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11.02.2015

16:32 Uhr

Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

Tragödie zeigt Hilflosigkeit der EU

Der Papst warnte unlängst, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof werde. Nun finden wieder Hunderte Flüchtlinge ihr Grab im Wasser. Allen ist klar, dass mehr getan werden muss – nur was, weiß keiner so genau.

Im Oktober 2013 starben vor der Insel mehr als 350 Menschen bei der Überfahrt von Afrika nach Italien. Nun wiederholte sich die Geschichte offenbar. dpa

Bootsflüchtlinge im Mittelmeer

Im Oktober 2013 starben vor der Insel mehr als 350 Menschen bei der Überfahrt von Afrika nach Italien. Nun wiederholte sich die Geschichte offenbar.

Rom/BrüsselWieder Lampedusa. Wieder viele Tote. Wieder Rufe nach mehr Hilfe. „Wir wollen Touristen aufnehmen, keine Leichen mehr“, sagt die Bürgermeisterin der italienischen Insel, Giusi Nicolini, einem Fernsehsender. Lampedusa ist das Sinnbild für die Flüchtlingskatastrophe, die sich seit Jahren im Mittelmeer abspielt und ganz Europa betrifft. Im Oktober 2013 starben vor der Insel mehr als 350 Menschen bei der Überfahrt von Afrika nach Italien. Nun wiederholte sich die Geschichte offenbar. Überlebende berichten, Anfang der Woche seien möglicherweise mehr als 330 Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Sizilien ums Leben gekommen.

Mehr als acht Meter hohe Wellen und eisige Temperaturen konnten die Menschen in Not nicht abschrecken. In vier Schlauchbooten machten sie sich nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR am Sonntag von Libyen auf den Weg. Am Montag dann die Nachricht, dass 29 elendig erfroren oder an Erschöpfung gestorben seien. Zwei Tage später wird klar, dass die Katastrophe ein weit größeres Ausmaß hat. Nur neun von mehr als 210 Menschen überlebten, sagt die Sprecherin des UN-Flüchtlingswerks, Carlotta Sami. „Der Rest wurde vom Meer verschluckt.“ Zudem wurde ein viertes Schlauchboot mit mehr als 100 Menschen an Bord vermisst.

Nach der Katastrophe im Herbst 2013 rief Italien das Programm „Mare Nostrum“ ins Leben, das das Ziel hatte, Flüchtlinge zu retten. Bis November vergangenen Jahres wurden mehr als 100 000 Menschen gerettet. Dann lief das Programm aus, weil Italien die neun Millionen Euro pro Monat nicht mehr aufbringen konnte und wollte. Abgelöst wurde es von der EU-Mission „Triton“, die mit zwei Dritteln weniger Geld auskommen muss und seit Beginn im Kreuzfeuer der Kritik steht. Denn das Programm „Triton“ der EU-Grenzschutzagentur Frontex hat vor allem das Ziel, Europas Grenzen zu sichern - nicht Menschenleben zu retten. Zudem patrouillieren die Boote viel näher an Europas Küsten - viele Flüchtlinge geraten aber weiter weg in Seenot und sterben.

Die Kritik von Menschenrechtsorganisationen an „Triton“ verhallte bisher, ohne dass Entscheidendes geändert wurde. „Seit eineinhalb Jahren bitten wir mit Nachdruck darum, die Rettungskapazitäten auf dem Mittelmeer auszuweiten“, sagte Laurens Jolles, Experte für Südeuropa bei UNHCR. „Triton“ sei keine Antwort auf die drängenden Probleme. Das Flüchtlingswerk geht davon aus, dass im Januar 3500 Flüchtlinge in Italien angekommen sind - verglichen mit knapp 2200 im Januar vergangenen Jahres. Damals seien zwölf Tote gezählt worden.

Kommentare (8)

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Herr Marc Otto

11.02.2015, 17:09 Uhr

Der Vatikan hat darum beschlossen, dass Vatikan Staat die Flüchtlinge aufnehmen wird.

Herr Helmut Paulsen

11.02.2015, 17:11 Uhr

Was wollen die in Deutschland ? Warum bauen die jungen Männer ihre Heimat nicht auf und lassen diese im Stich ?

"... 77 Prozent der Asylbewerber zwischen 18 und 25 Jahren Männer ..."

http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/immer-mehr-maennliche-asylbewerber/

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UNGLAUBLICH ! Hass auf Deutsche.

"...Täter sind 14 und 15 Jahre alt - 10. Februar 2015
München: Schwangere überfallen und zusammengeschlagen
In München ist es zu einem brutalen Übergriff auf eine 37jährige schwangere Frau gekommen. Sie wurde von zwei 14 und 15 Jahre alten Tätern „von hinten niedergeschlagen und am Boden liegend getreten“, teilte die Polizei mit. Daß die Täter, wie die Bild-Zeitung berichtet, „Schüler mit Migrationshintergrund“ seien, wollte die Polizei auf Anfrage der JF weder bestätigen noch dementieren. ...

http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/muenchen-schwangere-ueberfallen-und-zusammengeschlagen/

Warum steht das nirgends in der Presse in Deutschland ? Schämt euch !

elly müller

11.02.2015, 17:15 Uhr

Was muss die Weltgemeinschaft tun? Nicht nur Europa!

Die Botschaften in den Ländern müssen für Kriegsflüchtlinge geöffnen werden um Aufenthaltsrechte für die Dauer der Kriegshandlungen zu erhalten !

Es ist nicht nur ein Problem von Europa! Es ist ein weltweites Problem, wenn Menschen in ihren Ländern nicht mehr bleiben können weil dort Krieg herrscht!

Wo bitte bleibt da die UN? Das ist leider ein Debattierclub ohne Handlungsspielraum!
Wo bleiben die reichen Religionen????

Es ist beschämend wie wir mit notleidenden Menschen umgehen!

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