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11.05.2014

19:36 Uhr

Firma dementiert

US-Söldner sollen ukrainischer Armee helfen

Einem Medienbericht zufolge soll eine US-Sicherheitsfirma die ukrainische Armee und Polizei mit rund 400 Söldnern unterstützen. Die Vizechefin des Unternehmens dementiert.

Ukrainischer Soldat: Unterstützung aus den USA? Reuters

Ukrainischer Soldat: Unterstützung aus den USA?

KiewDie ukrainischen Streitkräfte werden einem Zeitungsbericht zufolge von hunderten Söldnern aus den USA unterstützt. Auf Seiten der ukrainischen Armee und Polizei operierten derzeit etwa 400 Elitekämpfer der privaten US-Sicherheitsfirma Academi, berichtete „Bild am Sonntag“. Der Bundesnachrichtendiensts (BND) habe die Bundesregierung am 29. April darüber in Kenntnis gesetzt. Die Informationen sollen vom US-Geheimdienst stammen. Das Unternehmen wies die Angaben als falsch zurück.

„Die schwer bewaffneten Söldner koordinieren und führen Guerillaeinsätze rund um die ostukrainische Stadt Slawjansk gegen prorussische Rebellen“, schrieb „Bild am Sonntag“. Academi-Vizechefin Suzanne Kelly sagte dagegen dem Portal „Zeit Online“, das Unternehmen habe nirgendwo in der Ukraine Personal präsent oder im Einsatz. Es sei auch nicht geplant, in der Ukraine präsent zu sein oder einen Einsatz zu starten.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Kelly bezeichnete es als „unglaublich unverantwortlich“, den Eindruck zu erwecken, Academi und die umstrittene frühere US-Sicherheitsfirma Blackwater seien ein und dasselbe. Der Eigner von Blackwater habe die in den USA angesiedelte Trainingseinrichtung an private Investoren verkauft, die diese und das zur Unterstützung gegründete Unternehmen in Academi umbenannt habe.

Der frühere Eigentümer habe alle Rechte an dem Namen Blackwater behalten. „Academi hat keine Beziehung zu ihm“, sagte Kelly. Aus Blackwater war im Jahr 2009 das Unternehmen Xe Services hervorgegangen, daraus wiederum im Jahr 2011 Academi.

Blackwater war in die Kritik geraten, weil eine Gruppe von Mitarbeitern im Jahr 2007 bei der Bewachung eines US-Diplomatenkonvois in der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens 14 Zivilisten getötet haben soll. Der Irak beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen.

In der ukrainischen Rebellenhochburg Slawjansk wurde am Wochenende weiter heftig gekämpft. Vom Stadtrand waren am Sonntag schweres Geschützfeuer und Maschinengewehrsalven zu hören. Zudem wurden aus dem Vorort Andrijwka am südlichen Zugang der Stadt Gefechte gemeldet.

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