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25.11.2014

14:56 Uhr

Flüchtlingsdrama vor Kreta

Küstenwache sieht hunderte Menschen in Not

Hunderte Flüchtlinge auf einem Frachter treiben nach einem Maschinenausfall vor der griechischen Insel Kreta im Mittelmeer. Die Küstenwache versucht die Menschen zu bergen oder das Schiff in den Hafen zu schleppen.

Ein manövrierunfähiger Frachter mit hunderten Flüchtlingen an Bord treibt vor der griechischen Insel Kreta im Mittelmeer. dpa

Ein manövrierunfähiger Frachter mit hunderten Flüchtlingen an Bord treibt vor der griechischen Insel Kreta im Mittelmeer.

AthenNach dem Ausfall seiner Maschine treibt ein Frachter mit hunderten Flüchtlingen an Bord vor der griechischen Insel Kreta im Mittelmeer. „Wir schätzen, dass sich zwischen 500 und 700 Menschen an Bord befinden“, sagte eine Sprecherin der Küstenwache am Dienstag.

Demnach treibt der Frachter „Baris“, der unter der Flagge von Kiribati fährt, seit dem Morgen rund 50 Kilometer südöstlich von Kreta. Es gebe starken Wind, und das Wetter verschlechtere sich, sagte die Sprecherin. Demnach befinden sich fünf Schiffe in der Gegend, darunter ein griechisches Marineschiff.

Entweder würden die Flüchtlinge an Bord genommen oder der Frachter in einen Hafen geschleppt, sagte die Sprecherin. Jeden Monat versuchen tausende Flüchtlinge aus Syrien und anderen Konfliktgebieten im Nahen Osten und Nordafrika, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Nach dem Bau eines Zauns an der Landgrenze zwischen Griechenland und der Türkei steuern die Schleuser verstärkt die Ägäis-Inseln an. Da die Schleuser oft kaum seetaugliche Schiffe benutzen, gibt es immer wieder schwere Unglücke.

So kommen die Flüchtlinge nach Europa

Lampedusa

Lampedusa ist ein beliebtes Ziel für Flüchtlingsboote. Die italienische Mittelmeerinsel liegt nahe der nordafrikanischen Küste. Doch es gibt noch andere Routen über die Flüchtlinge nach Europa gelangen.

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2013

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 407

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Ukraine: 330
Afghanistan: 52
Vietnam: 47

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 5.634

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Afghanistan: 1.693
Syrien: 1.139
Kosovo: 979

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 12.962

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 8.241
Afghanistan: 2.488
Somalia: 760

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.515

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Albanien: 3.466
Mazedonien: 14
Georgien: 13

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 7.751

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 3.040
Nigeria: 684
Eritrea: 475

Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 56.446

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Eritrea: 17.829

Unbekannt: 9.494
Syrien: 8.588

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.331

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Mali: 783
Kamerun: 730
Guinea: 294

Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 146

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Marokko: 30
Mali: 24
Guinea: 16

Papst Franziskus appellierte am Dienstag in einer Rede vor dem Europaparlament an die EU-Staaten, gemeinsam das Migrationsproblem anzugehen. Sie dürften nicht länger hinnehmen, dass „das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Auf den Kähnen, die täglich an den europäischen Küsten landeten, seien „Männer und Frauen, die Aufnahme und Hilfe brauchen“. Es bedürfe „mutiger und konkreter politischer Maßnahmen“, um eine Lösung für das Flüchtlingsproblem zu finden, sagte der Papst.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr walter danielis

25.11.2014, 16:33 Uhr

Das Problem erledigt sich von selbst, wenn allen potintiellen Asylbewerbern klargemacht wird, dass illegale Einreise - egal auf welchen Wegen - nicht zum Ziel führt. Wie viele Flüchtlinge nimmt eigentlich der Vatikan auf?

Herr Wolfgang Trantow

25.11.2014, 20:28 Uhr

Warum repariert man das Schiff nicht und bringt es unter Geleitschutz zum Ausgangshafen zurück? Zahlen muss natürlich jeder Mensch an Bord!!!

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