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21.10.2014

19:47 Uhr

Firmengruppe

Italiens Polizei deckt Steuerbetrug in Milliardenhöhe auf

Steuerhinterziehung durch Privatpersonen oder Unternehmen ist eines der größten Probleme in Italien. Nun hat die Polizei eine Firmengruppe auffliegen lassen, die den Staat um mehr als 1,7 Milliarden Euro betrog.

Die italienische Polizei hat mafiöse Strukturen in Rom aufgedeckt:  Die „Mafia Capitale“ schadet dem Staat gewaltig. dpa

Die italienische Polizei hat mafiöse Strukturen in Rom aufgedeckt: Die „Mafia Capitale“ schadet dem Staat gewaltig.

RomDie italienische Polizei hat einen großangelegten Steuerbetrug durch Unternehmen aufgedeckt. Eine Gruppe von Firmen habe ein System falscher Rechnungen entwickelt und damit über die Jahre Steuern in Höhe von mehr als 1,7 Milliarden Euro hinterzogen, teilte die Finanzpolizei am Dienstag in Rom mit. Die illegalen Aktivitäten hätten dem Staat erheblichen Schaden zugefügt.

Das Betrugssystem sei 2001 von zwei römischen Unternehmern eingeführt worden, erklärte die Polizei. Den Angaben zufolge stellten Subunternehmer falsche Rechnungen für Leistungen in Branchen wie Sicherheit und Industriereinigung aus. Die entsprechenden Zahlungen landeten auf den Konten von Firmen, die allein für das Kassieren des Geldes geschaffen und nach der Überweisung der Summen nach Luxemburg und San Marino umgehend für bankrott erklärt wurden.

Insgesamt stünden 62 Menschen im Verdacht, an dem Betrugssystem beteiligt gewesen zu sein, erklärte die italienische Polizei. Güter im Wert von mehr als hundert Millionen Euro seien beschlagnahmt worden, darunter rund hundert Immobilien, zwei Unternehmen und rund hundert Bankkonten. An den landesweiten Ermittlungen waren rund 70 Polizisten beteiligt.

Die größten Baustellen für Italiens neue Regierung

Wahlrecht

Nachdem das alte Wahlrecht für verfassungswidrig erklärt wurde, braucht Italien dringend ein Neues. Lettas möglicher Nachfolger Matteo Renzi hat bereits einen Vorschlag ausgearbeitet, der bei künftigen Wahlen ein Patt im Parlament verhindern soll.

Arbeitslosigkeit

Die Zahlen kletterten in Italien während der Krise auf Rekordniveau, vor allem junge Menschen sind betroffen. Mehr als 40 Prozent der Italiener unter 25 Jahren haben keinen Job.



Steuersystem

Dieses Thema steht mit ganz oben auf der Agenda. Schon die Regierung Letta hatte Unternehmen und Arbeitnehmern Steuersenkungen in Milliardenhöhe in Aussicht gestellt.

Wirtschaftswachstum

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone steckte zuletzt in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit, erst in diesem Jahr hat die Wirtschaft langsam wieder zu wachsen begonnen.



Bürokratieabbau

Die öffentliche Verwaltung muss vereinfacht und reformiert werden - auch dies ist ein erklärtes Ziel Renzis. Zudem will er einen besseren Überblick über die Staatsausgaben bekommen und gezielte Kürzungen durchsetzen.

Arbeitsmarkt

Auch in diesem Bereich hat das Land eine Reform bitter nötig. Letta hatte erste Pläne für eine Liberalisierung entwickelt, die konkrete Umsetzung kommt auf die neue Regierung zu.


Staatsstrukturen

Sowohl das Parlamentssystem mit zwei gleichberechtigten Kammern als auch die Struktur des Landes mit den 20 Regionen stehen immer wieder in der Kritik.


Steuerhinterziehung durch Privatpersonen und Unternehmen gilt als eines der größten Probleme der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Einem im vergangenen Monat veröffentlichten Regierungsbericht zufolge gehen dem italienischen Staat damit Einnahmen in Höhe von 91 Milliarden Euro pro Jahr durch die Lappen. Das entspreche rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Von

afp

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