Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.09.2015

14:30 Uhr

Flüchtlinge

Angespannte Lage an Europas Grenzen

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme nach Europa suchen alle beteiligten nach einer Lösung. Während Kanzlerin Merkel auf einer Quotenlösung beharrt, bringt die UN eine internationale Konferenz ins Gespräch.

20.000 Menschen warten auf der griechischen Insel darauf, in Richtung Westeuropa weiterreisen zu können. ap

Flüchtlings-Registrierung auf Lesbos

20.000 Menschen warten auf der griechischen Insel darauf, in Richtung Westeuropa weiterreisen zu können.

BerlinDie Lage an den EU-Außengrenzen bleibt weiterhin angespannt. Nach UN-Angaben vom Dienstag harrten allein auf den griechischen Inseln 30.000 Flüchtlinge aus, davon 20.000 auf Lesbos. Der für Einwanderung zuständige Minister Giannis Mousalas warnte am Montag, Lesbos mit seinen 85.000 Einwohnern stehe vor einer „Explosion“. Die örtlichen Behörden könnten die Lage kaum noch bewältigen. In der Nacht zum Dienstag kam es dann erneut zu Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Sicherheitskräften. Rund ein Dutzend Mitglieder der Küstenwache und der Bereitschaftspolizei gingen teils mit Schlagstöcken gegen aufgebrachte Migranten vor, die auf ein von der Regierung bereitgestelltes Schiff gelangen wollten.

Am Dienstag hatten die Behörden die Situation nach Angaben des Bürgermeisters von Lesbos wieder etwas besser im Griff. Es sei ein neues Erstaufnahmelager eingerichtet worden, zudem sollten vier Fähren Flüchtlinge aufs Festland bringen. Die zuständige Gouverneurin Christiana Kallogirou rief die EU auf, ihre versprochene Hilfe zu beschleunigen. Lesbos habe bisher noch keinen Euro gesehen.

Wichtige Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik: Der Fahrplan

24. September

In Berlin treffen Bund und Länder zu einem Flüchtlingsgipfel zusammen. Spannend ist vor allem, wie sich die neun grün-mitregierten Länder zu dem Beschluss der Bundesregierung verhalten, weitere sichere Herkunftsländer auf dem Balkan auszuweisen.

15. Oktober

Die geplanten Gesetzesänderungen in der Flüchtlingspolitik sollen laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an diesem Tag den Bundestag passieren. Einen Tag später soll der Bundesrat dem Gesetzespaket zustimmen.

15. und 16. Oktober

Beim regulären EU-Gipfel in Brüssel wird die Flüchtlingspolitik im Vordergrund stehen, ob es nun davor oder danach einen Sondergipfel gibt oder nicht.

11. November

Auf Malta treffen die Staats- und Regierungschefs der EU mit afrikanischen Vertretern zu einem Migrationsgipfel. Der Termin steht lange fest. Es dürfte vor allem um die Bekämpfung der Fluchtursachen in den afrikanischen Ländern gehen.

An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien warteten 8.000 Menschen auf ihren Übergang in die ehemalige jugoslawische Teilrepublik. Nach heftigen Spannungen schien sich die Lage am Dienstag aber wieder etwas beruhigt zu haben. In Ungarn brachen rund 200 Menschen am Montagabend aus dem Aufnahmelager von Röszke unweit der serbischen Grenze aus und machten sich zu Fuß auf der Autobahn auf den Weg gen Westeuropa. Erst nach rund 15 Kilometern ließen sie sich von der Polizei zu einer Rückkehr überreden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×