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07.12.2011

01:05 Uhr

Flammende Rede

Obama prangert wachsende soziale Kluft in den USA an

US-Präsident Barack Obama hat eine Rede zur sozialen Spaltung der Gesellschaft in den USA gehalten. Der Kampf der Mittelklasse gegen den sozialen Abstieg sei die „entscheidende Frage unserer Zeit“.

US-Präsident Barack Obama hält eine Rede an der Osawatomie High School in Osawatomie, Kansas. AFP

US-Präsident Barack Obama hält eine Rede an der Osawatomie High School in Osawatomie, Kansas.

OsawatomieUS-Präsident Barack Obama hat die wachsende soziale Kluft in seinem Land angeprangert. „Die ganz oben an der Spitze sind durch ihre Einkommen und Investitionen reicher geworden als jemals zuvor, alle anderen aber müssen mit Kosten kämpfen, die wachsen, und Löhnen, die das nicht tun“, sagte Obama am Dienstag bei einem Auftritt in der Kleinstadt Osawatomie (US-Bundesstaat Kansas).

Diese zunehmende Ungleichheit strafe das Versprechen des amerikanischen Traums Lügen, dass es jeder schaffen könne, wenn er nur wolle, sagte der US-Präsident weiter. Der Kampf der Mittelklasse gegen den sozialen Abstieg sei die „entscheidende Frage unserer Zeit“.

Für seine Rede hatte Obama bewusst die Kleinstadt Osawatomie gewählt. Dort hatte Ex-Präsident Theodore Roosevelt 1910 seine berühmte Rede über den „Neuen Nationalismus“ gehalten, in der er sich für größere soziale Gerechtigkeit einsetzte. Seit Wochen versucht Obama vergeblich, die Republikaner im US-Kongress zu einer Verlängerung von zum Jahresende auslaufenden Steuervergünstigungen für die Mittelschicht zu bewegen.

In Washington demonstrierten unterdessen hunderte Bürger aus allen Teilen der USA für mehr Jobs und stärkere soziale Sicherheit. In kleinen Gruppen drangen sie in Abgeordnetenbüros rund um das Kapitol ein und verlangten, ihre gewählten Vertreter zu sprechen. „Ihr wurdet gewählt, um uns zu repräsentieren, tut eure Arbeit“, riefen sie. Die dreitägige Aktion „Take Back the Capitol“ (Holt euch das Kapitol zurück) lehnt sich an die „Occupy“-Bewegung der vergangenen Wochen an.

Von

afp

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

07.12.2011, 04:28 Uhr

Seine ueblichen grossen Sprueche. Ich kann sie nicht mehr hoeren.

Ich denke, wenn der Schuldenkoenig die gigantischen verschwendeten Geldmassen direkt jedem beduerftigen Amerikaner gegeben haette, dann gaebe es keine Probleme. So aber drucken seine FED-Freunde munter weiter fuer die Wall Street und enteignen die armen Sparer mit negativen Zinsen. Und Obama, der eigentliche Macher dieser Konstruktion prangert die wachsende soziale Kluft an, hat er doch nur die Aktienmaerkte und die Taenzer um dieses heilige Kalb im Sinne.

Obama ist untragbar - die USA stehen am Abgrund oder sind gar schon im freien Fall. Und der Mensch hat nichts als grosse Sprueche.

Politemotion

07.12.2011, 06:49 Uhr

Lobbygruppen gestalten den politischen Alltag in den USA. Das Wenige richtig gut leben können, das private Krankenkassenwesen ineffizient u. überteuert ist, die Infrastruktur der USA verloddert u. durch Uraltstandards geprägt ist, das so extrem viel aus China importiert und das das inländische Produktionsverstehen so stark sinkt und immer weniger Arbeitsplätze bindet, hat System.

Politiker reden aber nicht in Fakten, sondern emotionalisieren "Einfachaussagen" oder versuchen es mit Nebenschauplätzen (unwichtig) aber aufbauschend.

Trotz allem ist die USA aber ein riesiger wichtiger Inlandsmarkt, der noch entwicklungsfähig ist. Leider ist die Politik aber eher mit sich und der intensiven Betreuung weniger Lobbygruppen beschäftigt. Die US-Bürger werden es aber zunehmend leid sein, substanzlos regiert zu werden. Die Zeit der Phrasen und flotten Sprüche geht zu Ende. Die Bürger möchte Ergebnisse sehen und keine Sprüche. Von Sprüchen kommen keine Jobs und keine Kaufkraft für den Großteil der Bevölkerung.

lollipop

07.12.2011, 07:13 Uhr

Wovon Obama nicht geredet hat und was für viele Europäer kaum verständlich erscheint: der sogenannte sekundäre Analphabetismus, der die "Verstehensebenen" des Gehörten inzwischen zum festen Bestandteil sogenannter "symbolischer Politik" gemacht hat.
Es wäre von den Republikanern geradezu als Hochverrat aufgefaßt worden, hätte Obama die Rede in einer der vielen Slum-ZeltVorstädte gehalten (mit entsprechenden TV-Bildern), von denen es inzwischen mehr gibt, als einem funktionierenden Gemeinwesen recht sein kann.

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