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21.05.2015

14:41 Uhr

Flüchtlingsdrama in Südostasien

Bangladesch will Landsleute zurückholen

Sie sind geflüchtet – nun sollen sie zurück: Bangladesch will Tausende Bootsflüchtlinge wieder nach Hause bringen. Das gestaltet sich allerdings schwieriger, als zunächst erwartet. Denn nicht alle sind Bangladescher.

Viele der Flüchtlinge im ostasiatischen Meer gehören der muslimischen Minderheit der Rohingya an. Reuters

Unterdrückte Minderheit

Viele der Flüchtlinge im ostasiatischen Meer gehören der muslimischen Minderheit der Rohingya an.

BangkokBangladesch will seine auf überfüllten Booten gen Südostasien geflohenen Landsleute zurückholen. Das könne geschehen, sobald die Nationalität der Flüchtlinge festgestellt sei, sagte Innenstaatsminister Asaduzzaman Khan am Donnerstag in Dhaka.

Menschenrechtler vermuten Tausende Bootsflüchtlinge in Südostasien auf hoher See. Es handelt sich überwiegend um muslimische Rohingya, die in ihrer Heimat Myanmar verfolgt werden, aber auch um Bangladescher. Marineschiffe aus Malaysia und Indonesien suchen derzeit aktiv nach den Booten, um die Menschen zu retten. Allerdings wollen die beiden Länder die Flüchtlinge nicht langfristig aufnehmen.

Südostasien: Tausende Flüchtlinge treiben hilflos im Meer

Südostasien

Tausende Flüchtlinge treiben hilflos im Meer

Rund 8000 Menschen treiben offenbar in teils nicht seetüchtigen Booten in Südostasien auf dem offenen Meer. Die Flüchtlinge sehen aus „wie Skelette“, berichtet eine Hilfsorganisation. Eine Rettung ist nicht in Sicht.

Viele der nun geflohenen Rohingya haben in den vergangenen Monaten die Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch überquert und dort Flüchtlingsboote bestiegen. Nach offiziellen Angaben befinden sich derzeit rund 300 000 nicht erfasste Rohingya in Bangladesch; rund 30 000 Rohingya leben offiziell in Flüchtlingscamps.

Die Unterscheidung ist schwierig. Viele der geretteten Rohingya gäben sich nun als Bangladescher aus, sagte Staatsminister Khan weiter. Die Regierung Myanmars bezeichnet die Rohingya sowieso als „Bengalen“, also illegale Migranten aus dem Nachbarland Bangladesch. Dabei sind viele Familien schon mehr als 150 Jahre im heutigen Myanmar ansässig.

Von

dpa

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