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07.01.2005

07:17 Uhr

Fischer und Annan machen sich ein Bild vor Ort

Uno übt Druck auf Geberländer aus

Während noch immer Tausende von Menschen in den Katastrophengebieten Asiens auf Hilfe warten, gingen die Aufräumarbeiten am Freitag weiter. Bundesaußenminister Joschka Fischer macht sich in der Region selbst ein Bild vom Ausmaß der Verwüstung. Der Grünen-Politiker will sich unter anderem persönlich erkundigen, wo und wie die deutschen Hilfsgelder für die Flutopfer investiert werden können.

Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren - jetzt müssen nur noch die zugesagten Spenden an die richtigen Orte fließen. Foto: dpa

Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren - jetzt müssen nur noch die zugesagten Spenden an die richtigen Orte fließen. Foto: dpa

HB COLOMBO/BERLIN/JAKARTA/NEW YORK. US-Außenminister Colin Powell wurde derweil auf Sri Lanka erwartet, wo er sich ein Bild von der Lage machen will. UN-Generalsekretär Kofi Annan ist am Freitag im indonesischen Katastrophengebiet Aceh auf der Insel Sumatra eingetroffen. Zusammen mit Regierungsmitgliedern wollte er sich ein Bild von den Verwüstungen und vom Einsatz der Hilfskräfte nach dem schweren Erdbeben machen. Am Donnerstag hatte Annan auf einer Konferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta vor einer „zweiten Welle des Todes“ gewarnt, falls die internationalen Hilfsmaßnahmen zu kurz greifen. Die Flutwelle hat nach Schätzungen allein in Indonesien über 100 000 Menschen in den Tod gerissen.

Die Bundesregierung hatte ihre Finanzhilfe für den Wiederaufbau der betroffenen Regionen auf 500 Mill. € aufgestockt. Die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek- Zeul (SPD), begründete dies mit der Verantwortung Deutschlands begründet. „Es ist beispielhaft, wie sich unsere Bürgerinnen und Bürger engagieren. Da muss auch der Staat seinen Beitrag leisten“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die zuvor zugesagten 20 Mill. € seien nur für Soforthilfe vorgesehen gewesen. „Das zusätzliche Geld ist für den Wiederaufbau, der nachhaltig angelegt sein muss.“

Die Vereinten Nationen (UN) drängen alle Geberländer, der Welt-Organisation Klarheit über die Details der zugesagten Flutspenden für Asien zu verschaffen. Niemand wisse bisher, welche Spenden als Bargeld, in Materialien, für sofortige Bergungsarbeiten oder den langfristigen Wiederaufbau gedacht seien, sagte der UN- Nothilfekoordinator Jan Egeland am Donnerstag in New York. Man wisse auch nicht, welche Gelder als echte Spende, Kredit oder Teil schon zugesagter Entwicklungshilfe geplant seien, erläuterte Egeland. Den Hilfs-Zusagen von Australien, Deutschland, Japan, Großbritannien und anderen großzügigen Spendern müssten jetzt die Taten folgen.

Die Vereinten Nationen konzentrieren ihre Hilfen für die Opfer der Flutkatastrophe im Indischen Ozean derzeit auf isolierte Gebiete auf der indonesischen Insel Sumatra. Dort könnten noch hunderttausende Menschen auf Notfallhilfe angewiesen sein, teilten die UN am Donnerstag in New York mit. Die Provinzen Sumatras seien am stärksten von der Flut betroffen, aber bisher sei es für Helfer schwierig gewesen, dort hinzugelangen, da es die Infrastruktur kaum ausgebildet sei, sagte de UN-Koordinator der Katastrophenhilfe, Jan Egeland. Vor den Flutwellen vom 26. Dezember habe nicht weniger als eine Million Menschen in den Gebieten gelebt. Wie viele dort noch seien, sei indes schwer zu sagen, da viele Überlebende in das hügelige und stark bewaldete Innere der Insel geflohen seien.

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