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14.05.2015

10:46 Uhr

Flüchtlinge aus Myanmar

Malaysia weist Schlepper-Boote ab

Seit Monaten treiben Tausende Bootsflüchtlinge aus Myanmar und Bangladesch in der Straße von Malakka und nahegelegenen Gewässern. Malaysia, Indonesien und Thailand wollen sie nicht haben – und weisen sie harsch ab.

Die Bootsflüchtlinge in Südostasien kommen vor allem aus Bangladesch und Myanmar – viele von ihnen gehören der Volksgruppe der Rohingya an, einer muslimischen Minderheit, die seit Jahren diskriminiert wird. dpa

Bangladescher und Rohingya

Die Bootsflüchtlinge in Südostasien kommen vor allem aus Bangladesch und Myanmar – viele von ihnen gehören der Volksgruppe der Rohingya an, einer muslimischen Minderheit, die seit Jahren diskriminiert wird.

LangkawiMalaysia hat zwei Schiffe mit mehr als 800 Flüchtlingen an Bord abgewiesen. „Jetzt ist es an der Zeit, ihnen zu zeigen, dass sie hier nicht willkommen sind“, sagte der stellvertretende Heimatminister Wan Junaidi Jaafar am Donnerstag. Menschenrechtsorganisationen kritisierten Thailand, Indonesien und Malaysia, die Flüchtlinge wegzuschicken und sprachen von einer großen humanitären Katastrophe, die umgehend gelöst werden müsse. Die Vereinten Nationen warnten, Leben würden so aufs Spiel gesetzt.

Bei den Migranten handelt es sich um Mitglieder der Rohingya-Volksgruppe aus Myanmar sowie Menschen aus Bangladesch. Schätzungen zufolge stecken rund 6000 von ihnen in der Straße von Malakka und nahe gelegenen Gewässern fest, einige wohl bereits seit mehr als zwei Monaten. Etwa 1600 Migranten sind schon auf der malaysischen Insel Langkawi und im benachbarten Indonesien eingetroffen.

Jaafar sagte, ein Boot sei am Mittwoch an der Küste vor der nördlichen Insel Penang aufgespürt und mit Proviant und Treibstoff versorgt worden, bevor es weggeschickt worden sei. Ein weiteres Boot mit 300 Flüchtlingen wurde Behördenangaben zufolge nahe der Insel Langkawi abgewiesen, an der erst vor wenigen Tagen mehr als 1000 Flüchtlinge angekommen waren.

Sein Land könne den Flüchtlingen nicht erlauben, massenhaft an den Küsten zu landen, sagte der Minister. „Wir waren sehr freundlich zu Menschen, die unsere Grenzen verletzten. Wir haben sie menschlich behandelt, aber sie können unsere Küsten nicht in dieser Art überfluten.“ Neben Malaysia sind auch Indonesien und Thailand nicht bereit, den verzweifelten Männern, Frauen und Kindern Zuflucht zu gewähren.

Tausende Rohingya, einer seit langem in Myanmar diskriminierten muslimischen Minderheit, und Bangladescher sind Opfer von Menschenschmugglern geworden, die ihnen eine sichere Fahrt nach Malaysia versprachen. Massives Vorgehen der Behörden hat viele Menschenschmuggler zur Flucht von den Schiffen veranlasst. Häufig ließen sie nur wenig Lebensmittel und Wasser auf den Booten zurück.

Phil Robertson von Human Rights Watch warf Indonesien, Thailand und Malaysia vor, ein „dreiseitiges menschliches Ping-Pong-Spiel zu spielen“. Die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights erklärte, die Regierungen sollten entschlussfreudig handeln, um die Asylbewerber und Überlebenden des Menschenschmuggels zu retten und zu schützen. Sie dürften nicht zurück aufs Meer geschickt werden.

Die malaysische maritime Vollzugsbehörde teilte mit, alle Schiffe mit illegalen Flüchtlingen würden aus malaysischen Gewässern eskortiert. Die Patrouillen würden ausgebaut. Malaysia zählt nicht zu den Unterzeichnern eine internationalen Flüchtlingskonvention. Das Land beherbergt mehr als 150 000 Flüchtlinge und Asylsuchende, die meisten aus Myanmar. Mehr als 45 000 von ihnen sind Rohingya. Weil sie keinen Aufenthaltstitel haben, haben sie auch kaum Chancen auf Jobs.

Von

ap

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