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02.01.2016

16:10 Uhr

Flüchtlinge in Griechenland

Immer mehr Migranten aus Marokko und Algerien

Neben Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan fliehen immer mehr Marokkaner und Algerier nach Europa. Von diesem neuen Phänomen berichten griechische Behörden. Die Türkei unternehme zu wenig, um die Menschen zu stoppen.

Insgesamt kommen derzeit täglich aus der Türkei mehr als 4000 Migranten und Flüchtlinge nach Griechenland. dpa

Marokkanische Flüchtlinge in einem Lager auf Lesbos

Insgesamt kommen derzeit täglich aus der Türkei mehr als 4000 Migranten und Flüchtlinge nach Griechenland.

AthenDie griechischen Behörden machen neben den Kriegsflüchtlingen aus Staaten wie Syrien immer mehr Migranten aus Marokko und Algerien aus. „Wir haben ein neues Phänomen: Marokkaner und Algerier kommen in großen Zahlen“, sagte der für Migration zuständige griechische Vizeminister Ioannis Mouzalas der Athener Zeitung „Eleftheros Typos“ am Samstag. Sie setzten aus der Türkei über.

Diese Menschen müssten unbedingt in ihre Heimat zurückgeschickt werden, damit nicht noch mehr Migranten über die Türkei nach Europa kommen, forderte Mouzalas. Insgesamt kämen trotz schlechten Wetters täglich aus der Türkei mehr als 4000 Migranten und Flüchtlinge nach Griechenland.

Kritik, Griechenland könne seine Grenzen nicht kontrollieren, wies Mouzalas zurück. „Landesgrenzen kann man wunderbar kontrollieren. Im Meer, wenn ein Boot sinkt, hat man keine andere Wahl als die Menschen zu retten“, sagte Mouzalas der Zeitung weiter. Die Türkei unternehme zu wenig, um die Menschen zu stoppen.

Die wichtigsten Punkte des EU-Afrika-Plans zur Migration

Finanzielle Ausstattung

Einrichtung eines speziellen EU-Topfes, der sich alle migrations-relevanten Fragen abdecken soll. Die EU-Kommission hat 1,8 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt bereitgestellt und hofft auf die Verdopplung der Summe durch nationale Beiträge. (Quelle: Reuters)

Kampf gegen illegale Migration

Dazu gehören auch Rückführungsabkommen. Es wird durch die Referenz auf bisherige Abkommen festgehalten, dass afrikanische Staaten die Pflicht haben, illegal in die EU eingereiste Landsleute zurückzunehmen. Die Staaten verpflichten sich, mehr Informationen auszutauschen und gegen Schlepper vorzugehen. Landesgrenzen sollen besser geschützt und in vielen Ländern erst einmal eine Gesetzgebung gegen illegale Einwanderung geschaffen werden.

Ordnung der Migration

Entlang der Migrationsrouten soll das UNHCR neue Aufnahmeeinrichtungen prüfen. Zudem soll der Ausbau von Informationszentren wie im nigerianischen Agadez geprüft werden, die Migranten auch über Fehlinformationen über die EU aufklären soll. Flüchtlingslager sollen durch internationale Organisationen besser versorgt werden.

Erweiterung der legalen Wege in die EU

Die EU und die Afrikanische Union (AU) wollen die Möglichkeiten zu einer legalen Arbeitsanwerbung erweitern. Zudem sollen etwa Studenten- und Dozenten-Austauschprogramme 2016 gegenüber 2014 verdoppelt werden. Die Visa-Prozesse sollen vereinfacht werden.

Billigere Auslandsüberweisungen

Die Auslandsüberweisungen von Afrikanern in der EU sollen verbilligt werden. Bis 2030 sollen die Gebühren nicht mehr als drei Prozent betragen. Dies ist ein wichtiger Punkt für die afrikanischen Staaten, da ihre in die EU ausgewanderte Bürger jährlich insgesamt zweistellige Milliardenbeträge in die Heimat überweisen.

Stabilisierung von Staaten

Die EU und Afrika streben eine engere Zusammenarbeit bei der Stabilisierung von Staaten in Afrika und der Beseitigung von Fluchtursachen an. Dazu gehört auch die Förderung der regionalen Zusammenarbeit in Afrika sowie der Kampf gegen Terrorismus.

Das UN-Hilfswerk UNHCR veröffentlichte unterdessen die Gesamtzahl der Migranten, die 2015 über die Ägäis nach Europa kamen. Es waren 851.319 Menschen. 28 Prozent davon waren Kinder. 57 Prozent dieser Flüchtlinge kamen aus Syrien. 24 Prozent aus Afghanistan. Im Dezember 2015 kamen mehr als 103.000 Menschen. Fast genau so viele wie im August 2015 (107.843).

Von

dpa

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