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10.12.2015

19:50 Uhr

Finnland

Zwei Iraker unter Terror-Verdacht festgenommen

Elf Häftlinge sollen die beiden Iraker getötet haben, als sie sich 2014 im Irak der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anschlossen – so lautet der Vorwurf der finnischen Ermittler. Nun sitzen die Verdächtigen in Haft.

Viele tausend Kämpfer sind aus der ganzen Welt nach Syrien und in den Irak gereist, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Wer wieder heimkommt, wird oft angeklagt. dpa

Rückkehrer

Viele tausend Kämpfer sind aus der ganzen Welt nach Syrien und in den Irak gereist, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Wer wieder heimkommt, wird oft angeklagt.

Helsinki/StockholmDie finnische Polizei hat zwei mutmaßliche Mitglieder der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Den beiden Irakern werde vorgeworfen, 2014 in ihrer Heimat elf Häftlinge getötet zu haben, teilten die Ermittler am Donnerstag mit. Der IS habe die Tat gefilmt und online verbreitet. Die beiden 23 Jahre alten Männer seien im September nach Finnland eingereist. Der Sender MTV3 berichtete, mindestens einer von ihnen habe Asyl beantragt. Finnland hatte seine Terrorwarnstufe unlängst von „sehr niedrig“ auf „niedrig“ mit der Begründung angehoben, dass sich das Sicherheitsrisiko durch die stark gestiegene Zahl von Asylbewerbern erhöht habe. 2015 haben bisher 32.000 Menschen vor allem aus dem Irak und aus Somalia in dem skandinavischen Land um Asyl gebeten.

Schweden kündigte unterdessen eine Verschärfung seiner Anti-Terror-Gesetze an. Im Mittelpunkt stehe das Verbot von Reisen zu Kampfeinsätzen im Ausland, teilte die Stockholmer Regierung mit. Demnach sollen die Organisation und Finanzierung solcher Reisen genauso unter Strafe gestellt werden wie die Rekrutierung von Kämpfern. Den Behörden zufolge haben sich mindestens 300 Schweden in Syrien und dem Irak Gruppen wie dem IS oder Al-Kaida angeschlossen. Rund 80 seien nach Schweden zurückgekehrt.

Erfolge, Niederlagen und Terror des IS seit Ausrufung des „Kalifats“

IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ging aus einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak hervor. Ein Rückblick:

29. Juni 2014

Die sunnitischen Dschihadisten rufen in den von ihnen eroberten Gebieten in Syrien und im Irak ein „Kalifat“ aus. Erster „Kalif“ des neuen Gottesstaates sei Anführer Abu Bakr al-Bagdadi.

August 2014

8. August: Die USA fliegen erste Angriffe im Nordirak.

August: Die Enthauptung eines US-Journalisten schockt die Welt. In den folgenden Monaten verbreitet der IS im Internet weitere Videos mit der Ermordung zweier US-Bürger und zweier Briten.

19. September und Dezember 2014

19. September: Frankreich startet mit Hilfe arabischer Partnerländer erstmals Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

Dezember: Kurdische Soldaten beenden mit Hilfe internationaler Luftangriffe die Belagerung des Sindschar-Gebirges nahe der IS-Hochburg Mossul. Im August waren Zehntausende Angehörige der jesidischen Volksgruppe vor den Dschihadisten in die Berge geflohen.

Januar und Februar 2015

Januar 2015: Nach monatelangen Kämpfen vertreiben kurdische Kämpfer den IS aus der nordsyrischen Stadt Kobane an der türkischen Grenze.

Februar: Ein Video zeigt, wie ein gefangener jordanischer Pilot bei lebendigem Leib verbrannt wird. Zuvor hatte die Terrormiliz bereits die Tötung zweier japanischer Geiseln zur Schau gestellt.

März und April 2015

März: Irakische Kräfte erobern die strategisch wichtige Stadt Tikrit zurück, die die Extremisten im Juni 2014 besetzt hatten.

April: IS-Kämpfer dringen in Ramadi 100 Kilometer westlich von Bagdad ein. Tausende Iraker fliehen vor dem Terror Richtung Bagdad, dürfen die Hauptstadt aber nicht betreten.

Mai und Juli 2015

Mai: Die Terrormiliz bringt Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle. Kurden erobern IS-Gebiete in Nordsyrien.

Juni: Der IS verbreitet ein schockierendes Video über neue Hinrichtungsmethoden.

24. Juli und 6. August 2015

24. Juli: Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im türkischen Suruc fliegen türkische Kampfjets erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Zudem öffnet Ankara wenig später den südtürkischen Nato-Stützpunkt Incirlik für US-Luftschläge gegen den IS.

6. August: Einer US-Bilanz zufolge hat das internationale Anti-Teror-Bündnis in einem Jahr mehr als 5900 Luftschläge gegen den IS im Irak und in Syrien geflogen. Außerdem sollen 10 000 IS-Kämpfer bei Angriffen getötet worden sein.

18. und 23. August 2015

18. August: Der IS enthauptet den früheren Chef-Archäologen der irakischen Oasenstadt Palmyra. Nach US-Angaben stirbt die Nummer zwei der Terrormiliz, Hadschi Mutas, bei einem Luftangriff im Irak.

23. August: Der IS sprengt den rund 2000 Jahre alten Tempel Baal Schamin in Palmyra. Einige Tage später zerstören die Extremisten auch den Baaltempel.

September 2015

Eine weitere Koalition bildet sich.  Russland bestätigt erstmals die Präsenz von Militärexperten in Syrien. Vorher waren Bilder russischer Soldaten in Syrien in den sozialen Netzwerken aufgetaucht. Russland und Iran unterstützen Syrien im Kampf gegen den IS, aber auch gegen andere Oppositionsgruppen.

November 2015

Nach den Anschlägen von Paris vom 13. November mit mindestens 129 Toten fliegt die französische Luftwaffe verstärkt Angriffe auf die Stadt Al-Raqqa, das inoffizielle Zentrum des vom IS kontrollierten Gebiet im Irak und Syrien. Frankreich fliegt bereits seit September 2014 Luftangriffe auf IS-Stellungen.

Von

rtr

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