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13.02.2018

16:51 Uhr

„Fire and Fury“-Autor Wolff

„Trump hat nicht die emotionale Reife, die für diesen Job nötig ist“

Mit seinem Skandalbuch über den US-Präsidenten hat sich Autor Michael Wolff einen Namen gemacht. Im Interview mit Spiegel Online setzt er nun noch einen oben drauf.

Der Autor des Buches „Fire and Fury“ teilt weiter ordentlich gegen den US-Präsidenten aus. dpa

Michael Wolff

Der Autor des Buches „Fire and Fury“ teilt weiter ordentlich gegen den US-Präsidenten aus.

DüsseldorfFast zwei Millionen Mal hat sich der Titel „Fire and Fury“ von Autor Michael Wolff bereits verkauft. Damit ist das Buch über das erste Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump auf dem Weg zu einem der erfolgreichsten Sachbücher der vergangenen Jahre. Jetzt legt der Buchautor in einem Interview mit Spiegel Online nach: Er rechne damit, dass es im Zuge der Russlandaffäre zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten kommen wird. Belegen kann er seine Behauptung allerdings nicht. Seit seiner US-Premiere hält sich „Fire and Fury“ auf Platz eins der Bestsellerliste der „New York Times“. Am 16. Februar erscheint das Buch unter dem Titel „Feuer und Zorn“ auch auf Deutsch.

Michael Wolff, ein Journalist, der nicht gerade dafür bekannt ist, es mit den Fakten so genau zu nehmen, hat mit seinem Buch für viel Furore gesorgt. Der Präsident geht unter die Decke, sein Chef-Ideologe Steve Bannon verliert seinen Job. Er habe gar nicht versucht, so gesteht Wolff, jede einzelne Behauptung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Er habe lieber seiner Erfahrung vertraut, und zum Schluss eine Geschichte daraus zusammengesetzt, die nicht unbedingt in ihren Details, aber in ihrem Narrativ, ihrer Idee, dem entsprach, was er erlebt hatte.

Auch nach Veröffentlichung seines Skandalbuchs teilt der Autor ordentlich aus: „Trump ist zu dumm, um sich zu verschwören“, sagt Wolff gegenüber Spiegel Online. Und meint damit Trumps Verstrickung in Sachen Russland-Affäre. In seinem Buch stellt er bereits die These auf, Trump und seine Leute seien nur in die Russland-Affäre gerasselt, weil sie nicht wussten, was da vor sich ging.

Brisante Details aus dem Trump-Enthüllungsbuch

Hintergrund

Journalist Michael Wolff hat nach eigener Aussage mit mehr als 200 Personen gesprochen, darunter Mitgliedern von Donalds Trumps innerstem Zirkel. Auf 336 Seiten veröffentlicht er nun juristisch relevante Details sowie weitere, pikante Enthüllungen über das Weiße Haus.

Dieses Bild zeichnet Wolff

Michael Wolff beschreibt eine von Chaos geprägte Regierungszentrale, in der es anfangs kaum klar verteilte Rollen, aber viele um Einfluss buhlende Figuren gab. Trump stellt er als undisziplinierten Präsidenten dar, der den Sinn für die Realität verloren habe und selbst von seinen engsten Beratern missachtet werde.

Donald Trump über seine Wahl

Donald Trump soll über den Sieg ebenso „entsetzt“ gewesen wie „fast alle“ Berater, die ihn für inkompetent befunden hätten. Der Plan sei gewesen, die Wahl knapp zu verlieren. Doch dann habe sich Trump schnell eingeredet, dass „er es verdiene, Präsident zu sein“.

Melania Trump nach der Wahl

Nach der Wahl soll die designierte First Lady Melania aus Verzweiflung geweint haben.

Über Ivanka Trump

Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten, kommt in dem Buch nicht sonderlich gut weg. Laut Trumps Ex-Berater und Wolffs Stichwortgeber Steve Bannon sei sie „dumm wie Stroh“ (wörtlich: „dumb as a brick“ – „dumm wie ein Ziegel“). Allerdings liebäugle sie selbst mit einer Präsidentschaftskandidatur.

