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16.12.2015

19:15 Uhr

Flüchtlinge in Europa

Tsipras fordert Rest von Europa zum Handeln auf

Immer mehr Flüchtlinge sammeln sich in Griechenland. Alexis Tsipras hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Nun fordert er von den anderen EU-Ländern, mit der versprochenen Umsiedlung der Menschen zu beginnen.

Seit Mazedonien die Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge geschlossen hat, sammeln sich die Migranten zunehmend in Athen. dpa

Alexis Tsipras

Seit Mazedonien die Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge geschlossen hat, sammeln sich die Migranten zunehmend in Athen.

AthenEinen Tag vor dem EU-Gipfel hat Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras die europäischen Länder in der Flüchtlingsfrage zum Handeln aufgefordert. „Griechenland hat seine Aufgaben unter schwierigen Umständen erfüllt, nun ist es an den anderen Europäern, mit der versprochenen Umsiedlung von 66.000 Flüchtlingen aus Griechenland voranzukommen“, sagte der Regierungschef dem Fernsehsender Skai bei einem Besuch der Ägäis-Inseln Chios und Leros am Mittwoch.

Bisher seien aus Griechenland weniger als 100 Flüchtlinge nach Mittel- und Nordeuropa umgesiedelt worden, weil die betreffenden EU-Staaten noch keine Voraussetzungen für die Aufnahme der Menschen geschaffen hätten, sagte Tsipras. Auch die Rückführung von Migranten in ihre Heimatländer müsse von Brüssel stärker unterstützt werden.

Der Hintergrund: Seit das Balkanland Mazedonien die Grenzen für Wirtschaftsflüchtlinge geschlossen hat, sammeln sich die Migranten zunehmend in Athen.

Zudem forderte Tsipras, die Umsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei zu prüfen. „Wir haben dieses Abkommen begrüßt und erkennen an, dass die Türkei finanzielle Unterstützung bei der Flüchtlingsproblematik braucht. Aber die Flüchtlingsströme müssen auch deutlich zurückgehen.“ Der Internationalen Organisation für Migration zufolge kamen in Griechenland in den vergangenen Tagen täglich rund 2000 Flüchtlinge an.

Am Mittwochmittag kenterte Medienberichten zufolge erneut ein Flüchtlingsboot. Mindestens zwei Menschen, darunter ein kleines Mädchen, ertranken. 40 Menschen wurden gerettet, weitere werden noch vermisst.

Von

dpa

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