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13.07.2013

08:34 Uhr

Flüchtiger Informant

Snowden zeigt Obamas Amerika Grenzen auf

VonNils Rüdel

Lateinamerika drohen, Russland beschwören, Deutschland schmeicheln: Für Barack Obama war der Freitag ein hektischer Tag. Edward Snowden zeigte sich der Öffentlichkeit – doch eine Auslieferung ist nicht in Sicht.

Das Ziel bleibt weiter Lateinamerika

Snowden bittet um Asyl in Russland

Das Ziel bleibt weiter Lateinamerika: Snowden bittet um Asyl in Russland

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New York„Hallo. Mein Name ist Ed Snowden“. Wochenlang hatte die Welt darauf gewartet, am Freitag war es endlich so weit: Der Geheimdienst-Informant zeigte sich erstmals seit seiner Flucht aus den USA und Hongkong in der Öffentlichkeit. Vor Menschenrechts-Aktivisten auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo dankte der 30-Jährige allen Regierungen, die ihn unterstützen – und kündigte an, in Russland vorübergehend um Asyl zu bitten.

Mit seinem Auftritt löste der Amerikaner erneut gleich mehrere diplomatische Krisen aus. In den USA, wo Snowden unter anderem wegen Geheimnisverrats mit Haftbefehl gesucht wird, bekam die Regierung am Freitag eine Menge zu tun: Sie drohte in Richtung Russland und Lateinamerika und wurde postwendend scharf kritisiert. Sie musste einen hohen Besucher aus Deutschland beschwichtigen. Und war am Ende des Tages sogar gezwungen, mit einem ihrer größten Widersacher über Snowden zu verhandeln.

Ein hektischer Tag – doch US-Präsident Barack Obama kam seinem Ziel, Snowden habhaft zu werden, offenbar kein Stück näher: Der Enthüller, der umfangreiche Informationen über die Ausspäh-Programme der US-Geheimdienste an die Presse weitergegeben hatte, hält sich noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens auf. Und vieles spricht dafür, dass er dort auch noch eine Weile bleiben wird.

Whistleblower: USA warnen Russland vor Asyl für Snowden

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Der von den USA gesuchte Whistleblower Snowden hat in Russland Asyl beantragt. Nun finden die Vereinigten Staaten deutliche Worte. US-Präsident Obama hat am Freitag mit Kreml-Chef Putin gesprochen.

Daran änderte wohl auch das Telefonat auf höchster Ebene nichts, das Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin führten. Wenige Details aus dem schon länger angesetzten Gespräch wurden bekannt, das Weiße Haus verbreitete am Abend nur Floskeln. „Die beiden Präsidenten betonten die Bedeutung der amerikanisch-russischen Beziehungen“, hieß es, „und besprachen eine Reihe von sicherheits- und bilateralen Themen, einschließlich dem Status von Mr. Edward Snowden“.

Die allgemeine Interpretation: Obama ist bei Putin abgeblitzt. Und das, obwohl die US-Regierung zuvor zumindest verbal den Druck deutlich erhöht hatte. Regierungssprecher Jay Carney kritisierte Moskau am Freitag dafür, das Treffen Snowdens mit Menschenrechtsgruppen zugelassen zu haben. So habe man dem Flüchtigen eine „Propaganda-Plattform“ ermöglicht und die eigenen Beteuerungen gebrochen, in dem Fall neutral zu bleiben.
Auch US-Außenminister John Kerry ließ über seine Sprecherin ausrichten, dass die Russen „noch immer die Möglichkeit haben, das Richtige zu tun und Mr. Snowden in die Vereinigten Staaten zurückzubringen“. Dem gesuchten Straftäter Asyl zu gewähren könne das Verhältnis der beiden Staaten beeinträchtigen, so die Drohung.

Kommentare (51)

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Account gelöscht!

13.07.2013, 08:45 Uhr

Es ist schlicht und ergreifend unfassbar, dass das beispiellose Ausspähen und mitschneiden offenbar aller Wörter, gesprochen oder geschrieben, eines jeden von uns der Regierung schlichtweg scheißegal ist

sir_walter

13.07.2013, 08:55 Uhr

Das was in den USA derzeit vor sich geht ist schlicht unfassbar.
Siehe :
http://www.youtube.com/watch?v=ywKJCc7w_Lw#at=784
Viel "Spaß" beim Anschauen.

Account gelöscht!

13.07.2013, 08:55 Uhr

@Marco99

Die Deutschen Politiker rauben Schweizer banken aus und das vermutlich auch noch auf kriminelle Art. Bestätigt vom höchsten Deutschen Gericht.
Die Amerikaner machen das aus. Was ist Recht was ist Unrecht?

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