, Alternativen für eine stärkere Beteiligung der Finanzbranche an den Krisenkosten zu entwickeln.

Europa solle Maßnahmen prüfen, die die Märkte weniger beeinträchtigten und ein geringeres Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung darstellten, schrieb De Jager in einem Brief an das niederländische Parlament. Als Beispiele nannte er eine Finanzaktivitätssteuer, eine europaweite Bankensteuer oder eine Stempelsteuer nach britischem Vorbild. Die genannten Modelle setzen an unterschiedlichen Punkten des Finanzgeschäfts an.

Die niederländische Haltung ist ein Rückschlag für Deutschland und Frankreich, die für eine Transaktionssteuer auf Börsengeschäfte werben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat allerdings in der vergangenen Woche beim Treffen mit seinen Ressortkollegen in Brüssel eingeräumt, dass die Chancen für diese Form der Abgabe in Europa gering sind. Selbst in der schwarz-gelben Koalition in Berlin herrscht keine Einigkeit: Die FDP hat sich zuletzt verstärkt für eine Art britische Stempelsteuer eingesetzt, die nur einen kleinen Teil der Handelsgeschäfte erfassen würde.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Diana

21.03.2012, 19:12 Uhr

Richtig, denn eine Börsensteuer führt erstens zu einer Verlagerung der Geschäfte in Länder ohne Steuer und somit zu Arbeitsplatzverlusten, zweitens werden Banken die Steuer an private Anleger weitergeben.
Für diese Dummheit, die Börsensteuer einführen zu wollen, gehört die Union eigentlich angewählt, leider sind die Oppositionsparteien erst recht für eine Börsensteuer.

Achso

21.03.2012, 19:30 Uhr

Ja, ganz genau. Weil ja auch Millionen von Anleger täglich mit Derivate zocken.
Außerdem ist ja gerade das Ziel die Finanztransaktionssteuer europaweit einzuführen, damit die Banken nicht in andere Länder (zumindest nicht innerhalb der EU) ausweichen können.

Account gelöscht!

21.03.2012, 19:50 Uhr

Können Sie nicht lesen? Die NL wollen diese Steuer, die man besser Bankkontoinhabersteuer nennen sollte, ja gerade nicht. Oder wissen Sie nicht, dass NL innerhalb der EU liegen? Oder wollen Sie uns einfach nur veräppeln, achso..?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×