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29.03.2012

11:58 Uhr

Finanzminister-Treffen

Euro-Kassenhüter entscheiden über Rettungsfonds

Soll der Internationale Währungsfonds weiter von der G20-Gruppe gestärkt werden, müssen die Euro-Finanzminister dem Parallellauf von ESM und EFSF bei ihrem Treffen zustimmen. Nur eine Personalentscheidung wird erwartet.

Der Rettungsschirm ESM und der Krisenfonds EFSF sollen zeitweise parallel laufen. dpa

Der Rettungsschirm ESM und der Krisenfonds EFSF sollen zeitweise parallel laufen.

Brüssel/KopenhagenDie Euro-Finanzminister kommen am Freitag in Kopenhagen zusammen, um die europäischen Rettungsschirme für finanzschwache Mitgliedstaaten zu vergrößern. Die Bundesregierung will eine zeitweise Ausweitung auf 700 Milliarden Euro mittragen.

Die Eurostaaten entsprechen damit vor allem Forderungen internationaler Partner wie der USA, die höhere Schutzwälle gegen die Schuldenkrise fordern. Ohne diesen Schritt der Europäer wollen Länder aus der mächtigen G20-Gruppe ihrerseits nicht den Internationalen Währungsfonds (IWF) stärken, der auch europäischen Krisenstaaten unter die Arme greift.

Es zeichnet sich ab, dass der dauerhafte Rettungsschirm ESM und die verplanten Nothilfen des vorläufigen Krisenfonds EFSF an Irland, Portugal und Griechenland eine Zeit lang parallel laufen. Dies bedeutet, dass das Kreditvolumen in einer Übergangszeit auf 700 Milliarden Euro steigt.

Ungenutzte EFSF-Gelder von 240 Milliarden Euro sollen zudem eine Art Notfallreserve bilden, solange der ESM nicht voll mit Kapital ausgestattet ist. Der ESM wird schrittweise bis 2015 gefüllt. Er verfügt daher nicht sofort über das volle Kreditvolumen.

Möglicher Nachfolger von Jean-Claude Juncker: Wolfgang Schäuble. Reuters

Möglicher Nachfolger von Jean-Claude Juncker: Wolfgang Schäuble.

Die Eurogruppe wird sich laut Diplomaten wieder mit der Schuldenkrise beschäftigen. Dabei wird es unter anderem um Spanien gehen - die Kassenhüter warten immer noch auf den Staatshaushalt für das laufende Jahr. Die Europartner pochen ungeachtet von schwachen Konjunkturdaten darauf, dass Madrid im nächsten Jahr wieder die Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einhält.

Die obersten Kassenhüter werden auch über Spitzenpersonalien beraten. Ein rascher Beschluss zum neuen Vorsitzenden der Eurogruppe wird aber vor allem wegen der nahenden Präsidentenwahlen in Frankreich nicht erwartet, berichteten Diplomaten. Ein Kandidat für die Nachfolge von Jean-Claude Juncker ist der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Die Ressortchefs wollen aber über eine Neubesetzung im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden. Als Favorit für den Prestigeposten gilt der Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch.

Später wird das informelle Treffen im Kreis der Ressortchef aller 27 EU-Staaten fortgesetzt. Es geht dabei unter anderem um die Finanzmarktregulierung und die Konjunkturaussichten für Europa.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Antikapitalist

29.03.2012, 13:19 Uhr

Schäuble ein Kassenhüter? Ich lach mich kaputt. Schöner Titel, nur leider in falschem Sinne. Man sollte eher von Kassenentleerern sprechen, aber das käme ja Bankräubern gleich.

sterbende_demokratie

29.03.2012, 14:37 Uhr

Feine Demokratie, die die den Karren in den Sand setzten tauschen sich permanent die Pöstchen untereinander auf!


Aber über Russland den Bagger aufreißen, lächerlich!

Account gelöscht!

29.03.2012, 16:01 Uhr

Was wird schon groß passieren:
Die anderen fordern noch mehr Geld für ihren "Schutzschirm" und Schäuble wird wieder einmal alles unterschreiben.
Und die Ursache der Misere, die Fehlkonstruktion Euro, bleibt weiter ungelöst.
Aber solange 35 % der Wähler CDU wählen oder eine der andere Euro-Fanatiker-Parteien, wird sich auch nichts ändern.

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