Über Jared Kushner

Ivankas Ehemann Jared Kushner wird in dem Buch als kalter Karrierist beschrieben, der den Trump-Clan nutze, um seine persönlichen Ziele zu erreichen.

Mitarbeiter über Donald Trump

„Er las nicht. Er überflog nicht mal. Einige hielten ihn für nicht mehr als halbgebildet“, heißt es aus seinem Umfeld. Eine Beraterin klagte, der Umgang mit Trump sei, „als wolle man herausfinden, was ein Kind will“.

Über Trumps Ängste

Aus Angst vergiftet zu werden, esse Donald Trump am liebstem Fastfood von McDonald's. Das Personal dürfe nichts anfassen, vor allem nicht seine Zahnbürste. Landen Hemden auf dem Boden, sollen sie dort liegen bleiben.

Steve Bannon zur Russland-Affäre

Mögliche Verwicklungen der Deutschen Bank in der Russland-Affäre könnten laut Steve Bannon ausschlaggebend sein für einen möglichen Sturz des US-Präsidenten: „Der Weg der Ermittler führt über die Deutsche Bank und dem ganzen Kushner-Mist. (...) Die werden die Jungs durch den Fleischwolf drehen und sagen, ,spielt gegen oder mit uns‘“.

Trumps Reaktion auf Bannon

„Steve Bannon hat nichts zu tun mit mir oder meiner Präsidentschaft“, verkündete Trump in einer Erklärung. „Als er gefeuert wurde, verlor er nicht nur seinen Job, er verlor auch seinen Verstand.“ Bannon sei nur ein einfacher Angestellter gewesen, ein Lügner, der falsche Informationen an die Medien weitergab, um sich „wichtiger zu machen, als er war“.

Genau deswegen rechne er damit, dass „Russland-Sonderermittler Robert Mueller keine Anklage gegen Trump erheben wird“, weil es so schwer sei, einen Vorsatz zu belegen. „Vorsatz ist schwer nachzuweisen, wenn man einen Idioten vor sich hat. Wenn man dumm ist, hat man keinen Vorsatz. Man tut es einfach“, argumentiert Wolff. Dafür schätzt er aber, dass die Demokraten die Kongresswahlen im November gewinnen werden, „und dass es dann wahrscheinlich zu einem Impeachment-Verfahren kommt“. Gelingt es den Demokraten, die Mehrheit im Kongress zu erlangen, können sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten anstrengen.

Und in den Augen Michael Wolffs wäre das wohl die richtige Entscheidung. Der Autor ist sich sicher, „Trump hat nicht die emotionale Reife, die für diesen Job nötig ist“. Er sei eben einer, der den Job „buchstäblich nicht erledigen kann“. Und das Schlimmste daran ist, so Wulff, dass Trump unkontrollierbar sei.

Das macht sich, zumindest in den Augen seiner politischen Gegner, dieser Tage vor allem an Trumps gerade erst vorgelegtem Haushaltsentwurf bemerkbar. Hatte er in seinem ersten, 2017 vorgelegten Haushalt noch ein kleines Plus bis 2027 veranschlagt, geht die aktuelle Budgetvorstellung von 7,2 Billionen Dollar Schulden über das nächste Jahrzehnt aus. Der Grund: Trumps Steuerreform wird sich nicht – wie von ihm im vergangenen Jahr betont – „von selbst bezahlen“.

Von

kwi

Kommentare (2)

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x y

13.02.2018, 17:04 Uhr

Vielleicht wird er noch erwachsen.

Herr Peter Spiegel

13.02.2018, 18:03 Uhr

„Fire and Fury“ Wie oft wird diese alte Schwarte nach besprochen ? Schlage Video Lesungen vor zum Einschlafen vor.

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