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15.09.2011

10:25 Uhr

Finanzminister-Treffen

Washington verliert die Geduld mit der Eurozone

VonNils Rüdel

Erst Obama, dann Finanzminister Geithner: Die USA erhöhen den Druck auf Europas Politiker, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Dabei wollen sie selbst neue Milliarden ausgeben. Auch Weltbank und IWF werden nervös

US-Finanzminister Timothy Geithner. AFP

US-Finanzminister Timothy Geithner.

WashingtonTimothy Geithner hat ein zurückhaltendes Auftreten. Seine Worte wägt er stets sorgsam ab, er spricht sanft und leise, so wie jemand, der es gewohnt ist, dass man ihm zuhört. Er weiß: Was der US-Finanzminister sagt, wird auf der ganzen Welt gehört.

So dürften auch Geithners jüngste Äußerungen in Berlin, Paris, Brüssel und Athen auf einige Resonanz gestoßen sein. Die europäischen Politiker seien sich sicher bewusst, dass sie mehr gegen die Schuldenkrise tun müssten, mahnte der Amerikaner am Mittwoch dem Sender CNBC. Schließlich seien sie lange im Rückstand gewesen. „Sie sind absolut engagiert, und sie haben die finanziellen Kapazitäten, die wirtschaftlichen Kapazitäten, um das Nötige zu tun“, so Geithner in feinster Diplomatie.

Mit anderen Worten: Tut verdammt noch mal mehr gegen die Krise.    

Auch die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, meldete sich zu Wort und drängte die europäische Politik zu koordinierten Maßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise aufgerufen. „Es gibt einen Weg aus der aktuellen Situation, wenn sich die Regierungen zu schnellen und kühnen Aktionen durchringen“, sagte Lagarde am Donnerstag in einer Telefonkonferenz anlässlich einer Veranstaltung des Asien-Pazifik-Wirtschafts-Kooperationsrates in San Francisco. Es gebe einen „Pfad der Erholung - es ist ein schmaler Pfad - aber wir können ihn gemeinsam bewältigen“.

Es ist nicht Geithners erste Mahnung an die Europäer. Aber sie hat besonderes Gewicht, denn am morgigen Freitag wird der Finanzminister an dem Treffen der EU-Ressortchefs in Polen teilnehmen. Das hat er noch nie getan, und durch seine bloße Anwesenheit erhöht er jetzt zusätzlich den Druck. „Die USA mischen sich jetzt stärker ein“, sagte Nicolas Veron der Brüsseler Denkfabrik Bruegel der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Besuch unterstreiche, wie nervös Washington über die Lage in Europa sei, so Julian Jessop, Chefökonom von Capital Economics in London.

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Schließlich haben die USA einiges zu verlieren, sollte sich die Schuldenkrise in Europa weiter ausweiten. Geithners Umfeld zufolge will er deshalb Wolfgang Schäuble und dessen Kollegen auf dem Treffen dazu drängen, die bereits beschlossene Ausweitung des Euro-Rettungsschirms endlich festzuzurren. Auch die Banken gelte es zu schützen, sagte Geithner im Interview. „Es ist ausgeschlossen, dass die großen Länder Europas ihre Institutionen vor den Augen des Marktes im Risiko stehenlassen“.

Geithner erhob den Zeigefinger nur zwei Tage, nachdem US-Präsident Barack Obama die Europäer ermahnt hatte. „Solange die Euro-Krise nicht gelöst ist, werden wir weiterhin Schwächen in der Weltwirtschaft sehen“, hatte Obama gewarnt. „Wir leben heute in einer integrierten Weltwirtschaft. Das, was jenseits des Atlantiks oder des Pazifiks geschieht, hat gewaltigen Einfluss auf Amerika, auf unseren gesamten Kontinent, nicht nur auf die USA“.

Kommentare (71)

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mawi

15.09.2011, 06:35 Uhr

Woher kommt den die Krise vielleicht aus Amerika als vor 3 Jahren die Immobilienpreise zusammenbrachen ;-)

mono

15.09.2011, 06:51 Uhr

Tim Geithner, der Inbegriff des nicht integren Politikers.
Natürlich haben die Amerikaner Angst davor, das Europa es besser macht als Sie und dadurch der Dollar als Weltreservewährung gefährdet wird.
Wenn die Europäer es schaffen geldpolitische Prudenz zu zeigen, stehen die Amerikaner mit `runtergelassenen Hosen da.

Account gelöscht!

15.09.2011, 06:55 Uhr

Ja von Obahma kann Europa lernen. Das Weisse Haus hat ja gerade mal eben 528 Millionen USD Steuergelder verbrannt um die Solar Firma Solyndra zu retten die aber nun doch pleite ist. Das FBI ermittelt!

http://www.foxnews.com/politics/2011/09/14/treasury-joins-fbi-congress-in-investigating-stimulus-loan-to-failed-solar/

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