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27.09.2016

20:02 Uhr

Flüchtlingsboot gekentert

Mehr als 200 Menschen vor Ägyptens Küste ertrunken

Bereits 3200 Menschen sind in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunken. Vor der ägyptischen Küste ist vor mehreren Tagen erneut ein Flüchtlingsboot gekentert. Die Behörden gehen bislang von 202 ertrunkenen Passagieren aus.

Bergungshelfer und Fischer konnten nach eigenen Angaben mindestens 169 Insassen des gekenterten Flüchtlingsbootes retten. dpa

Vor der ägyptischen Küste

Bergungshelfer und Fischer konnten nach eigenen Angaben mindestens 169 Insassen des gekenterten Flüchtlingsbootes retten.

KairoDie Zahl der vor der ägyptischen Küste ertrunkenen Passagiere eines gekenterten Flüchtlingsbootes hat sich auf 202 erhöht. Am Dienstag seien 32 weitere Leichen geborgen worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Wie viele Menschen sich genau an Bord des Bootes befanden, war zunächst weiter unklar. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) geht von mindestens 450 aus.

Bergungshelfer und Fischer konnten nach eigenen Angaben mindestens 169 Menschen retten. Den Behörden zufolge sollte das Schiff vergangene Woche neben Ägyptern vor allem Sudanesen, Eritreer sowie Somalier nach Italien bringen. Vier Mitglieder der Besatzung seien verhaftet worden.

Etappen der Flüchtlingskrise

25. August 2015

Deutschland setzt das Dublin-Verfahren für Syrer aus. Es sieht die Rückführung von Flüchtlingen dorthin vor, wo sie zuerst EU-Boden betraten.

31. August 2015

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nennt die Bewältigung des Flüchtlingszustroms eine „große nationale Aufgabe“ und beteuert: „Wir schaffen das.“

5. September 2015

Deutschland und Österreich entscheiden, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind. Bei der Ankunft in Deutschland werden sie bejubelt. CSU-Chef Horst Seehofer fühlt sich übergangen und warnt vor Überforderung.

23. September 2015

Die EU-Staats- und Regierungschefs beschließen, die Hilfen zu erhöhen und 160.000 Flüchtlinge auf die Mitgliedsländer zu verteilen. Eine große Entlastung für Deutschland bleibt aus.

24. September 2015

Der Bund stockt die Hilfe für Flüchtlinge an Länder und Gemeinden massiv auf.

15. Oktober 2015

Der Bundestag beschließt ein neues Asylrecht. Albanien, Kosovo und Montenegro werden zu sicheren Herkunftsländern. Asylbewerber sollen möglichst nur Sachleistungen erhalten.

5. November 2015

Die Koalition verständigt sich auf besondere Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit geringen Bleibechancen. Zudem wird eine zweijährige Aussetzung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen mit niedrigerem Schutzstatus beschlossen.

20. November 2015

Auf dem CSU-Parteitag in München lehnt Merkel die CSU-Forderung nach einer Obergrenze für die Zuwanderung strikt ab.

9. März 2016

Nach Slowenien, Kroatien und Serbien schließt auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist die Balkanroute faktisch dicht, über die 2015 mehr als eine Million Menschen nach Deutschland und Österreich gekommen waren.

18. März 2016

Die EU und die Türkei einigen sich darauf, Migranten, die illegal in Griechenland ankommen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug soll für jeden zurückgenommenen Syrer ein anderer Syrer legal und direkt von der Türkei aus in die EU kommen.

4. April 2016

Die Rückführung von Flüchtlingen und anderen Migranten von Griechenland in die Türkei sowie die Umsiedlung von Syrern aus der Türkei in die EU beginnt.

4. Mai 2016

Die EU-Kommission will Flüchtlinge gerechter verteilen. Wie viele ein Land aufnehmen muss, soll von Größe und Wirtschaftskraft abhängen. EU-Staaten, die bei dem System nicht mitmachen, sollen 250.000 Euro pro Flüchtling zahlen.

12. Mai 2016

Die EU verlängert die Erlaubnis für vorübergehende Grenzkontrollen im eigentlich passkontrollfreien Schengen-Raum.

13. Mai 2016

Der Bundestag erklärt Tunesien, Algerien und Marokko zu sicheren Herkunftsländern. Die notwendige Zustimmung des Bundesrates bleibt zunächst aus.

22. Juni 2016

Die EU einigt sich im Grundsatz auf eine gestärkte gemeinsame Grenzschutzagentur und Küstenwache. Die bestehende EU-Grenzschutzagentur Frontex soll in der neuen Behörde aufgehen.

13. Juli 2016

Die EU-Kommission will schärfer gegen Asylmissbrauch vorgehen. Wer nicht mit den Behörden des Aufnahmestaates zusammenarbeitet, müsse mit einer Ablehnung rechnen.

Nach Angaben der IOM sind in diesem Jahr 3200 Menschen im Mittelmeer ertrunken. Knapp 300.000 hätten die südeuropäischen Küsten erreicht.

Von

rtr

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