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21.01.2011

14:18 Uhr

Flucht vor dem Rettungsschirm

Spanien verordnet Sparkassen Radikalkur

Mit einer Radikalkur zur Gesundung des Sparkassensektors will Spanien Spekulationen über eine Flucht unter den EU-Rettungsschirm den Boden entziehen. Nach am Freitag durchgesickerten Plänen will Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero die öffentlich-rechtlichen Institute für private Investoren öffnen und zu Börsengängen drängen.

Greift auf dem Bankensektor durch: Premier Zapatero. Quelle: Reuters

Greift auf dem Bankensektor durch: Premier Zapatero.

HB MADRID. Problemfälle soll der Staat vorübergehend unter seine Fittiche nehmen. Spanien will so dem Schicksal Irlands entgehen, das sich wegen der Schieflage im Bankensektor in die Arme von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) flüchten musste.

Die Misere der mit faulen Krediten belasteten „Cajas' hängt wie ein Damoklesschwert über dem hochverschuldeten südeuropäischen Land, das die Krise aus eigener Kraft meistern will. Dennoch soll der eigens für Euro-Wackelkandidaten aufgespannte EU-Rettungsschirm nach dem Willen der EU-Kommission für alle Fälle gestärkt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel pocht dabei auf einen Beitrag der schwächeren Euro-Staaten. „Es kann nicht sein, dass einige Euro-Länder die ganze Last des Rettungsschirms tragen“, sagte ihr Sprecher.

Zurzeit sprechen die Euro-Regierungen über eine Bareinlage im europäischen Stabilisierungsfonds (EFSF), um dessen maximales Kreditvolumen zu erhöhen. Dadurch würden allerdings die ohnehin überdehnten Staatshaushalte einiger Länder weiter belastet. Für den EFSF haben zwar 16 Länder Kreditgarantien von bis zu 440 Milliarden Euro bereitgestellt. Weil aber nur sechs davon dank ihrer soliden Finanzen die höchste Bonitätsnote AAA haben, kann der EFSF effektiv nur 250 Milliarden Euro zur Stützung von Schuldenstaaten wie Irland bereitstellen. Sonst würde er selbst sein Spitzenrating verlieren und höhere Zinsen bezahlen müssen.

Eine Bareinlage würde den EFSF in die Lage versetzen, mehr Geld zu verleihen. In Kreisen der Euro-Regierungen hieß es, im Gespräch sei, ob alle Länder Bargeld an den EFSF überweisen oder nur die mit schwächerer Bonität. Die sechs Länder mit einem Spitzenrating könnten dann ihre Garantien zu 100 Prozent für die Kapitalaufnahme des EFSF bereitstellen. Bisher muss die Kreditsumme von den Staaten zu 120 Prozent abgesichert werden.

Kommentare (7)

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Euromeltdown

21.01.2011, 17:30 Uhr

Spanien ist mit ca. 900 Mrd €uro am immobilienmarkt verschuldet.
Dies sind in etwa aktuelle US-Grössenverhältnisse.
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Man muss sich das Desaster nur mal örtlich bzw auf internet anschauen.
Ganze neu gebaute Vororte von Madrid, Alicante, Valencia und andere neu errichtete Küstenorte stehen leer !!
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Man versucht nun die Cajas (Sparkassen) zu fusionieren, aber diese sind hoffnungslos überschuldet und somit faktisch bankrott...
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Die Teilinvolvierten span. Geschäftsbanken haben ein besonderes bilanzierungsrecht (Streckungsfaszilität), d.h sie können die belasteten bilanzen über Jahre gestreckt bereinigen. Somit sind die Hypothekenforderungen seit 2008 gar noch nicht in den bilanzen ausgewiesen.
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Es sieht schlimm aus in Spanien,
mit unkontrollierter Einwanderung (ca. 2-4 Mio (Nord)-Afrikaner und Arabern), mit 20% Arbeitslosigkeit; dav. 40% Jugendarbeitslosigkeit, kaum konkurrenzfähiger industrie und rasant steigender Staatsverschuldung.
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Dazu steht Spanien mit 300 Mrd € an DE in der Kreide.
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Wohl bekomm's !!

karlosdallos

21.01.2011, 18:09 Uhr

der vorschölag kommt doch sicher von

Josee Ackermaneiros.

Michel

21.01.2011, 18:48 Uhr

Spanien viel Sonne und noch mehr ignoranz!!!

Spanien hat auch ein großes Problem mit der Korruption die allgemein als "normal" angesehen wird.
Die Meisten die in die Politik gehen suchen nur Zugang zu den Steuergeldern ( Auch EU-Gelder ) um schnell reich zu werden.
Wenn man die Menschen auf der Strasse darauf anspricht sagen sie, dass sei "normal" das würde jeder machen!

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