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02.03.2016

09:41 Uhr

Flüchtlinge

Österreicher drängeln Deutschland

Nach der Abriegelung der Balkanroute stauen sich die Flüchtlinge in Griechenland. Österreichs Kanzler fordert Deutschland nun auf, von dort direkt Migranten zu übernehmen. Und schlägt eine Art Durchreise-Zertifikat vor.

Rund 10.000 Migranten harren in Idomeni aus. Mazedonien lässt kaum mehr Flüchtlinge einreisen. dpa

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonische Grenze

Rund 10.000 Migranten harren in Idomeni aus. Mazedonien lässt kaum mehr Flüchtlinge einreisen.

Wien, BerlinÖsterreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat Deutschland zur direkten Übernahme von Flüchtlingen aus Griechenland oder Nachbarstaaten Syriens aufgefordert. „Es sollte eine Tagesquote festlegen - und nach dieser Flüchtlinge direkt von Griechenland, der Türkei oder Jordanien nach Deutschland bringen“, sagte der Sozialdemokrat der österreichischen Zeitung „Kurier“ (Mittwoch).

Er schlug dafür Durchreise-Zertifikate vor. „So ist die Verteilung auch vorgesehen. Österreich kann und darf nicht zur Verteilstelle werden. Damit muss Schluss sein“, sagte Faymann. Es sei nicht länger tragbar, „dass täglich mehrere tausend Menschen durchgewunken werden, andererseits lässt uns Deutschland wissen, dass es heute nur 1000 oder 2000 oder einen ins Land lässt“.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte das „einseitige Vorgehen“ Österreichs in der Flüchtlingskrise. „Wer die nationalen Grenzen schließt, bewirkt damit nichts gegen die Ursachen der Flüchtlingsbewegung. Er riskiert obendrein auf Dauer einen Schaden für unsere Wirtschaft“, sagte sie der „Volksstimme“ (Mittwoch). „Wir müssen dauerhafte, auch morgen noch vertretbare Lösungen finden - und vor allem Lösungen, die nicht einseitig etwas festlegen, was andere Länder dann ertragen müssen.“

Angesichts der Not Tausender in Griechenland gestrandeter Flüchtlinge verlangt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ein rasches gemeinsames Handeln der EU-Länder. „Ich weiß nicht, worauf die EU-Staaten warten - wie weit soll die Situation noch eskalieren?“, sagte die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Selmin Caliskan, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch).

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