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07.09.2011

01:46 Uhr

Fluchtgerücht zerstreut

Gaddafi soll weiterhin in Libyen sein

Eine Wagenkolonne hat die libysch-nigerische Grenze überquert. Die USA bezweifeln sogleich, dass der Diktator mitreiste. Nun melden sich nicht nur Gadddafis Sprecher, sondern auch die Regierung Nigers zu Wort.

Ein Porträt von Muammar Gaddafi mit Müllsack: Der Ex-Diktator ist noch immer auf der Flucht. Reuters

Ein Porträt von Muammar Gaddafi mit Müllsack: Der Ex-Diktator ist noch immer auf der Flucht.

Washington/Tunis/NiameyEin Sprecher des nigrischen Präsidenten hat Berichte über einen Militärkonvoi von über 200 Fahrzeugen auf dem Weg von Libyen nach Niger als falsch zurückgewiesen. Lediglich drei Autos hätten die Grenze überquert, sagte der Stabschef von Präsident Mahamadou Issoufou der Nachrichtenagentur AP am späten Dienstagabend.

Niger habe seinerseits einen Militärkonvoi entsandt, um den Sicherheitschef des einstigen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, Mansur Dao, in die Hauptstadt Niamey zu eskortieren, sagte Massoudou Hassoumi. Dao sei bereits am Montag in den Niger eingereist und stehe nun in einer Villa in Niamey unter Beobachtung.

Der ehemalige libysche Machthaber Muammar Gaddafi befindet sich nach Angaben seines Sprechers weiter in seinem Heimatland. Gaddafi sei in Sicherheit und erfreue sich bester Gesundheit, sagte am Dienstag Musssa Ibrahim der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei sich der Unterstützung von Millionen von Menschen gewiss - nicht nur in Libyen, sondern in der ganzen arabischen Welt.

Die Ankunft eines großen libyschen Militärkonvois im Nachbarland Niger hatte Spekulationen aufkommen lassen, Gaddafi habe sich zum Verlassen des Landes entschieden und werde sich möglicherweise der Fahrzeugkolonne auf dem Weg nach Burkina Faso anschließen.

Die USA sahen allerdings von vornherein keine Anhaltspunkte für eine Flucht von Libyens Ex-Machthaber Muammar el Gaddafi ins Nachbarland Niger. In einem großen libyschen Konvoi seien am Montagabend „hohe Verantwortliche des Regimes“ in den Niger gereist, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. „Wir glauben nicht, dass Gaddafi unter ihnen war.“

Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich Gaddafi irgendwo anders aufhalte als in Libyen. Sie gehe aber davon aus, dass für alle Passagiere des Konvois ein Reiseverbot der Vereinten Nationen bestanden habe, sagte die Sprecherin.

Eine Wagenkolonne hatte am Montagabend die Grenze in den Niger überquert, hatte die nordnigrische Stadt Agadez durchquert und war von dort aus auf dem Weg in die Hauptstadt Niamey, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichteten. Der Außenminister des westafrikanischen Landes, Mohamed Bazoum, widersprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP aber Gerüchten, Gaddafi habe sich an Bord der Fahrzeuge befunden. Es seien „einige Persönlichkeiten mehr oder weniger wichtigen Ranges im Niger eingetroffen“, aber niemand „aus der ersten Reihe“, „am wenigsten Muammar el Gaddafi und einer seiner Söhne“, sagte Bazoum.

Unterdessen wurden in der von Gaddafi-Truppen gehaltenen Wüstenstadt Bani Walid 150 Kilometer südlich von Tripolis die Kapitulationsverhandlungen wieder aufgenommen. In Gaddafis Geburtsstadt Sirte kam es nach Tagen der Waffenruhe erstmals wieder zu schweren Gefechten.

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