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08.09.2016

17:13 Uhr

Flüchtlinge in Europa

Serbien besorgt über wachsenden Druck an der Grenze

Mehr als 1000 Migranten binnen fünf Tagen: Das Nicht-EU-Land Serbien klagt über eine zunehmende Zahl illegaler Grenzübertritte. Das Land fürchtet einen weiteren Anstieg zum Ende des Sommers.

Weil Serbien auf der Balkanroute liegt, passieren viele Flüchtlinge das Land auf ihrem Weg nach Nord- und Westeuropa. dpa

Flüchtlinge im Süden Serbiens

Weil Serbien auf der Balkanroute liegt, passieren viele Flüchtlinge das Land auf ihrem Weg nach Nord- und Westeuropa.

BrüsselMehr als 1000 Migranten und Flüchtlinge haben binnen fünf Tagen illegal die Grenze zu Serbien überschreiten wollen. Das serbische Verteidigungsministerium zeigte sich am Donnerstag besorgt über diesen Druck, der sich an der Landesgrenze aufbaue. Acht mutmaßliche Menschenschmuggler seien gefasst worden, die fast 100 Menschen in Bussen und Autos von Mazedonien und Bulgarien aus nach Serbien bringen wollten, hieß es.

Seit März ist die sogenannte Balkanroute geschlossen, über sie waren noch 2015 mehr als 1 Millionen Menschen nach Westeuropa gelangt. Bei gemeinsamen Kontrollen von Polizei und Militär wurden den serbischen Angaben zufolge seit 22. Juli etwa 6500 Menschen entdeckt, die illegal nach Serbien gelangen wollten. 836 seien in dem Land in Asylzentren geblieben, die übrigen habe man zurückgeschickt.

Die serbischen Behörden warnen vor einem möglichen Anstieg der Migrantenzahl zum Ende des Sommers, weil dann viele nicht mehr die gefährlichere Route über das Mittelmeer Richtung Europa nutzen würden. Die Polizei im EU-Land Kroatien meldete ebenfalls einen Anstieg der Grenzübertritte von serbischer Seite aus.

Etappen der Flüchtlingskrise

25. August 2015

Deutschland setzt das Dublin-Verfahren für Syrer aus. Es sieht die Rückführung von Flüchtlingen dorthin vor, wo sie zuerst EU-Boden betraten.

31. August 2015

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nennt die Bewältigung des Flüchtlingszustroms eine „große nationale Aufgabe“ und beteuert: „Wir schaffen das.“

5. September 2015

Deutschland und Österreich entscheiden, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. Bei der Ankunft in Deutschland werden sie bejubelt. CSU-Chef Horst Seehofer fühlt sich übergangen und warnt vor Überforderung.

23. September 2015

Die EU-Staats- und Regierungschefs beschließen, die Hilfen zu erhöhen und 160.000 Flüchtlinge auf die Mitgliedsländer zu verteilen. Eine große Entlastung für Deutschland bleibt aus.

24. September 2015

Der Bund stockt die Hilfe für Flüchtlinge an Länder und Gemeinden massiv auf.

15. Oktober 2015

Der Bundestag beschließt ein neues Asylrecht. Albanien, Kosovo und Montenegro werden zu sicheren Herkunftsländern. Asylbewerber sollen möglichst nur Sachleistungen erhalten.

5. November 2015

Die Koalition verständigt sich auf besondere Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit geringen Bleibechancen. Zudem wird eine zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen mit niedrigerem Schutzstatus beschlossen.

20. November 2015

Auf dem CSU-Parteitag in München lehnt Merkel die CSU-Forderung nach einer Obergrenze für die Zuwanderung strikt ab.

9. März 2016

Nach Slowenien, Kroatien und Serbien schließt auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist die Balkanroute faktisch dicht, über die 2015 mehr als eine Million Menschen nach Deutschland und Österreich gekommen waren.

18. März 2016

Die EU und die Türkei einigen sich darauf, Migranten, die illegal in Griechenland ankommen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug soll für jeden zurückgenommenen Syrer ein anderer Syrer legal und direkt von der Türkei aus in die EU kommen.

4. April 2016

Die Rückführung von Flüchtlingen und anderen Migranten von Griechenland in die Türkei sowie die Umsiedlung von Syrern aus der Türkei in die EU beginnt.

4. Mai 2016

Die EU-Kommission will Flüchtlinge gerechter verteilen. Wie viele ein Land aufnehmen muss, soll von Größe und Wirtschaftskraft abhängen. EU-Staaten, die bei dem System nicht mitmachen, sollen 250.000 Euro pro Flüchtling zahlen.

12. Mai 2016

Die EU verlängert die Erlaubnis für vorübergehende Grenzkontrollen im eigentlich passkontrollfreien Schengen-Raum.

13. Mai 2016

Der Bundestag erklärt Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern. Die notwendige Zustimmung des Bundesrates bleibt zunächst aus.

22. Juni 2016

Die EU einigt sich im Grundsatz auf eine gestärkte gemeinsame Grenzschutzagentur und Küstenwache. Die bestehende EU-Grenzschutzagentur Frontex soll in der neuen Behörde aufgehen.

13. Juli 2016

Die EU-Kommission will schärfer gegen Asylmissbrauch vorgehen. Wer nicht mit den Behörden des Aufnahmestaates zusammenarbeitet, müsse mit einer Ablehnung rechnen.

Von

ap

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